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News des Tages: Ermittler im Fall Khashoggi: Journalist wurde ermordet und zerstückelt

AfD will "Kummerkasten" für alle einrichten +++ Kind von Baumstumpf erschlagen - Polizei soll Tatverdächtigen ermittelt haben +++ Audi zahlt in Dieselaffäre 800 Millionen Euro Bußgeld +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Verschwundener Journalist: Türkische Behörden weiten Khashoggi-Ermittlungen aus

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Ermittler im Fall Khashoggi: Journalist wurde zerstückelt (19.32 Uhr)
  • Südwest AfD will "Kummerkasten" für alle einrichten (16.45 Uhr)
  • Zehnjähriger gesteht tödlichen Wurf von Holzklotz auf Achtjährigen (16.15 Uhr)
  • Justizministerin Katarina Barley soll SPD-Spitzenkandidatin für Europawahl werden (14.15 Uhr)
  • Ausreisesperre gegen Mesale Tolus Ehemann aufgehoben (13.23 Uhr)
  • Audi zahlt in Dieselaffäre 800 Millionen Euro Bußgeld  (10.50 Uhr)

Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker:

+++ 22.14 Uhr: Trump: Riad sagt "vollständige" Untersuchung im Fall Khashoggi zu +++

Der saudiarabische Kronprinz Mohammed bin Salman hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump eine "vollständige" Untersuchung zum Verschwinden des Journalisten Jamal Khashoggi zugesagt. Bin Salman habe ihm in einem Telefonat gesagt, dass die Untersuchung des Falles bereits begonnen habe und rasch ausgeweitet werden solle, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Eine "vollständige Untersuchung" sei nach Aussagen des Kronprinzen geplant, berichtete der US-Präsident. Antworten zu dem Fall werde die saudiarabische Führung bereits "in Kürze" liefern. Der Kronprinz habe jede Kenntnis von den Vorgängen im Konsulat in Istanbul "absolut bestritten"

+++ 21.40 Uhr: Neuer Fund widerlegt bisherige Theorie zum Untergang von Pompeji +++

Ein neuer Fund widerlegt nach Angaben von Experten die bisherige Annahme, wonach die berühmte Römerstadt Pompeji bei einem Vulkanausbruch am 24. August des Jahres 79 vor Christus unterging. Archäologen stießen in den Überresten eines Hauses auf die Inschrift eines Arbeiters, die vom "16. Tag vor den Kalenden des November" datiert, wie Ausgrabungsleiter Massimo Osanna am Dienstag berichtete - das heißt vom 17. Oktober und damit zwei Monate nach dem bislang als Tag der Katastrophe vermuteten Datum. Im 19. Jahrhundert in den Ruinen gefundene versteinerte Herbstfrüchte deuteten bereits zuvor laut Ausgrabungsleiter Osanna auf ein späteres Datum hin.

+++ 19.49 Uhr: Freie Wähler wollen auch mit AfD konstruktiv zusammenarbeiten +++

Im Fall einer Regierungsbeteiligung wollen die Freien Wähler auch mit der AfD im bayerischen Landtag eine konstruktive Zusammenarbeit pflegen. "Ich will mit jeder Partei reden", sagte Partei- und Fraktionschef Hubert Aiwanger in München. Ziel müsse es sein, unter allen Parlamentariern einen Grundkonsens zu pflegen, das gelte für den Umgangston von Regierung und Opposition generell wie zur AfD im Speziellen. Aiwanger betonte, dass er notfalls auch AfD-Abgeordneten in Vieraugen-Gesprächen "ins Gewissen reden" werde, sollten diese sich daneben benehmen. Den Freien Wählern werden gute Chancen für eine Regierungsbeteiligung zugeschrieben. Die CSU hatte die Partei bereits wiederholt als bevorzugten Koalitionspartner genannt.

+++ 19.32 Uhr: Ermittler im Fall Khashoggi: Journalist wurde zerstückelt +++

Bei der Durchsuchung des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul wollen die türkischen Ermittler "sichere Beweise" für einen Mordes gefunden haben, sagte ein hochrangiger Beamter der Nachrichtenagentur AP. Die Ermittler hätten Proben mitgenommen – unter anderem Erde des Konsulatsgartens. Laut CNN sagten Ermittler, die Leiche des vermissten Journalisten sei "zerstückelt" worden. Durchsucht sei auch die Residenz des Konsuls worden. Nach Medienberichten war der Diplomat am selben Tag nach Saudi-Arabien abgereist. Ob er abberufen wurde oder eine Rückkehr plant, blieb zunächst unklar. Khashoggi. der als Kolumnist für die "Washington Post" gearbeitet hatte, wollte am 2. Oktober im Konsulat Papiere für die Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abholen und ist seitdem verschwunden. Die Behörden gehen nach Medienberichten davon aus, dass er von einem aus Saudi-Arabien angereisten Spezialkommando getötet wurde.

+++ 19.13 Uhr: US-Pop-Art-Künstler Mel Ramos gestorben +++

Der amerikanische Pop-Art-Künstler Mel Ramos, der für seine Darstellung von Pin-Up-Girls bekannt wurde, ist tot. Er sei am Sonntag im kalifornischen Oakland an Herzversagen gestorben, teilte der New Yorker Galerist Louis K. Meisel der Nachrichtenagentur mit. Ramos wurde 83 Jahre alt. Der Tod des Künstlers sei überraschend gekommen, sagte Meisel, der Ramos' Werke über Jahrzehnte hinweg vertrat. Ramos habe noch Anfang September in der Hamburger Levy Galerie persönlich eine Ausstellung eröffnet. Ramos war einer der bedeutendsten US-Vertreter der Pop-Art. Berühmt wurde er in den 1960er Jahren mit seinen "Commercial Pin-ups" - Persiflagen, die die Werbung aufs Korn nehmen. Auf den Gemälden räkeln sich Pin-Up-Girls auf riesenhaften Colaflaschen und Zigarettenpackungen.

+++ 19.04 Uhr: Strafprozess gegen russischen Starregisseur Serebrennikow beginnt +++

Nach mehr als einem Jahr Ermittlungsarbeit beginnt der umstrittene Strafprozess gegen den russischem Starregisseur Kirill Serebrennikow. Die erste Anhörung wird am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit in einem Moskauer Gericht stattfinden. Nach Angaben von Serebrennikows Anwalt soll dabei vor allem über die Zulassung von Beweisen und die Verlängerung des Hausarrests entschieden werden. Serebrennikow darf seit Sommer 2017 seine Wohnung in der russischen Hauptstadt nicht verlassen. Dem international hoch angesehenen Künstler wird die Unterschlagung von Fördergeld in Millionenhöhe vorgeworfen. Der 49-Jährige bestreitet dies vehement und geht von einem politisch motivierten Fall aus.

Video: Bundesanwaltschaft könnte sich nach Kölner Geiselnahme einschalten

+++ 18.57 Uhr: Ölreste von Schiffskollision spülen in Südfrankreich an +++

Zehn Tage nach der Kollision zweier Frachtschiffe bei Korsika sind ausgelaufene Ölreste auf südfranzösischen Stränden angespült worden. Betroffen seien Saint-Tropez und zwei Nachbarkommunen, teilte die Präfektur in Toulon mit. Zur Beseitigung der mit Seegras vermischten Ölreste wurde ein Notfallplan aktiviert. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, die Ölreste nicht anzufassen oder selber zu beseitigen, sondern die Behörden zu informieren. Betroffen sei auch der Strand von Pampelonne. Insgesamt gehe es um einen 16 Kilometer langen Küstenabschnitt. Wegen schlechten Wetters hielten sich aber derzeit kaum Touristen dort auf.

+++ 18.41 Uhr: Merkel nennt Irland-Frage beim Brexit "Quadratur des Kreises" +++

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Lösung der Grenzfrage zu Nordirland in den Brexit-Verhandlungen mit Großbritannien als "Quadratur des Kreises" bezeichnet.  Grenzkontrollen könnten nicht ganz weggelassen werden, sagte Merkel nach Angaben von Teilnehmern in der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Sonst gebe es künftig keinen Unterschied mehr zwischen einem Land in der EU und einem Land außerhalb der Europäischen Union.

++ 18.37 Uhr: Köln-Düsseldorfer stellt Linienschifffahrt auf dem Rhein ein +++

Wegen des extremen Niedrigwassers des Rheins hat die Schifffahrtsgesellschaft Köln-Düsseldorfer ihren Linienverkehr auf dem Fluss eingestellt. "Das ist uns jetzt zu gefährlich, die Sicherheit unserer Fahrgäste geht vor", sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Damit wird der Linienverkehr der Schiffe zwischen Düsseldorf und Mainz einige Tage vor dem ohnehin vorgesehenen Saisonende am kommenden Sonntag beendet. Die Rundfahrten bei Köln, Düsseldorf und Frankfurt finden nach Angaben der Sprecherin weiter statt.


Medikamente: Inspiriert von Raupen: Roboter-Winzling könnte Medizin revolutionieren

+++ 18.04 Uhr: Nacktfotos gegen gute Noten: Strafbefehl für Lehrer +++

Für ein Nacktfoto einer 14-jährigen Schülerin soll ein Lehrer dem Mädchen per Chat eine bessere Note angeboten haben. Die Schülerin schickte ihm dann nach Angaben der Staatsanwaltschaft Braunschweig noch ein weiteres Bild, um ein angedrohtes Elterngespräch zu verhindern. Gegen den 37-Jährigen wurde ein Strafbefehl mit einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten zur Bewährung erlassen, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Dem Lehrer sei auch die Zahlung von 5000 Euro auferlegt worden. Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll der Realschullehrer aus Niedersachsen mit mehreren Schülerinnen Chatnachrichten geschrieben haben.

+++ 17.22 Uhr: Mann gefesselt auf Friedhofsparkplatz abgelegt +++

Ein Mann verschwindet spurlos, bis er Tage später an einem Friedhof im Ostsee-Ort Timmendorfer Strand gefunden wird - an Händen und Füßen gefesselt: Unbekannte hätten den 38-jährigen auf dem Parkplatz des Friedhofs abgelegt, teilten die Polizeidirektion Lübeck und die Staatsanwaltschaft Lübeck mit. Er sei nicht ansprechbar gewesen und habe mehrere Schnittverletzungen an Oberkörper und Armen gehabt. Die Hintergründe waren zunächst unklar. Seine Freundin habe den Mann in der vergangenen Woche als vermisst gemeldet, hieß es. Wo der 38-Jährige sich zwischenzeitlich aufhielt, war zunächst unbekannt.

+++ 17.21 Uhr: Wegen Prügelei: Fußballprofi Arda Turan muss hohe Strafe zahlen +++

Nach einer Schlägerei und einer Anklage der Staatsanwaltschaft hat der Fußballverein Medipol Basaksehir den türkischen Nationalspieler Arda Turan zu einer hohen Geldstrafe verdonnert. 2,5 Millionen Lira (etwa 370.000 Euro) müsse er zahlen, heißt auf der Webseite des Vereins. Am Montag hatte die Istanbuler Staatsanwaltschaft angekündigt, dass sie gegen den 31-jährigen Turan wegen sexueller Belästigung und illegalen Waffenbesitzes Anklage erhebe. Sie forderte zwölf Jahre und fünf Monate Haft, wie die Nachrichtenagentur DHA berichtete.

+++ 16.45 Uhr: Südwest AfD will "Kummerkasten" für alle einrichten +++

Nach der Debatte um umstrittene Plattformen der AfD zur Meldung politischer Äußerungen von Lehrern will die Fraktion im Stuttgarter Landtag nun ein noch viel weitreichenderes Portal einrichten. Der "Kummerkasten" soll sich an alle "Opfer von Diskriminierung, Ausgrenzung und Mobbing aufgrund ihrer politischen Einstellung" richten, teilte die Fraktion mit. Die Meldungen sollen anonym erfolgen und das Projekt soll mit dem Datenschutzbeauftragten abgestimmt werden. Ähnliche Plattformen haben AfD-Landtagsfraktionen auch in anderen Bundesländern eingerichtet oder geplant. Der "AfD-Kummerkasten" werde weit über die Bedeutung der angedachten Lehrer-Beschwerdeportale hinausreichen und "allen Bürgern zur Verfügung stehen, die berufliche oder gesellschaftliche Nachteile wegen ihrer politischen Einstellung hinnehmen mussten", sagte der Sprecher der AfD-Fraktion.

Video: Aigner: Größter CSU-Bezirk fordert nach Wahlschlappe Sonderparteitag

+++ 16.40 Uhr: Lindner: Keine Jamaika-Gespräche in dieser Legislaturperiode +++

Der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Christian Lindner hat bekräftigt, dass seine Partei in dieser Legislaturperiode nicht mehr für Jamaika-Gespräche zur Verfügung steht. Er reagierte damit vor Beginn einer Fraktionssitzung auf Äußerungen von CDU-Vize Thomas Strobl, der für den Fall eines vorzeitigen Ausstiegs der SPD aus der großen Koalition keine Notwendigkeit für eine rasche Neuwahl sieht und mindestens zwei Alternativen aufzählte: nochmalige Gespräche über ein Jamaika-Bündnis mit Grünen und FDP sowie eine Minderheitsregierung.  Lindner sagte nun, die Vorstellungen von Strobl seien in diesem Punkt völlig gegenstandslos.

+++ 16.35 Uhr: Merkel warnt vor Rot-Rot-Grün in Hessen +++

Knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl in Hessen hat Angela Merkel (CDU) vor einer rot-rot-grünen Regierung in dem Bundesland gewarnt. In Hessen würden Landtagswahlen traditionell eher knapp entschieden, deswegen komme es nun stark auf die Mobilisierung der eigenen Anhänger an, sagte Merkel nach Angaben von Teilnehmern in der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Eine Ablösung der von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) geführten schwarz-grünen Regierung durch ein rot-rot-grünes Bündnis sei eine Option. Aus diesem Grund müsse für die Wahlkämpfer nun gelten: "Alle Kraft voraus für Hessen", wurde die CDU-Chefin zitiert.

+++ 16.15 Uhr: Zehnjähriger gesteht tödlichen Wurf von Holzklotz auf Achtjährigen +++

Nach dem Tod eines Achtjährigen in Berlin hat die Berliner Polizei offenbar den Täter ermittelt. Ein dringend tatverdächtiger Zehnjähriger habe eingeräumt, am vergangenen Sonntag einen schweren Holzklotz aus einem Hochhaus geworfen zu haben, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft bei Twitter mit. Auswertungen von Videoaufnahmen hätten die Ermittler zu dem Jungen geführt.

   

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, wurde in der elterlichen Wohnung des verdächtigen Kinds Kleidung gefunden, die der Junge bei der Tat getragen haben soll. Das erst acht Jahre alte Opfer war am Sonntag mit dem Rad nahe seinem Wohnhaus unterwegs, als der laut Medienberichten etwa 15 Kilogramm schwere Birkenstamm das Kind aus großer Höhe am Kopf traf. Der Junge starb noch vor Ort an den Verletzungen. Weil die Polizei von einer absichtlichen Tat ausging, übernahm die Mordkommission des Landeskriminalamts die Ermittlungen.

+++ 16.02 Uhr: Haftbefehl gegen Kölner Geiselnehmer erlassen +++

Gegen den Kölner Geiselnehmer ist Haftbefehl wegen versuchten Mordes in zwei Fällen und auch wegen Geiselnahme erlassen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Köln mit. Der Geiselnehmer hatte nach Einschätzung der Polizei nicht vor, sich mit einer Frau in der Apotheke zu verschanzen. "Der eigentliche Tatplan war die Brandlegung im McDonalds", sagte Klaus-Stephan Becker, der Chef der Kölner Kripo. Die Geisel sei wahrscheinlich "ein Zufallsopfer" gewesen. Der 55-jährige Syrer hatte am Montag einen Brandanschlag auf ein Schnellrestaurant im Kölner Hauptbahnhof verübt und eine Frau als Geisel genommen..

+++ 15.52 Uhr: Zahl der Fluttoten in Südfrankreich steigt auf zwölf +++

Nach Unwettern und Überschwemmungen im Süden Frankreichs ist die Zahl der Toten auf zwölf gestiegen. Neun Menschen seien verletzt worden, sagte eine Sprecherin der zuständigen Präfektur. Retter suchten am Tag nach der Flut zudem noch zwei Vermisste. Zuletzt war von elf Toten die Rede gewesen. 

Am Montag waren nach starken Regenfällen im Département Aude zahlreiche Flüsse und Bäche über ihre Ufer getreten. In vielen Dörfern und in der Stadt Carcassonne kam es zu Überflutungen. Mancherorts erreichte das Hochwasser einen Stand von mehr als sieben Metern. 70 Kommunen sind nach Behördenangaben von den Überschwemmungen betroffen. Am Dienstag blieben die Schulen im Département geschlossen, Helfer befreiten Straßen von Schlamm, Unrat und umgestürzten Bäumen.

+++ 15.03 Uhr: Nach Impfskandal in China 1,1 Milliarden Euro Strafe für Pharma-Unternehmen +++

Nach einem großen Impfskandal in China muss ein Pharma-Unternehmen umgerechnet 1,1 Milliarden Euro Strafe zahlen. Changchun Changsheng müsse 9,1 Milliarden Yuan zahlen, teilte die Arzneimittel-Aufsicht des Landes mit. Sie hatte im Juli bei einer Inspektion von Changchun Changsheng gefälschte Daten und andere Regelverstöße bei der Produktion eines Tollwut-Impfstoffes festgestellt.

+++ 14.50 Uhr: Angeblich toter Betrüger lebte als Schlossherr in Frankreich +++

Nach einer jahrelangen Suche ist der französischen Polizei ein international gesuchter Betrüger ins Netz gegangen. Der Mann aus der Ukraine sei gemeinsam mit drei Komplizen in der Nähe von Dijon festgenommen worden, teilte Europol in Den Haag mit. Der Mann wird des internationalen Betruges und der Geldwäsche beschuldigt. Er hatte sich bisher erfolgreich der Fahndung entzogen - durch Verbreitung einer gefälschten Sterbeurkunde. 

Der angebliche Tote war in Frankreich jedoch durch einen "ausschweifenden Lebensstil" auf seinem Schloss im Burgund aufgefallen. Bei seiner Festnahme beschlagnahmten die Ermittler nach eigenen Angaben rund 4,6 Millionen Euro, einen Rolls Royce und drei Kunstwerke des spanischen Malers Salvador Dali. Auch das Schloss sei beschlagnahmt worden. Der Verdächtige wurde in seiner ukrainischen Heimat auch wegen Korruption gesucht.

+++ 14.40 Uhr: Sechs Menschen sterben bei Zugunglück nahe marokkanischer Hauptstadt +++

Bei einem Zugunglück nördlich der marokkanischen Hauptstadt Rabat sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Dutzende weitere seien mehr oder weniger schwer verletzt worden, als der Zug in dem Ort Bouknadel entgleiste, berichteten Ärzte und lokale Medien. Aufnahmen in sozialen Medien zeigten mindestens zwei Waggons, die an einer Brücke umgestürzt waren. 

Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Der marokkanische Palast ordnete eine Untersuchung an, um die Umstände aufzuklären, wie die staatliche Nachrichtenagentur MAP meldete.

+++ 14.15 Uhr: Justizministerin Katarina Barley wird SPD-Spitzenkandiatin für Europawahl +++

Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Katarina Barley, soll offenbar SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl Ende Mai 2019 werden. Das berichten das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) und "Der Spiegel" unabhängig voneinander. Der RND-Bericht wurde der Deutschen Presse-Agentur aus Parteikreisen bestätigt.

Sie solle noch im Laufe der Woche offiziell vorgestellt werden, heißt es in den Berichten. Eine Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. Mit dem Wechsel nach Brüssel müsste Barley ihr Ministeramt in Berlin aufgeben. Deswegen habe sie zunächst gezögert, den Vorschlag von Parteichefin Andrea Nahles anzunehmen, hieß es in der Mitteilung der RND-Zeitungen. Der bisherige Fraktionsvorsitzende der sozialistischen Fraktion im Europaparlament, Udo Bullmann, würde demnach zugunsten von Barley auf den ersten Listenplatz der SPD für die Wahl im Mai verzichten. 

+++ 13.49 Uhr: Bayern-SPD will erst am Sonntag über Sondierungen mit CSU entscheiden +++

Die bayerische SPD will erst am Sonntag entscheiden, ob sie mit der CSU über mögliche Koalitionsverhandlungen sondieren will. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) habe telefonisch Sondierungsgespräche angeboten, darüber werde der Landesvorstand bei seiner Sitzung am Sonntag in Nürnberg entscheiden, sagte Landeschefin Natascha Kohnen der Deutschen Presse-Agentur in München. Damit erfolgt die SPD-Entscheidung aber erst vier Tage nach den geplanten Sondierungsgesprächen zwischen CSU und Grünen sowie CSU und Freien Wählern. Diese beiden Treffen sollen am Mittwoch in München stattfinden.

+++ 13.34 Uhr: Seehofer: Entscheidung über personelle Konsequenzen vor Weihnachten +++

CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer will, dass die Konsequenzen aus der Schlappe bei der Bayernwahl noch vor Weihnachten gezogen werden. Auch personelle Fragen, "über die zu diskutieren ich durchaus auch bereit bin", sollten getroffen werden, sagte Seehofer in Berlin. Er vermute, "dass wohl das beste Instrument, weil die Basis da am besten versammelt ist, ein Parteitag der CSU wäre, aber das ist noch nicht entschieden". 

+++ 13.32 Uhr: Strauß-Vertrauter Wilfried Scharnagl gestorben +++

Der frühere CSU-Vordenker Wilfried Scharnagl ist gestorben. Das teilte Generalsekretär Markus Blume auf Anfrage mit. "Ein Stück CSU-Geschichte ist von uns gegangen." Der 1938 geborene Scharnagl war Vertrauter des langjährigen CSU-Chefs Franz Josef Strauß und von 1977 bis 2001 Chefredakteur der Parteizeitung "Bayernkurier". Er war schon lange Jahre nicht mehr bei guter Gesundheit.

Zu Strauß-Zeiten war Scharnagl ein einflussreicher Mann: Er denke, was Scharnagl schreibe, pflegte Strauß laut parteiinterner Überlieferung zu scherzen. Nach dessen plötzlichem Tod im Jahr 1988 verlor Scharnagl an Einfluss, blieb jedoch als CSU-Urgestein über Jahrzehnte präsent. An den Sitzungen des Parteivorstands nahm er noch in hohem Alter als Gast teil. "Sein Wirken ist untrennbar mit den einmaligen Verdiensten von Franz Josef Strauß verknüpft, dem er persönlich und politisch engstens verbunden war", sagte Ministerpräsident Markus Söder.

Aufsehen erregte Scharnagl zuletzt 2012, als er sein Buch "Bayern kann es auch allein" veröffentlichte - ein Plädoyer für die Unabhängigkeit des Freistaats. Aus seiner Sicht befand sich Bayern seit 1871 auf einem historischen Irrweg, weil Ludwig II. Bayerns Souveränität geopfert hatte und dem von Preußen dominierten zweiten Kaiserreich beigetreten war.

+++ 13.28 Uhr: Verbraucherschützer: Audi-Bußgeld für Diesel-Betroffene verwenden +++

Die Millionenbuße gegen den Autobauer Audi wegen der Diesel-Affäre sollte aus Sicht der Verbraucherzentralen betroffenen Autobesitzern zugute kommen. Die von Audi zu zahlenden 800 Millionen Euro sollten nicht wieder in einem Landeshaushalt landen, sondern für Hardware-Nachrüstungen verwendet werden, forderte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller.  Der FDP-Verkehrsexperte im Bundestag, Oliver Luksic, sagte der dpa: "Es kann nicht sein, dass der Staat in der Aufsicht versagt und dann noch Bußgelder kassiert, die betroffenen Diesel-Fahrer aber im Regen stehen." Das Geld könnte in Nachrüstungen betroffener Autos fließen.

Die Staatsanwaltschaft München hatte gegen die VW-Tochter Audi ein Bußgeld von 800 Millionen Euro verhängt. Grund seien "Abweichungen von den regulatorischen Vorgaben" bei bestimmten Dieselmotoren.

Dieselmotoren: Audi zahlt 800 Millionen Euro Bußgeld für Abgasmanipulationen

+++ 13.23 Uhr: Ausreisesperre gegen Mesale Tolus Ehemann aufgehoben +++

Der Ehemann der in der Türkei angeklagten deutschen Journalistin und Übersetzerin Mesale Tolu darf das Land verlassen. Das Istanbuler Gericht hob die Ausreisesperre gegen Suat Corlu bei der Fortsetzung der Verhandlung auf. Der Prozess wegen Terrorvorwürfen gegen das Ehepaar wurde auf den 10. Januar vertagt. Der 33-Jährigen Tolu und ihrem Ehemann werden Verbindungen zur linksextremen Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei MLKP vorgeworfen, die in der Türkei als Terrororganisation gilt.

Die Journalistin hatte vergangenes Jahr bereits mehr als sieben Monate in U-Haft verbracht und war nach ihrer Freilassung im Dezember unter einer Ausreisesperre in der Türkei festgehalten worden. Erst Ende August hatte sie mit ihrem Sohn nach Deutschland fliegen dürfen. Ihr Mann musste bislang in der Türkei bleiben.

+++ 13.14 Uhr: Seehofer: Bei Migrationsdebatte nicht immer richtigen Ton getroffen +++

CSU-Chef und Bundesinnenminister Horst Seehofer hat eingeräumt, in der Flüchtlingsdebatte möglicherweise nicht immer Stil und Ton getroffen zu haben. Ansonsten habe er sich in den Diskussionen in der Großen Koalition über die Flüchtlingspolitik oder in der Causa Maaßen "immer an der Sache orientiert", sagte Seehofer in Berlin. Daher werde jetzt zuerst der neue bayerische Ministerpräsident gewählt und dann werde das schlechte Wahlergebnis in der CSU ausführlich analysiert und auch über mögliche personelle Konsequenzen entschieden. Er sei zu einer ernsthaften Debatte bereit.

Seehofer bekräftigte, im Fall des Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hätten von vorneherein drei Möglichkeiten auf dem Tisch gelegen, darunter eine Tätigkeit als Sonderberater. Da bei den Äußerungen Maaßens zu den Vorgängen in Chemnitz kein Dienstvergehen vorgelegen habe, schien ihm eine Beförderung zum Staatssekretär auf Grund der Fachkompetenz möglich gewesen. Angesichts der öffentlichen Erregung habe man nochmals anders entschieden. Der Fall Maaßen sei völlig unnötig gewesen und habe manches andere, insbesondere die Sacharbeit, überstrahlt.

+++ 13.10 Uhr: Lindner: Jamaika mit Merkel und Seehofer "absolut kein Thema" +++

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat neuen Gesprächen über eine Jamaika-Koalition im Falle einer Auflösung der großen Koalition in Berlin eine klare Absage erteilt. "Jamaika ist in dieser Konstellation vor einer Neuwahl absolut kein Thema", sagte er im Sender n-tv mit Blick auf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und CSU-Chef Horst Seehofer. "Da müssen erst neue Personen und neue Programme politisch eine Rolle spielen."    

Die FDP stünde allerdings zu Verfügung, wenn es darum ginge, nach einem Scheitern der großen Koalition eine Minderheitsregierung zu unterstützen, sagte Lindner weiter. "Aber wir sind nicht das fünfte Rad an einem schwarz-grünen Wagen."

+++ 12.48 Uhr: Seehofer bewertet Lage der CSU nach Bayernwahl +++

Bundesinnenminister und CSU-Parteichef hat sich in der Bundespressekonferenz zu der Lage der CSU nach der Landtagswahl in Bayern geäußert und erste Fehler im Wahlkampf analysiert. Personelle Konsequenzen werden zunächst nicht gezogen. "Wenn man für Stabilität in Bayern eintritt, darf man jetzt keine Ursachen für Instabilität setzen", so Seehofer.

Man wolle zunächst Stabilität innerhalb der politischen Verhältnisse in Bayern schaffen und habe daher im Parteivorstand einstimmig entschieden, Markus Söder erneut als Ministerpräsidenten Bayerns vorzuschlagen. Erst nach dieser Wahl wolle man in eine "vertiefte Analyse" eintreten. Diese umfasse drei Punkte, so der CSU-Parteichef: Die Programatik, Strategie und das Personal der CSU. Auch seine eigene Rolle als Parteichef sei Seehofer "bereit zu diskutieren". Dies werde in einem Gremium geschehen, das noch festgelegt werden müsse. Daraus könnten Konsequenzen folgen, müssen aber nicht - es gebe einiges zu diskutieren "und ich gehe da völlig offen ran".

Seehofer gehe davon aus, dass die CSU in Koalitionsverhandlungen mit den konservativen Freien Wählern geht. Man sei jedoch für alle Gespräche offen - "außer mit der AfD". Die Sondierungsgespräche sollen am Mittwoch beginnen, die Koalitionsverhandlungen noch in dieser Woche. Führen soll sich Ministerpräsident Markus Söder. "Ich wäre schon zeitlich durch mein Amt in Berlin nicht in der Lage dazu. Das ist ja ganz natürlich." 

Landtagswahl in Bayern: CSU-Debakel: Basis pestet gegen Merkel – das sagt ein möglicher Koalitionspartner

"Die CSU wird unabhängig von der Lage in Bayern ein stabiler Faktor in der Großen Koalition sein", versichert Seehofer. "Wir wollen diese Große Koalition. Wir wollen, dass sie erfolgreich arbeitet. Und wir wollen da konstruktiv mitwirken." Das solle allerdings nicht heißen, dass keine Diskussionen innerhalb des Bündnisses aus Union und SPD geführt würden. 

+++ 12.17 Uhr: Mordanklage nach tödlicher Messerattacke auf 15-Jährige in Viersen +++

Rund vier Monate nach der tödlichen Messerattacke auf eine 15-Jährige im niederrheinischen Viersen hat die Staatsanwaltschaft Mordanklage gegen den Ex-Freund erhoben. Der 17-Jährige habe die Jugendliche heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet, sagte der Mönchengladbacher Staatsanwalt Stefan Lingens.

Der Bulgare habe bei der Tat in Juni in einem Viersener Park völlig unerwartet ein Messer gezogen und auf die 15-Jährige eingestochen. "Sie sollte keinem anderen gehören. Er hatte gehört, sie hatte einen Neuen. Er hat das überprüft und hat dann entschieden, er bringt sie um", sagte Lingens. Das Mädchen rumänischer Herkunft hatte sich rund eine Woche vorher von dem Tatverdächtigen getrennt.

Die Jugendkammer des Landgerichts Mönchengladbach entscheidet über die Zulassung der Anklage. Ein Prozess werde unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor über die Anklageerhebung berichtet.

+++ 12.08 Uhr: 70-Jähriger entschuldigt sich für Messerangriff auf Ausländer +++

Im Prozess um eine Messerattacke auf vier Flüchtlinge in Heilbronn hat der 70 Jahre alte Angeklagte die Taten eingeräumt und die Opfer um Entschuldigung gebeten. "Ich bin kein Fremdenhasser, kein Rechtsextremist", heißt es in Briefen des Mannes an die Opfer, die am Landgericht Heilbronn verlesen wurden. Er sei "schrecklich besoffen" gewesen und wolle sich für das entschuldigen, "für das, was ich Ihnen angetan habe". An die Tat könne er sich überhaupt nicht erinnern.

Laut Anklage hat der 70-Jährige am 17. Februar auf dem Marktplatz in Heilbronn mit einem Küchenmesser auf vier junge Männer eingestochen, die er für Asylbewerber hielt. In ersten Aussagen nach der Tat hatte er laut Anklage noch gesagt, er habe "ein Zeichen gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik" setzen wollen. Nach Angaben eines Gutachters aus einer späteren Befragung hat der 70-Jährige ihm gesagt, solche Ansichten seien ihm völlig fremd.

Der Angeklagte habe bei seinen Angriffen den Tod seiner Opfer billigend in Kauf genommen, heißt es in der Anklage. Ein damals 17 Jahre alter Afghane wurde schwer verletzt, ein 25-jähriger Iraker und ein 19-jähriger Syrer erlitten leichte Verletzungen. Der vierte Attackierte wich drei Stichen aus und konnte unverletzt fliehen.

+++ 11.45 Uhr: Staatsanwaltschaft: Ermittlungsverfahren gegen Audi läuft weiter +++

Trotz des verhängten Bußgelds gegen Audi läuft das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft München gegen den Autohersteller weiter. Nach wie vor werde gegen 20 Beschuldigte ermittelt, sagte ein Sprecher der Behörde. Mit dem Bußgeld sei lediglich ein anhängiges Ordnungswidrigkeitsverfahren abgeschlossen worden. Bei den Ermittlungen gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler und weitere Beschuldigte geht es um den Verdacht des illegalen Verkaufs von Fahrzeugen mit gefälschten Abgaswerten. Stadler sitzt in Untersuchungshaft. Eine Haftbeschwerde sei am Oberlandesgericht München anhängig, sagte der Sprecher. Die Staatsanwaltschaft habe eine Stellungnahme hierzu eingereicht.

+++ 11.44 Uhr: Spahn: Konkrete Problemlösungen "verdammte Pflicht" für GroKo +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach den massiven Verlusten von CSU und SPD bei der Landtagswahl in Bayern konkrete Sacharbeit in der Bundesregierung eingefordert. "Wie stabil die große Koalition arbeitet, haben wir selbst in der Hand", sagte der CDU-Politiker dem Berliner "Tagesspiegel"https://www.tagesspiegel.de/. "Eine bessere Pflege, die Begrenzung der Migration, schnellere Digitalisierung - es ist unsere verdammte Pflicht, diese und andere Probleme nicht nur zu beklagen, sondern sie zu lösen."

Auf die Frage, ob die SPD die Koalition verlassen könnte, sagte Spahn: "Warum sollte sie?" Vertrauen der Wähler gewinne nur zurück, wer konkret liefere. "Wer vor Verantwortung wegläuft, verliert. Da bin ich sicher." Mit Blick auf CDU und CSU sagte er: "Die Union steht in schweren Zeiten zusammen. Und die Reduktion unserer Probleme auf Personalfragen springt viel zu kurz." Eigentlich gehe es darum, "wohin wir mit unserem Land wollen". Hierzu würden ehrlichere, lebensnahe Debatten gebraucht.

+++ 11.01 Uhr: Schüsse vor dem türkischen Parlament - Traktorfahrer sorgt für Aufregung +++

Die türkische Polizei hat im gesperrten Bereich vor dem Parlament in Ankara auf einen Traktorfahrer geschossen und diesen leicht verletzt. Der Mann sei auf einer für den Verkehr gesperrten Straße Richtung Parlament gefahren und habe sein Fahrzeug trotz wiederholter Warnung nicht gestoppt, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. Nach den Schüssen habe der Traktor vier Fahrzeuge gerammt und sei dann zum Stehen gekommen. Die Polizei habe den 45-jährigen Fahrer festgenommen. 

Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Wohnsitzes des israelischen Botschafters. Das israelische Außenministerium betonte aber wegen wiederholter Anfrage zu den Schüssen, der Vorfall habe offenbar nichts mit Israel zu tun.

+++ 10.50 Uhr: Audi zahlt in Dieselaffäre 800 Millionen Euro Bußgeld +++

Der Autohersteller Audi zahlt in der Dieselaffäre ein Bußgeld in Höhe von 800 Millionen Euro. Das teilte der Mutterkonzern VW in Wolfsburg mit. Mit Zahlung des Bußgeldes endet demnach das Verfahren der Staatsanwaltschaft München gegen Audi wegen des Verkaufs von manipulierten Dieselautos.

Dieselmotoren: Audi zahlt 800 Millionen Euro Bußgeld für Abgasmanipulationen

+++ 10.45 Uhr: Kölner Stadtarchiv-Einsturz - Staatsanwaltschaft legt Revision ein +++

Nach dem Urteil im Prozess um den Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Die Revision beschränke sich auf die Freisprüche der beiden angeklagten Mitarbeiter beteiligter Baufirmen, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Bewährungsstrafe, zu der ein Bauüberwacher der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) verurteilt worden war, wird nicht beanstandet. Über die Revision entscheidet der Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Auch der verurteilte KVB-Bauüberwacher hat Revision eingelegt.

Bei dem Einsturz waren am 3. März 2009 zwei Anwohner ums Leben gekommen. Unzählige historische Dokumente wurden verschüttet, der Schaden liegt nach Schätzung der Stadt Köln bei 1,2 Milliarden Euro. Nach dem Urteil des Kölner Landgerichts vom Freitag steht "eindeutig und zweifelsfrei" fest, dass das Archiv wegen eines gravierenden Fehlers beim Bau einer neuen U-Bahn-Haltestelle einstürzte.

+++ 10.10 Uhr: Bericht: Bundeswehr entließ seit 2008 fast 200 Rechtsextremisten +++

Die Bundeswehr hat einem Zeitungsbericht zufolge seit 2008 fast 200 Angehörige als Rechtsextremisten entlarvt und fast alle entlassen. 170 der 199 Menschen mit bestätigtem Rechtsextremismusverdacht stammten noch aus Zeiten der Wehrpflicht-Armee, wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf eine Aufstellung des Verteidigungsministeriums berichtete. Bei fünf Rechtsextremisten stehe die Entlassung noch aus, weil gerichtliche oder truppendienstliche Verfahren gegen sie liefen.    

Als Konsequenz aus rechtsextremistischen Vorfällen hatte das Verteidigungsministerium im vergangenen Jahr den Militärischen Abschirmdienst (MAD) eingeschaltet, der seitdem jeden Bewerber durchleuchtet. Inzwischen gab es laut dem Bericht bereits mehr als 16.000 Sicherheitsüberprüfungen.    

Dabei gab es nach Angaben eines Sprechers mehrere Fälle, in denen der Eintritt in die Bundeswehr und damit auch die Ausbildung an Kriegswaffen verwehrt wurde. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres bearbeitete der MAD der Zeitung zufolge 151 rechtsextremistische Verdachtsfälle. In zwei Fällen bestätigte sich demnach der Verdacht.

+++ 9.44 Uhr: EU-Kommissarin Malmström findet Donald Trump "unberechenbar" +++

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström hat Donald Trump für seine scharfen Äußerungen zur EU kritisiert. "Eine solche Rhetorik ist alles andere als hilfreich", sagte Malmström im Deutschlandfunk. "Er ist unberechenbar - um es diplomatisch auszudrücken." Die schwedische Politikerin bezieht sich damit auf Trumps Äußerung vom Sonntagabend, die EU existiere nur, um die USA beim Handel auszunutzen. 

Malmström bedauerte die eingeführten US-Zölle auf Stahl und Aluminium und warnte vor einer weiteren Anspannung der Beziehungen: "Wenn die USA der EU Autozölle von 25 Prozent auf den Tisch knallen, können wir nicht tatenlos zusehen", sagte Malmström. "Ich hoffe nicht, dass das passiert. Aber alles ist möglich."

Die EU-Kommissarin will ein Handelsabkommen mit den Vereingten Staaten aushandeln, das den Austausch von Industriegütern erleichtert. Außerdem strebt sie an, die Regeln der Welthandelsorganisation WTO zu reformieren.

+++ 9.44 Uhr: Macron-Vertrauter Castaner wird neuer Innenminister Frankreichs +++

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den Chef der Regierungspartei La République en Marche, Christophe Castaner, zum neuen Innenminister ernannt. Der Elysée-Palast gab die seit Tagen erwartete Kabinettsumbildung bekannt. Das Amt des Innenministers ist in Frankreich auch wegen der anhaltend hohen Terrorbedrohung ein Schlüsselposten.

+++ 9.34 Uhr: Jobs für Kiffer: Kanadisches Unternehmen sucht Cannabis-Tester +++

Jobs für Kiffer hat ein Unternehmen vor der Legalisierung von Cannabis in Kanada am Mittwoch angeboten. "Verdiene 50 Dollar pro Stunde, um das Beste zu bewerten, das Kanadas Grower anzubieten haben", wirbt das Unternehmen Ahlot unter anderem auf Twitter um erfahrene "Cannabis-Connoisseure", die "lange genug mit Cannabis gelebt haben, um die Nuancen zu verstehen und zu beschreiben, die eine Sorte von der anderen unterscheiden".

Die "Cannabis-Connoisseure" sollen Konsumenten bei der Orientierung helfen. "Bald wird es schwierig sein, sich zwischen Hunderten von neuen Marken zu entscheiden", erklärt Ahlot-Chef Greg Pantelic den Zweck des Angebots in Erwartung einer boomenden Industrie.

Bei einer erfolgreichen Bewerbung müssten die Kandidaten regelmäßig Feedback zu unterschiedlichen Cannabis-Sorten geben, ihre Erkenntnisse in Online-Formulare eintragen und in sozialen Netzwerken davon berichten, heißt es in der Jobbeschreibung. 

Dass es sich bei der Stelle um Heimarbeit handelt, dürfte manchen Cannabis-Nutzern entgegenkommen: "Diese Rolle verlangt keine physische Anwesenheit im Büro und auch keinen Wohnsitz in Toronto", heißt es. Der Rücklauf auf die Ausschreibung sei gewaltig, hieß es.

+++ 9.28 Uhr: Kölner Geiselnehmer weiter auf Intensivstation +++

Nach der Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof wird der angeschossene Täter weiter auf der Intensivstation behandelt. Das sagte ein Polizeisprecher. Der Geiselnehmer war am Montag von einem Spezialeinsatzkommando angeschossen und überwältigt worden. Anschließend wurde er reanimiert.

Der bewaffnete Mann hatte zuvor in dem Bahnhof einen Molotowcocktail gezündet und sich dann mit einer Geisel in einer Apotheke verschanzt. Das SEK stürmte schließlich das Geschäft.

Die Identität des Geiselnehmers war zunächst noch nicht zweifelsfrei geklärt. Am Tatort wurden aber laut Polizei Papiere eines 55 Jahre alten Syrers gefunden, der eine Duldung bis Mitte 2021 erhalten habe. Der Täter sei nach den ersten Ermittlungen mit "hoher Wahrscheinlichkeit" der Besitzer der Papiere.

+++ 9.15 Uhr: Bezos verteidigt Angebot für Pentagon-Auftrag +++

Amazon-Chef Jeff Bezos hat das Angebot seines Konzerns für einen Cloud-Computing-Auftrag des Pentagons verteidigt. "Dies ist ein tolles Land, und es ist nötig, dass es verteidigt wird", sagte Bezos am Montag auf einer Konferenz in San Francisco. Google hatte sich erst vergangene Woche aus dem Bieterrennen zurückgezogen und auf ethische Bedenken verwiesen.     

Das Geschäft mit dem US-Verteidigungsministerium hat einen Umfang von bis zu zehn Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro). Bei dem Jedi-Projekt (Joint Enterprise Defense Infrastructure) geht es darum, die Computersysteme des Pentagons zu modernisieren.

Bezos sagte am Montag, "wir werden auch weiterhin das Verteidigungsministerium unterstützen". Wenn große Technologieunternehmen dem Ministerium "den Rücken kehren, dann ist dieses Land in Not".

+++ 9.11 Uhr: Durchsuchung nach Geiselnahme in Köln +++

Nach der Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof hat es nach Ermittlerangaben eine Durchsuchung gegeben. Zum Ort und Zeitpunkt des Einsatzes machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Ein bewaffneter Mann hatte am Montag an dem Bahnhof einen Molotowcocktail gezündet und sich dann mit einer Geisel in einer Apotheke verschanzt. Ein Spezialeinsatzkommando stürmte schließlich das Geschäft. Der Täter, die Geisel und zwei weitere Menschen wurden verletzt.

+++ 9.08 Uhr: Aiwanger rechnet fest mit Koalition aus Freien Wählern und CSU +++

Der Vorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, rechnet fest mit einer Koalition seiner Partei mit der CSU in Bayern. "Ich glaube, dass die Würfel gefallen sind", sagte Aiwanger im Hörfunksender Bayern 3. Die Freien Wähler würden mit "guten Ideen und einer vernünftigen Geschäftsgrundlage" in die Gespräche gehen. "Wir sind keine Querulanten, wir sind aber auch nicht ganz billig zu haben", sagte er.     

Die Grünen sehen dagegen die Koalitionsfrage noch nicht entschieden. Spitzenkandidatin Katharina Schulze sagte dem Sender, die Menschen in Bayern hätten für Veränderung gestimmt: "Dieser Veränderungswunsch darf von den anderen Parteien nicht einfach mit einem Weiterso beantwortet werden." Mit den Grünen könne jederzeit über eine gerechte und ökologische Politik gesprochen werden, sagte Schulze. Mit dieser Haltung werde ihre Partei in das Sondierungsgespräch am Mittwoch gehen.    

Die CSU will am Mittwoch mit den in Frage kommenden Parteien Sondierungsgespräche führen. Neben den Freien Wählern wären rechnerisch auch Bündnisse mit den Grünen, die zweitstärkste Fraktion wurden, und der SPD möglich.

+++ 8.52 Uhr: Oberbayern-CSU fordert Parteitag zur Aufarbeitung der Wahl-Pleite +++

Nach dem CSU-Fiasko bei der Landtagswahl fordert der größte CSU-Bezirksverband einen Parteitag zur Aufarbeitung der Wahlniederlage noch in diesem Jahr. Der Bezirksvorstand der Oberbayern-CSU sprach sich in einer Sitzung am Montagabend klar für ein solches Treffen aus, wie die Bezirksvorsitzende Ilse Aigner der Deutschen Presse-Agentur sagte. Dort solle gemeinsam mit der Basis über den Ausgang der Wahl und mögliche Konsequenzen diskutiert werden. Der Parteitag solle nach Abschluss der Regierungsbildung in Bayern sein, aber noch in diesem Jahr. 

Direkte Forderungen nach personellen Konsequenzen gab es nach Angaben Aigners im Bezirksvorstand allerdings nicht. Offen sei auch geblieben, ob es einen kleinen oder großen Parteitag geben solle.

+++ 8.41 Uhr: Zugverkehr nach Sperrung des Kölner Hauptbahnhofs wieder angelaufen +++

Nach der stundenlangen Vollsperrung des Kölner Hauptbahnhofs wegen einer Geiselnahme hat sich der Bahnverkehr am Dienstag wieder weitgehend normalisiert. Der S-Bahn- und der Regionalverkehr liefen am Morgen planmäßig an, wie eine Bahnsprecherin in Düsseldorf sagte. Im Fernverkehr gab es demnach noch vereinzelt Beeinträchtigungen. Von der fünfstündigen Vollsperrung des Kölner Hauptbahnhofs während des Polizeieinsatzes am Montag waren mehrere hundert Züge betroffen.     Die Geiselnahme in einer Apotheke im Hauptbahnhof hatte am Montagnachmittag ein blutiges Ende genommen. Beamte eines Spezialeinsatzkommandos schossen den Täter nieder, als dieser offenbar die weibliche Geisel anzünden wollte. Der Mann wurde lebensgefährlich verletzt.

+++ 8.09 Uhr: Geiselnahme in Köln - Gesundheitszustand der Opfer unverändert +++

Einen Tag nach der Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof ist der Gesundheitszustand der drei verletzten Opfer unverändert. Wie es dem angeschossenen Geiselnehmer geht, konnte eine Sprecherin der Polizei zunächst nicht sagen. Unter den Opfern war auch ein 14 Jahre altes Mädchen. Über den Kurznachrichtendienst Twitter rief die Kölner Polizei am Morgen Zeugen dazu auf, "unter nrw.hinweisportal.de Fotos und Videos hochzuladen, die in möglichem Zusammenhang mit dem Tatgeschehen stehen könnten". Die Ermittlungen liefen auf Hochtouren, hieß es dort. Es gebe aber vorerst keine neuen Erkenntnisse, sagte die Sprecherin. 

Der bewaffnete Täter hatte am Montag in einem Schnellrestaurant einen Molotowcocktail gezündet und sich dann mit einer Geisel in einer Apotheke verschanzt. Ein Spezialeinsatzkommando stürmte schließlich die Apotheke. Die Geisel und zwei Menschen in dem Schnellrestaurant wurden verletzt. Die Identität des Täters ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Am Tatort wurden aber laut Polizei Papiere eines 55 Jahre alten Syrers gefunden, der eine Duldung bis Mitte 2021 erhalten habe. Der Geiselnehmer sei nach den ersten Ermittlungen mit "hoher Wahrscheinlichkeit" der Inhaber.

Geiselnehmer schwer verletzt: Polizei setzt mit Spezialkräften Geiselnahme in Köln ein Ende

+++ 7.29 Uhr: Durchsuchung vom saudischen Konsulat in Istanbul abgeschlossen +++

Türkische und saudische Ermittler haben die Durchsuchung des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul abgeschlossen. Ziel des gemeinsamen Einsatzes war es, den Verbleib des seit zwei Wochen verschwundenen Journalisten und Regimekritikers Dschamal Chaschukdschi aufzuklären. Die Ermittler hätten das Gebäude nach neun Stunden wieder verlassen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Demnach haben die Ermittler auch Proben aus dem Garten des Konsulats mitgenommen. Außerdem seien zwei Müllwagen der Gemeinde ins Konsulat gefahren, unklar war zunächst warum.

Zugleich berichteten der US-Fernsehsender CNN sowie die Zeitungen "New York Times" und "Wall Street Journal", dass Saudi-Arabien in Kürze eine Erklärung zum Schicksal Chaschukdschis abgeben wolle. Demnach soll sein Verhör schiefgegangen sein. CNN berichtete unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, der Plan sei gewesen, den Saudi zu entführen, aber nicht zu töten. US-Präsident Donald Trump sagte nach einem Telefongespräch mit dem saudi-arabischen König Salman, es habe danach geklungen, als ob es ein Einzeltäter, ein rogue killer, gewesen sei. Das saudische Königshaus weist nach wie vor jede Beteiligung am Verschwinden von Chaschukdschi von sich.

+++ 6.10 Uhr: Bahn: Schienenverkehr nach Geiselnahme wieder weitgehend im Takt +++

Nach der Sperrung des Kölner Hauptbahnhofs wegen einer Geiselnahme am Montag erwartet die Bahn einen weitgehend reibungslosen Start in den Tag. "Der Nah- und Regionalverkehr kann planmäßig fahren", sagte eine Bahnsprecherin. Im Fernverkehr kann es jedoch teilweise zu Verzögerungen und Ausfällen kommen. Das Unternehmen bittet Reisende daher, sich vor Beginn ihrer Fahrt über ihre Verbindungen zu informieren.

Am Montagabend sei es noch möglich gewesen, Reisende mit Zügen nach Berlin und Frankfurt zu bringen. Kunden, die nicht weitergekommen seien, hätten Taxi- und Hotel-Gutscheinen bekommen. Insgesamt seien mehrere Hundert Gutscheine ausgeteilt worden. Im Bahnhof sei niemand gestrandet, so dass der Infoschalter im Kölner Hauptbahnhof in der Nacht teilweise komplett leer gewesen sei.

Ein Spezialeinsatzkommando hatte am Montagnachmittag eine Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof beendet, bei der vier Menschen verletzt worden waren. Die Sicherheitsbehörden schließen einen terroristischen Hintergrund nicht aus, ermitteln aber nach eigenen Angaben in alle Richtungen.

+++ 5.28 Uhr: New York erlebt erstes Wochenende ohne Schießerei seit 25 Jahren +++

New York hat erstmals seit 25 Jahren ein Wochenende ohne Schießerei erlebt. "Es gab am Freitag, Samstag und Sonntag weder Schießereien noch Morde", sagte der Polizeichef der US-Metropole, James O'Neill. "Das ist das erste Mal seit Jahrzehnten, und darauf kann nicht nur die New Yorker Polizei stolz sein, darauf können alle New Yorker stolz sein." Der Polizei zufolge gab es in der Millionenstadt zuletzt 1993 ein Wochenende ohne Schießerei.

+++ 5.11 Uhr: Stiftung Warentest drängt betroffene Dieselbesitzer zur Klage gegen VW +++

Die Stiftung Warentest hat vom Abgasskandal betroffene VW-Kunden dazu ermuntert, sich der ersten Musterfeststellungsklage gegen den Autobauer anzuschließen. Zwar setzten sich vor Gericht bereits hunderte Autobesitzer "erfolgreich gegen VW durch", erklärte die Stiftung am Dienstag laut Vorabmeldung der neuen "Finanztest"-Ausgabe. Spätestens in der zweiten Instanz knickten Hersteller und Händler aber regelmäßig ein und so würden "verbraucherfreundliche Grundsatzurteile" verhindert.

"Wer den Aufwand einer eigenen Klage bisher scheute, hat nun eine einfache Möglichkeit, doch noch zu seinem Recht zu kommen", erklärte Rechtsexperte Christoph Herrmann von "Finanztest". In ihrer November-Ausgabe sowie online informiert die Stiftung Warentest über die ab Anfang November zur Verfügung stehende Musterfeststellungsklage. Zum 1. November tritt ein Gesetz in Kraft, mit dem Verbraucher vertreten durch Verbände gemeinsam vor Gericht gegen ein Unternehmen vorgehen können.

+++ 4.49 Uhr: FDP fordert härteres Durchgreifen der Regierung im Abgasskandal +++

Der FDP-Verkehrspolitiker Oliver Luksic fordert im Abgasskandal angesichts eines bevorstehenden Rückrufs bei Opel ein härteres Durchgreifen der Regierung. "Opel mit PSA ist nicht der einzige Autohersteller aus dem Ausland, der auffällig ist", sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion in Berlin der Deutschen Presse-Agentur. "Es muss auch eine Lösung für andere ausländische Hersteller auf den Tisch, die rechtlichen Grauzonen haben wohl alle gedehnt und teilweise überstrapaziert."

Video: Scheuer wendet sich an "Hardware-Nachrüstungsfetischisten"

Mit Opel steht der nächste deutsche Autobauer im konkreten Verdacht, die Abgase von Dieselfahrzeugen mit umstrittenen Software-Funktionen manipuliert zu haben. Am Montag durchsuchten Ermittler mehrere Stunden lang wegen möglichen Betrugs Geschäftsräume in Rüsselsheim und Kaiserslautern. Laut dem Bundesverkehrsministerium gibt es zudem einen amtlichen Rückruf für rund 100.000 Autos der Typen Insignia, Cascada und Zafira. Opel weist die Vorwürfe zurück.

+++ 4.23 Uhr: Sammelabschiebungen in europäische Staaten 2018 drastisch gestiegen +++

Deutschland hat im laufenden Jahr bereits mehr als drei Mal so viele Migranten per Charterflug in andere europäische Staaten überstellt wie 2017. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Wichtigstes Zielland war dabei Italien.

Demnach schob die Bundespolizei von Januar bis Juli 485 Menschen auf insgesamt 17 Dublin-Sammelflügen ab. Im Vorjahr waren es 153 Menschen auf sieben Flügen, 2016 waren es noch 26 Menschen auf zwei Flügen. Nach den Dublin-Regeln ist normalerweise jener EU-Staat für Asylanträge zuständig, auf dessen Boden Schutzsuchende zuerst den Boden der Europäischen Union betreten haben. Auch Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein sind Teil des Systems.

Die Gesamtzahl der Rückführungen in Dublin-Staaten liegt deutlich höher, weil viele weitere Menschen per Linienflug abgeschoben werden. Allein im zweiten Quartal 2018 wurden so 2422 Personen in andere Dublin-Staaten gebracht, wie aus einer früheren Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorging. 

+++ 2.54 Uhr: Pornodarstellerin Stormy Daniels scheitert mit Verleumdungsklage gegen Trump +++

US-Präsident Donald Trump hat in den juristischen Auseinandersetzungen mit Pornodarstellerin Stormy Daniels einen Erfolg erzielt. Ein Richter in Los Angeles wies eine Verleumdungsklage der Darstellerin gegen den Präsidenten zurück. Ein Tweet Trumps über Daniels sei durch die Redefreiheit gedeckt, erklärte Richter S. James Otero.    

Trump hatte im April im Kurzbotschaftendienst Twitter Angaben der Pornodarstellerin zurückgewiesen, sie habe durch Androhung von Gewalt davon abgehalten werden sollen, über ihr angebliches sexuelles Abenteuer mit Trump zu sprechen. Eine Phantomzeichnung des Mannes, der Daniels bedroht haben soll, sei "totaler Beschiss", schrieb der US-Präsident. Das Porträt zeige einen "nicht-existenten Mann".

+++ 2.16 Uhr: Medien: Saudi-Arabien könnte gewaltsamen Tod von Khashoggi einräumen +++

Saudi-Arabien erwägt Medienberichten zufolge, einen gewaltsamen Tod des verschwundenen regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi einzuräumen. Der US-Nachrichtensender CNN berichtete, Saudi-Arabien bereite einen Bericht vor, demzufolge Khashoggi während eines schief gelaufenen Verhörs bei einem Entführungsversuch gestorben sei.    

CNN beruft sich bei seinem Bericht auf zwei Quellen. Eine davon hob hervor, der saudiarabische Bericht sei noch nicht abgeschlossen und könne noch umgeschrieben werden. Die zweite Quelle sagte, in dem Bericht dürfte festgehalten werden, dass die gegen Khashoggi gerichtete Operation ohne Genehmigung von oben abgelaufen sei - und dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. Auch die US-Zeitung "Wall Street Journal" berichtete, das Königreich erwäge zu erklären, Khashoggi sei versehentlich während eines Verhörs getötet worden.

+++ 0.56 Uhr: Seehofer kritisiert Schäuble-Aussagen zur Kanzlerin +++

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat einem Medienbericht zufolge Aussagen von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zur Stellung von Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) kritisiert. "Ich frage mich: Wem nutzen solche Äußerungen?", sagte Seehofer zu "Bild". "Die CSU wird ja gern für vermeintliche Querschüsse kritisiert. An diesem Wochenende sind gleich drei CDU-Leute über den eigenen Laden hergezogen (...) Das ist wenig hilfreich." 

Schäuble hatte zuletzt dem Südwestrundfunk (SWR) gesagt, Merkel sei "nicht mehr so unbestritten". Angesichts vieler unionsregierter Jahre machte er "Ermüdungseffekte" in Deutschland aus. 

Angesprochen auf Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU), der der CSU nach deren Landtagswahl-Niederlage personelle Konsequenzen nahegelegt hatte, und Kritik des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) an der CSU sagte Seehofer: "Das ist in Ton und Inhalt zumindest ungewöhnlich, aber wir haben uns darauf verständigt, dies nicht zu kommentieren. Wir wünschen Volker Bouffier und der CDU ein gutes Wahlergebnis in Hessen." Auf die Frage, ob ein Neustart in den Beziehungen zwischen CDU und CSU nötig sei, sagte Seehofer dem Bericht zufolge: "Nein, einen Neustart braucht es nicht." Aus seiner Sicht könnte sich "manch einer mehr am Riemen reißen". Insgesamt laufe es aber ganz gut.

+++ 0.48 Uhr: Aufregung um vermeintliche Schüsse in Kölner Innenstadt +++

Wenige Stunden nach der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof sind bei der Polizei mehrere Notrufe wegen vermeintlicher Schüsse am nahegelegenen Ebertplatz eingegangen. Laut Zeugenaussagen seien bei einer Auseinandersetzung zwischen rund 15 Menschen mehrere Schüsse abgegeben worden, sagte ein Polizeisprecher. Der Platz sei abgeriegelt worden, es seien aber keine Patronenhülsen oder sonstige Hinweise auf den Einsatz einer scharfen Waffe gefunden worden. Es sei auch niemand verletzt worden.    

In der Nähe des Platzes sei ein Obdachloser festgenommen worden, der eine Schreckschusswaffe bei sich trug, sagte der Polizeisprecher. Ob der Mann damit geschossen habe, sei noch unklar.

+++ 0.24 Uhr: Gabriel: Bundesregierung muss Kraft zu Neustart finden +++

Der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat seine Partei dazu aufgerufen, nach dem Wahl-Debakel in Bayern auf eine bessere Arbeit der Bundesregierung und nicht auf ein rasches Ende der großen Koalition zu setzen. "Eine neue Regierungskrise auszulösen, weil man die Brocken hinschmeißt, macht Deutschland bestimmt nicht stabiler", sagte der Ex-Außenminister zu "Bild". Er rate dazu, "diesen Denkzettel zu akzeptieren und die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Das heißt vor allem erst mal, besser zu regieren. Es gibt ja genug zu tun."  

"Schmerzliches Ergebnis": Über alles reden - SPD analysiert Bayernwahl

Unabhängig davon, wie seine Partei bei der hessischen Landtagswahl in knapp zwei Wochen abschneide, so Gabriel, müsse die Bundesregierung "die Kraft zu einem Neustart finden. Übrigens auch, weil ganz Europa still steht, wenn es so weiter geht in Deutschland. Wir sind zu groß, um uns mit uns selbst zu beschäftigen."

+++ 0.22 Uhr: Microsoft-Mitbegründer Paul Allen an Krebs gestorben +++

Microsoft-Mitbegründer Paul Allen ist tot. Der 65-jährige US-Milliardär starb an den Folgen einer Krebserkrankung, wie seine Familie am Montag mitteilte. Allen hatte Microsoft 1975 zusammen mit Bill Gates gegründet, 1983 verließ er den Software-Giganten. 

Microsoft-Mitbegründer Paul Allen an Krebs gestorben
fs / DPA / AFP