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6. Januar 2012, 07:30 Uhr

Orkan "Andrea" geht die Puste aus

Nach zwei stürmischen Tagen kehrt in Deutschland wieder Ruhe ein. Die für die Nacht erwartete Sturmflut an der Küste verlief glimpflich. Auch an Rhein und Mosel ist die Lage relativ entspannt. Doch das Wetter bleibt unruhig.

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Eine Spaziergängerin trotzt auf der Promenade von Borkum dem Wind. Die Sturmflut an der Küste verlief glimpflich© Reinhold Grigoleit/DPA

Orkan "Andrea" ist in der Nacht zum Freitag die Puste ausgegangen, und in Deutschland kehrte nach stürmischen Tagen mit einer Toten, Verletzten, peitschendem Regen und Schnee langsam wieder etwas Ruhe ein.

Die für die Nacht angekündigte Sturmflut ist einigermaßen glimpflich verlaufen. Sowohl Hamburg und Bremen als auch die Nord- und Ostseeküste blieben von großen Wassermassen verschont, wie Polizei und Feuerwehren mitteilten. Auf dem Hamburger Fischmarkt bekam man dennoch nasse Füße. Das Wasser stand hier bei etwa 1,25 Meter.

In Bremen war der höchste Wasserstand bereits gegen Mitternacht erreicht. An der Promenade im Stadtteil Vegesack mussten zwei Autos aus dem Wasser gezogen werden. In der Innenstadt standen Gehwege am Osterdeich unter Wasser

Hochwasserlage an Rhein und Mosel unproblematisch

Auch die Hochwasserlage an Mosel, Rhein und Lahn blieb in der Nacht relativ entspannt. Der Pegel bei Trier lag in den frühen Morgenstunden bei rund 8,0 Metern. Das Wasser- und Schifffahrtamt Bingen/Oberwesel erwartet keine deutliche Verschlechterung der Situation für Freitag. Nach Angaben der Polizei Trier stehen bisher einige tieferliegende Straßen unter Wasser. "Das ist nichts Besonderes", sagte ein Sprecher.

Im Rest der Bundesrepublik kam es in der Nacht nur noch vereinzelt zu kleineren Sturmeinsätzen. In Sachsen wurden einige Autos durch herabstürzende Äste beschädigt. Umgefallene Bäume mussten von den Feuerwehren beseitigt werden. In Sachsen-Anhalt meldete die Polizei Halle eine vom Winde verwehte Fassade. In Bayern gab es leichten Schneefall - Unfälle wurden zunächst nicht gemeldet.

Zug entgleist, Kirche in Brand

Am Donnerstag hatte Sturmtief "Andrea" für mächtig Wirbel gesorgt. In Bayern starb eine Autofahrerin, weil eine Sturmböe einen anderen Wagen auf die Gegenfahrbahn drückte. Im Emsland fegte eine Windböe ein Auto gegen einen Baum - die 23 Jahre alte Fahrerin wurde sehr schwer verletzt. Im Münsterland entgleiste ein Regionalzug beim Zusammenstoß mit einem umgestürzten Baum.

In Wald im Ostallgäu ging eine Kirche in Flammen auf. Die Spitze des 60 Meter hohen Kirchturms brannte lichterloh und brach trotz stundenlanger Löschversuche ab. Die Trümmer fielen nach Angaben der Polizei auf das Kirchengelände und die Straße der Ortschaft. Verletzt wurde niemand. Ursache war vermutlich ein Blitzeinschlag.

In den kommenden Tage bleibt es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach sehr windig, teils mit schweren Sturmböen. In höheren Lagen sind weiterhin starke Schneefälle möglich. Für die Ostseeküste meldet das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie die Gefahr einer Sturmflut.

kng/AFP/DPA
 
 
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