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26. April 2010, 12:22 Uhr

Auto Club Europa will Daimler in Haftung nehmen

Der tödliche Unfall durch eine Mercedes-Testfahrer hat eine heftige Debatte ausgelöst. Nun fordert der Auto Club Europa eine Mithaftung von Daimler. Zudem will er ein Verbot von Probeläufen auf öffentlichen Straßen.

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Das Testauto nach dem tödlichen Unfall: ein 26-Jähriger kam zu Tode© Nonstopnews/Michael Würth/DPA

Der Auto Club Europa (ACE) fordert Konsequenzen aus der tödlichen Testfahrt eines Mercedes-Prototyps: Er verlangt eine Mithaftung des Daimler-Konzerns. "Der betriebliche Verhaltenskodex für die Testfahrer mit der Aufforderung, sich strikt an die Verkehrsregeln zu halten, ist das Papier nicht wert, auf dem er steht", sagte ein ACE-Sprecher heute in Stuttgart. Nach nun vier Toten durch Testfahrer auf öffentlichen Straßen müsse überlegt werden, "ob Daimler als Fahrzeughalter in Mithaftung genommen werden muss".

In der Nacht zum Samstag war der Testfahrer eines neu entwickelten Mercedes der M-Klasse auf der Autobahn 81 bei Rottweil mit hoher Geschwindigkeit in eine Unfallstelle gerast. Dabei wurde ein 26-jähriger Mann getötet, der nach dem Unfall auf der linken Fahrspur sein beschädigtes Auto verlassen hatte. Der 52-jährige Testfahrer wurde schwer verletzt.

Die Hoffnung auf eine schnelle Aufklärung des Unfalls schwindet jedoch: Der Testfahrer verweigert jede Aussage. Auch ein Gutachten, das eigentlich binnen weniger Tage vorliegen sollte, werde wohl noch einige Wochen brauchen, sagte ein Polizeisprecher. Ursprünglich war von einigen Tagen die Rede. Die Staatsanwaltschaft prüfe dann auf Grundlage des Gutachtens und der Zeugenaussagen, ob gegen den Testfahrer wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt werde.

Hillgärtner plädierte erneut dafür, dass Autohersteller ihre Neuentwicklungen, die sogenannten Erlkönige, bei sehr hohem Tempo ausschließlich auf Teststrecken und nicht auf öffentlichen Straßen testen. Ansonsten verstießen sie gegen Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung, wonach sich jeder Verkehrsteilnehmer unter anderem so zu verhalten hat, dass "kein anderer geschädigt" oder "gefährdet" wird.

In den vergangenen Jahren kamen mehrfach Menschen bei Unfällen von Mercedes-Testfahrern ums Leben: Am 14. Juli 2003 verursachte einer von ihnen auf der Autobahn bei Karlsruhe den Tod einer 21-jährigen Autofahrerin und ihrer zweijährigen Tochter. Im Februar 2005 kam zudem ein Testpilot bei einer Fahrt von Stuttgart ins nordschwedische Arjeplog wegen zu hohem Tempos in einer Kurve von der schneebedeckten Straße ab. Dabei erfasste er eine 44-jährige Mutter und verletzte sie tödlich.

AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 38)
 
ganzbaf (26.04.2010, 19:51 Uhr)
Mit was sonst?

Nur wegen der tödlichen Gefahren befürwortet eine deutliche Mehrheit in Deutschland ein Tempolimit auf BABs.

Merkle: Mit vorgeblichen "Neidargumenten" betreibt man keine Anti-Meinungsmache, mein Herr ;-S



butcher99 (26.04.2010, 18:05 Uhr)
den ACE
sollte man wohl tunlichst meiden.
Mit Unfalltoten betreibt man keine Meinungsmache. Wer unangemessen Rast, der begeht eine Straftat unabhänging davon, ob er in einem Mercedes oder einem VW sitzt. Mercedes hat unberechtigter Weise anscheinend noch Neidpotential.
olga1805 (26.04.2010, 17:57 Uhr)
Zudem will er ein Verbot von Probeläufen . . .
auf öffentlichen Straßen. Nach wieviel weiteren Toten soll denn das greifen ? Es ist ja nun wirklich nicht das erstemal. Zum Tempolimit : Da sich alle "Umlieger" freuen in Deutschland mal so richtig die Sau raus zu lassen denke ich, andere Staaten sind da weit vernünftiger. Was "SPEED" wirklich bringt hören wir täglich in den Unfallmeldungen.
ganzbaf (26.04.2010, 16:39 Uhr)
Es kommt nur deswegen (noch) nicht...

weil wir von Wirtschaftslobbyisten regiert werden.
ganzbaf (26.04.2010, 16:38 Uhr)
@setlog: "Mehrheit der Deutschen ist für Tempolimit...

Die Deutschen ? ein Volk der Raser? Das Vorurteil scheint sich nicht zu bestätigen. Immerhin sprechen sich über 80 Prozent für eine Beschränkung der Geschwindigkeit auf Autobahnen aus."

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,468937,00.html
DerBandit (26.04.2010, 16:09 Uhr)
@Bayernstammler
Na dem gibt es ja nichts mehr hinzuzufügen. Ausser das das für setlog und seine Viel7Schnellfahrer natürlich nicht gilt. Da sind immer die Schwächeren schuld, die im Weg rumstehen.
Bayernstammler (26.04.2010, 16:00 Uhr)
Was nützt dieses Geschreibsel
Ihr könnt es alle drehen und wenden, wie ihr wollt. Paragraph 1 greift und das heißt ganz einfach, dass Du "immer" so zu fahren hast, dass Du einen Unfall vermeiden kannst. In der Nacht bedeutet das z.B., die Geschwindigkeit ist der "Sichtweite", also Reichweite des Abblendlichtes anzupassen, incl. Reaktions- und Bremsweg.
Zusätzlich sei jedem, der hier den Fahrer des Erlkönigs rein waschen will und vielleicht selbst gern schnell fährt (ich auch) , das Urteil des BGH wärmstens empfohlen, auch für den eigenen Gebrauch (AZ: VI ZR 62/91). Die sog. Richtgeschwindigkeit von 130 ist im Prinzip ein Tempolimit durch die Hintertür, weil ab da die Haftungsfrage sehr restriktiv ausgelegt wird. Es wird da auch von einem Idealfahrer gesprochen. Er ist derjenige, der jede Situation beherrschen kann. Ist das jemand von den Schreiberlingen hier?
setlog (26.04.2010, 16:00 Uhr)
@ganzbaf
Soso, will das die Bevölkerung? Also ich kenn nur vereinzelte Personen, die das wünschen. Und diese sind A sehr wenig auf Autobahnen unterwegs und/oder B fahren mit 90 hinter LKWs auf Autobahnen hinterher. Jeder den ich kenne, der beruflich oder privat viel unterwegs ist, ist gegen ein generelles Tempolimit. Und das ist ja anscheinend auch der Konsens der meisten Autobahnnutzer. Sonst wäre das schwachsinnige Tempolimit schon gekommen ;)
DerBandit (26.04.2010, 15:59 Uhr)
Im übrigen ...
beträgt der Anhalteweg bei 130 km/h so ca. 125 Meter. Bei 230 km/h liegen wir bei 359 Meter. So schlappe 230 Meter länger .....
setlog (26.04.2010, 15:57 Uhr)
@DerBandit
Dann zolle ich Ihnen Respekt. Wenn Sie bei 130km/h, in der Nacht und nach wer weiß wievielen ermüdenten 130er Kilometern eine Person auf der linken Fahrspur erkennen. Ich nehme mal an, Sie kennen gar nicht den Unterschied zwischen 130 km/h und 200 km/h, da Sie es ablehnen "so schnell" zu fahren?
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