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11. Mai 2010, 15:02 Uhr

Klassenfahrt endet im Londoner Knast

Auf einer Klassenfahrt in London sollen zwei Lübecker Schüler eine 15-Jährige zum Oralsex gezwungen haben. Am Mittwoch entscheidet ein Gericht, ob die beiden in U-Haft bleiben müssen. Von Cornelia Fuchs und Manuela Pfohl

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Zwei Lübecker Berufsschüler sitzen in London in U-Haft. Vorwurf: Vergewaltigung© Sang Tan/AP

Sie hatte sich eigentlich auf eine fröhliche Klassenfahrt gefreut. Ziel: London. Doch für eine 15- jährige Realschülerin aus der Nähe von Bremen wurde daraus ein Horrortrip. Azad E. und Arman P., zwei 19-jährige Berufsschüler aus Lübeck, sollen sie in der vergangenen Woche in einem Londoner Jugendhotel zum Oralsex gezwungen haben. Ein schwerer Vorwurf, den die Metropolitan Police in der britischen Hauptstadt aber offenbar sehr ernst nimmt.

Die Polizei bestätigte, dass die beiden jungen Männer, die zur 12. Klasse des Fachgymnasiums Technik der Emil-Possehl-Schule, einer berufsbildenden Schule in der Hansestadt gehören, am Montag wegen des Verdachts der Vergewaltigung vorläufig festgenommen worden waren.

Die Ermittler erklärten, dass am Mittwoch am Southwark Crown Court eine Anhörung stattfinde. Dabei solle geklärt werden, ob die Lübecker Schüler auf Kaution freikommen. Ein Anwalt, der die Beschuldigten vertritt, hatte das beantragt. Die Realschülerin hingegen ist bereits nach Hause zurückgekehrt. Sie soll von der Bremer Polizei zum Tatgeschehen befragt werden.

Erst zusammen gefeiert, dann vergewaltigt?

Was genau sich in dem "Youth Hostel" in Westminster abspielte, müssen die Ermittlungen der Polizei zeigen. Laut "Lübecker Nachrichten" habe die Londoner Polizei bislang nur soviel bekannt gegeben: Am Donnerstag vergangener Woche sollen zunächst fünf 17 bis 19 Jahre alte Lübecker mit dem Mädchen, das mit seiner Klasse ebenfalls in dem Hostel wohnte, gefeiert haben. Dabei seien größere Mengen Alkohol geflossen. Im Laufe der Nacht sei es dann in einem der Herbergszimmer zu der Vergewaltigung gekommen.

Nach stern.de-Informationen hat Arman P. am 8. Mai Geburtstag. Lief da eine Geburtstagsparty gewaltig aus dem Ruder?

Laut "Lübecker Nachrichten" gibt es einen schweren Verdacht: Die beiden hätten die Tat möglicherweise genau geplant und ihr Opfer gezielt mit Alkohol abgefüllt. Und noch schlimmer: Sie stehen laut "Lübecker Nachrichten" außerdem im Verdacht, die Vergewaltigung mit ihren Handys gefilmt haben.

Die 15-Jährige habe sich unmittelbar nach der Tat ihrer Lehrerin anvertraut, die sofort die Behörden alarmierte. Daraufhin seien zunächst alle fünf Jungen festgesetzt worden. Nach 36 Stunden seien drei von ihnen wieder freigelassen worden. Doch gegen zwei wogen die Vorwürfe offenbar so schwer, dass sie in Haft blieben.

Noch ist unklar, wie es weitergeht

Die beiden Beschuldigten streiten die Vorwürfe allerdings ab. Die "Lübecker Nachrichten" zitieren den Sprecher des Kieler Bildungsministeriums, Thomas Schunck, mit den Worten: "Wir müssen den Vorfall jetzt minutiös mit den Lehrkräften aufarbeiten und prüfen, ob diese möglicherweise gegen ihre Aufsichtspflicht verstoßen haben." Bislang gebe es dafür allerdings keine Hinweise. "Die betreffenden Lehrer haben sofort die Schulleitung informiert, die wiederum die Schulaufsicht und uns als Ministerium eingeschaltet hat", so Schunck.

Zwar habe das Land die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Lübeck um Unterstützung bei den Ermittlungen gebeten. Wie es jetzt juristisch weitergeht, sei jedoch noch völlig unklar - vor allem, ob und wie lange die Beschuldigten in britischer Haft bleiben müssen. "Die Entscheidungsgewalt obliegt allein den Behörden in Großbritannien", sagt ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Da es sich sowohl bei den vermeintlichen Tätern als auch bei dem angeblichen Opfer um deutsche Bürger handele, sei denkbar, dass der "Magistrate Court" in London das Verfahren an die hiesigen Behörden abgebe. Allerdings habe es auch schon Prozesse in Großbritannien gegeben, in denen die britische Justiz Ausländer verurteilt habe.

Es drohen bis zu zehn Jahre Haft

Der Lübecker Oberstaatsanwalt Klaus-Dieter Schultz konnte laut "Lübecker Nachrichten" zu den Vergewaltigungsvorwürfen gegen die beiden Schüler noch keine Angaben machen. Allerdings könnten eigene Ermittlungen in dem Fall grundsätzlich schwierig werden, zumal der angebliche Tatort London sei, das Opfer überdies nicht aus Schleswig-Holstein stamme. Entsprechend sei noch völlig unklar, ob beispielsweise ein Auslieferungsantrag an die britischen Behörden gestellt werden könne, so Schultz. Nach britischem Gesetz drohen den Beschuldigten im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Gefängnis.

Von Cornelia Fuchs und Manuela Pfohl
 
 
KOMMENTARE (10 von 33)
 
Administrator (11.05.2010, 16:21 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Diskussion.

Leider gab es in der letzten Stunde mehrere regelwidrige Beiträge, so dass wir das Gefühl haben, dass es besser ist, die Diskussion zu schließen.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre stern.de-Admins
auwei (11.05.2010, 16:14 Uhr)
Haben wir die Größe
...jetzt mal zur Abwechslung KEINE Staatsaffäre aus den Vornamen der (mutmaßlichen) Täter zu machen?
undjetztnochder (11.05.2010, 16:10 Uhr)
Leute beruhigt Euch
So abscheulich die Tat / die Vorwürfe auch sein mögen: lasst die britische Justiz mal machen! In Großbritannien herrscht wie in Deutschland Rechtsstaatlichkeit und ich habe großes Vertrauen darauf, dass der Fall aufgeklärt und die Täter - falls sich der Verdacht bestätigt - ein faires Verfahren bekommen und ggf. auch eine gerechte Strafe - und zwar ohne Ansehen der Person bzw. der Vornamen bzw. der Nationalität. Also bitte: etwas mehr Gelassenheit.
Leseratte79 (11.05.2010, 16:05 Uhr)
@Xennia
In welchem Jahrzent/Jahrhundert leben Sie denn? Wenn mehr menschen so denken würden, dann Gute Nacht liebe Welt...
Laramie (11.05.2010, 16:01 Uhr)
In London vor gericht
Die soll man lieber in London vor Gericht stellen. Bei deutschen Gerichten kommen die viel zu gut weg. Am besten noch ein Einreiseverbot fuer Deutschland im Anschluss ......
Wiebitte20081 (11.05.2010, 15:56 Uhr)
???
Azad und Aman................................
Hoffentlich haben die 2 einen deutschen Ausweis sonst hat London bald ein Problem mit deren Brüdern auf der ganzen Welt.

Wenns ein Deutscher gewesen wäre hätte es wieder geheisse,,,der arbeitslose Deutsche Peter F. aus Hechingen " oder so.Dazu gleich ein Bild der Strasse in der er wohnt.
SirDidimus (11.05.2010, 15:48 Uhr)
wann darf kommentiert werden?
zum thema mixa war kein kommentar möglich. bei dieser schmuddelsache darf frei kommentiert werden. verstehe ich nicht.

zum thema finde ich: doofe gibt es überall. ob deutsche oder nicht. wenn sie mist gebaut haben, dann muss strafe sein.

habe neulich ein bericht gehört in dem an beispielen widerlegt wurde, dass der deutsche knast ein sanatorium ist.
schmutz (11.05.2010, 15:46 Uhr)
Warum wurde hier die Kommentar Funktion freigeschaltet ?
Müssen zu einem abscheulichen Verbrechen auch noch Kommentare erlaubt sein.
auwei (11.05.2010, 15:20 Uhr)
@trannebaum
O tempora o mores - in jeder Zeit und unter allen Umständen... Wo ist nur die gute alte Zeit geblieben? Als Disziplin noch zählte, die Jungen Hanns und Wotan hießen und den Mädchen die Tür aufhielten. Als es Porno nicht gab, weil er verboten war und Deutschland voll sittlichem Ernst in die Zukunft blickte? Vorbei die schönen Jahre...
Johann58 (11.05.2010, 15:17 Uhr)
Was ist das denn wieder fuer eine merkwuerdige Diskussion?
Ersten ist es doch wohl voellig egal ob es Gymnasiaten oder Berufsschueler waren. Besteht ein dringender Tatverdacht ist es nur Recht wenn sie in U-Haft landen. Hatten die beiden mit dem Maedchen Sex ohne deren Einverstaendnis, dann handelt es sich um Vergewaltigung und sie muessen entsprechend verurteilt werden. Wenn nicht, dann wird sich das sicherlich ebenfalls herausstellen. Wenn die beiden das auch noch gefilmt haben, dann kann man nur davon ausgehen, dass es wirklich Idioten sind.

Besonders schwachsinnig ist ja der Hinweis, dass rot-gruen die Prostitution liberalisiert hat, das hat ja nun damit absolut nichts zu tun. Unbestreitbaren Einfluss auf das Sexualverhalten mancher ist die freie Verfuegbarkeit von Pornographie insbesondere im Internet, die Frauen meist als willige Sexmaschinen darstellt und dass es wohl Idioten gibt, die glauben das waere die Realitaet.

Vergewaltigung hat es aber schon immer gegeben, unabhaengig von rot/gruen, Pornographie oder sonstigem, in allen gesellschaften, in allen Sozialschichten und allen Kulturen. Es ist ein Verbrechen und muss bestraft werden.

Ansonsten gilt nach wie vor 'in dubio pro reo' und jede Tat muss als Einzeltat betrachtet werden ein Vergleich mit dem Fall Marco Weiss ist dummes Zeug.
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