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Hassprediger fordert Enthauptung von Wilders

Er ist umstritten und steht ohnehin ständig unter Personenschutz: Der niederländische Islamgegner Geert Wilders. Künftig könnte er noch mehr Bodyguards brauchen, denn ein Hassprediger hat zu seiner Enthauptung aufgerufen.

Ein prominenter Hassprediger hat radikale Muslime in den Niederlanden aufgerufen, den Islamgegner Geert Wilders zu enthaupten. Der Rechtspopulist habe Muslime und ihren Propheten beleidigt und müsse dafür sterben, erklärte der libanesisch-australische Islamfanatiker Feiz Muhammed nach einem Bericht der Zeitung "De Telegraaf" vom Freitag. Die Meldung weckt in den Niederlanden böse Erinnerungen: Vor sechs Jahren hatte ein Muslimfanatiker den Filmregisseur Theo van Gogh in der Öffentlichkeit niedergeschossen und ihm dann die Kehle durchgeschnitten. Wilders sagte, er sei geschockt und nehme die Drohung ernst.

Die Zeitung stellte eine Tonaufzeichnung ins Internet, die angeblich bei einer abgeschirmten Internet-Konferenz mit niederländischen Anhängern Muhammeds mitgeschnitten wurde. Darauf ist ein englisch sprechender Mann zu hören, den die Zeitung als den Hassprediger identifizierte: "Wer unsere Lehre verspottet, über den Islam lacht und ihn erniedrigt, muss getötet werden, enthauptet ihn, hackt ihm seinen Kopf ab!"

Wilders verlangt Aufklärung

Die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Quellen, der Mordaufruf sei möglicherweise schon kurze Zeit nach der Veröffentlichung des islamfeindlichen Propagandafilms "Fitna" durch Wilders im Jahr 2008 in Umlauf gebracht worden. Damals waren die staatlichen Sicherheitsvorkehrungen für Wilders, der Mitglied des Parlaments ist, erheblich verschärft worden.

Ein Sprecher der niederländischen Anti-Terrorismus-Behörde NCTB wollte sich dazu nicht konkret äußern. Er sagte aber, man sehe zurzeit keinen Grund, den ohnehin umfangreichen Personenschutz für den Chef der Partei für Freiheit (PVV) noch weiter zu verstärken. Wilders verlangte vom Geheimdienst AIVD, der laut "Telegraaf" ebenfalls über die Tonaufnahme verfüge, Auskunft, wieso er erst durch die Zeitung von dem Mordaufruf erfahre.

DPA/ben/DPA

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