Griechenland soll Inseln verkaufen

4. März 2010, 08:56 Uhr

Reif für die Inseln? CDU-Politiker Josef Schlarmann fordert das überschuldete Griechenland auf, unbewohnte Eilande zu verkaufen. Der Chef der Mittelstandsvereinigung knallhart: "Ein Bankrotteur muss alles, was er hat, zu Geld machen, um seine Gläubiger zu bedienen."

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Auch FDP-Finanzexperte Frank Schäffler fordert: Athen müsse "zum Beispiel unbewohnte Inseln verkaufen"©

Politiker von CDU und FDP haben die griechische Regierung aufgefordert, zur Bewältigung der Schuldenkrise Staatseigentum zu verkaufen. Griechenland besitze Gebäude, Firmen und unbewohnte Inseln, die für die Schuldentilgung eingesetzt werden könnten, sagte der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, der "Bild"-Zeitung. "Ein Bankrotteur muss alles, was er hat, zu Geld machen, um seine Gläubiger zu bedienen", sagte der CDU-Politiker.

FDP-Finanzexperte Frank Schäffler forderte Athen ebenfalls zum Verkauf von Staatseigentum auf: "Der griechische Staat muss sich radikal von Beteiligungen an Firmen trennen und auch Grundbesitz, zum Beispiel unbewohnte Inseln, verkaufen."

Auch der Vorsitzende der Jungen Gruppe der Unionsfraktion, Marco Wanderwitz, unterstützt die Vorschläge. Wenn die EU und damit auch Deutschland den Griechen Geld geben sollte, müsse es dafür gerade im Sinne der jungen Generation auch Sicherheiten geben, die im Notfall verkauft werden können. "Dabei kommen zum Beispiel auch einige griechische Inseln infrage", sagte Wanderwitz.

"Gott helfe uns"

Bei den Griechen dürfte der Rat nicht gut ankommen. Die Mehrheit der griechischen Presse reagierte am Donnerstag bereits schockiert auf das neue, harte Sparprogramm der Regierung. Viele Zeitungen befürchten Unruhen und ein langsames Aussterben des Marktes. "Gott helfe uns", intonierte die in Athen erscheinende konservative Zeitung "Apogevmatini". Es werde kein Geld für den Konsum geben. Nicht nur der Kleinhändler, sondern auch der Mittelstand könnte "aussterben", hieß es.

"Alle ärmer, damit wir nicht bankrott gehen", titelte auch die regierungsnahe "To Vima". "Der Markt stirbt aus", meinte die oppositionelle "Vradyni". "Harmagedon - das jüngste Gericht", hieß der Tenor in der regierungsnahen "Ethnos". Der "dunkle Tunnel" des endlosen Sparens werde mindestens drei Jahre dauern, meinte das Blatt weiter.

Renten eingefroren, Mehrwertsteuer erhöht

Der sozialistische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte am Vortag das mittlerweile dritte und schärfste Sparprogramm angekündigt, um die enormen Schulden des Landes in Höhe von rund 300 Milliarden Euro zu dämpfen. Unter anderem wurden alle Renten eingefroren, Weihnachtsgeld und Löhne von Staatsbediensteten beschnitten und die Mehrwertsteuern erhöht. Auch Benzin, Tabak und Spirituosen wurden erneut teurer. Im Januar und Februar waren schon einmal die indirekten Steuern erhöht worden.

Athen hat sich verpflichtet, unter strenger EU-Aufsicht und mit der Beratung von Experten der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF), seine Neuverschuldung bis 2012 unter die erlaubte Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken. Allein dieses Jahr soll das Defizit um vier Prozentpunkte sinken. 2009 hatte die Neuverschuldung in Griechenland 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht.

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KOMMENTARE (10 von 68)
 
Administrator (05.03.2010, 16:51 Uhr)
Liebe User,
wir haben an dieser Stelle einige Kommentare gelöscht. Bitte diskutieren Sie das Thema sachlich.

Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
brigitteramsau (04.03.2010, 22:42 Uhr)
Wir sollten Berlin verkaufen!
...das waere eine gute Problemloesung fuer uns alle.
Onzapintada (04.03.2010, 21:16 Uhr)
@germinal Griechische Inseln
So ist es. Griechische Inseln beschlagnahmen. Durch die deutschen Eliten. Deutsche Eliten kennt ihr nicht? Macht nichts, erklaer ich euch. Die deutschen Eliten, oder die sich so bezeichnen, versuchen jetzt dasselbe in Europa, was ihnen nach 1990 in Deutschland so gut gelungen ist. Die Mehrheit der deutschen Bevoelkerung spuert diese Erfolge durch gesetzlich erzwungene Niedrigloehne. Das kennt ihr. Und wenn es nach der Elite geht, ist danach Europa dran; zuerst soll nun offenbar an Griechenland ein Exempel statuiert werden.
Sie wollen nichts verstehen von ausgeglichener Wirtschaftspolitik, und ausgleichende Aussenpolitik interessiert sie auch nicht. Einig gegen Recht und Freiheit. Worauf sie sich verstehen, ist Propaganda. Wie punkten wir bei der absturzgefaehrdeten deutschen Mittel- und der armen Unterschicht, ohne denen real etwas zu geben? Das scheint ihnen zu gelingen. Und deshalb halten sie sich an der Regierung. Wir werden wohl noch lange unseren Spass mit ihnen haben.
Aber sie ueberreizen vielleicht wieder. Mit der Forderung nach griechischen Inseln heizen sie den Widerstand der Griechen an, was im Erfolgsfall (des Widerstandes gegen Lohnkuerzungen) auch der deutschen Bevoelkerung zugute kaeme. Das ist das einzig Positive daran.
iosono (04.03.2010, 17:10 Uhr)
Parteien abschaffen und
Management das abwählbar ist einsetzen.
Wirschaftsfachmann für die Wirtschaft,Jurist für Justitz,Arzt für die Gesundheit,ein Urlauber für das Ausseministerium,General oder Geistlicher für die Verteidigung......
alle 5 Jahre werdena dann die Personen ausgetauscht-oder auch nicht.kein Wahlkampf-keine Parteien
Wenn schon Deutschland AG dann aber auch richtig
mupfeline (04.03.2010, 17:07 Uhr)
Was für eine schofelige Gesellschaft
". Der Chef der Mittelstandsvereinigung knallhart: "Ein Bankrotteur muss alles, was er hat, zu Geld machen, um seine Gläubiger zu bedienen"

Und warum haben dann die Bürger ihre Steuergroschen nehmen müssen um die Banken vor der Pleite zu bewahren - abgesehen davon dass die Bankster trotzdem Millionenabfindungen erhielten ... Tollhaus Deutschland fällt mir da nur noch ein!

Und den Griechen solche Tipps zu geben ist absolut unterirdisch. Erstens geht uns das nichts an, zweitens ist es Sache der Griechen und Drittens und erstens und zweitens mache ich einen viel besseren Vorschlag: Wir verkaufen unsere Politiker - wir können uns nur verbessern ...

Nur leider - wer will die Truppe haben??? Ich befürchte nämlich dass wir auf der Truppe sitzenbleiben :(
germinal (04.03.2010, 16:13 Uhr)
Zuerst....
spalten sie die Gesellschaft, und jetzt versuchen sie dasselbe auch noch mit Europa. Diese verdammte Regierung muß weg!

So schlimme Zustände hatten wir schon lange nicht mehr in der Politik.
galonero (04.03.2010, 15:15 Uhr)
Griechenland
Kein Land der EU ist pleite, bankrott oder zahlungsunfähig. Wo es Schulden gibt, gibt es auch Vermögen (doppelte Buchführung).
Mal in Google eingeben: Wem gehört Deutschalnd
Und siehe da, die die schon viel haben , haben auch Staatsanleihen, also Steuern rauf, Vermögensteuer wieder einführen, dann schließt sich der geldkreislauf wieder!!!!!
Derril (04.03.2010, 13:52 Uhr)
@Nojiko:
Ich gebe Ihnen in vollen Zügen Recht. Die eigentlichen "Verbrecher" sind die Spekulanten, die nur Profit sehen und auf den Rest, auf gut Deutsch gesagt, sche*****.
Denen gehört das Handwerkt gelegt.
ABER: Wieso treiben die nicht ihr Unwesen mit DE, oder Österreich, Luxemburg etc.??
Wir brauchen nicht lange drum herum zu reden, GR hat die momentane Situatuion selbst zu verantworten und soll gefälligst auch selber da raus finden.
Spekulanten erleichtern ihnen nicht grade das Leben, gebe ich Ihnen Recht.
Nojiko (04.03.2010, 13:26 Uhr)
Verstehe
Auch Herr Schlarmann soll ja Jurist sein ... lebt in seiner sicheren kleinen Welt und meint, das Allheilmittel für alle sei, dass sich jeder (außer seiner selbst?) an überkommene Regeln und Gesetze halte - bloß schade, dass das nicht als Einbahnstraßesie funktioniert!
und @ Derril: Die Spekulanten haben vielleicht nicht alles alleine verursacht, aber sie verursachen vieles und verschärfen das meiste - und sie bereiten den Nährboden für die gesamte Misere in Europa, indem sie massiv an der Werteverzerrung gearbeitet haben! Heute zählt nicht mehr der Mensch, sondern nur noch Geld - daran wird der gesellschaftliche Wert eines Menschen gemessen, jetzt sogar eines ganzen Volkes, und das sollte uns allen zu denken geben!
iosono (04.03.2010, 12:52 Uhr)
@Nojiko-begründung
weil Merkel Dr.der Physik ist-sie sieht die Welt vielleicht mit anderen Augen(vom Weltraum aus?) und investiert mehr in Forschung,Wissenschaft,Bildung......kann ja noch kommen -)
ausserdem habe ich auf Schwarz-Grün spekuliert.
Ich kann einfach keine Juristen mehr sehen an der spitze des Staates-ob Regierung,Opposition,Gewerkschaften.... wir werden von Juristen überflutet-weltweit.
Ihre Qualität zeigt sich dann in den Gesetzten die regelmässig seit Jahren vom BGH gekippt werden.
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