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"Bobbygate" wird Fall für Staatsanwältin

Das Gratis-Bobbycar stand zunächst für ein Abflachen der Affäre um Christian Wulff und für mediale Hysterie. Doch jetzt beschäftigt das Gerät die Justiz. Und der Präsident zeigt, dass er selbst in den kleinsten Dingen nicht ganz korrekt ist.

Von Jan Rosenkranz und Hans-Martin Tillack

  Seit Mitte Januar steht im Raum, dass der Bundespräsidentensohn ein Bobbycar besitzt, dass er nicht besitzen dürfte. Was sich harmlos anhört, ist jetzt Gegenstand von Ermittlungen

Seit Mitte Januar steht im Raum, dass der Bundespräsidentensohn ein Bobbycar besitzt, dass er nicht besitzen dürfte. Was sich harmlos anhört, ist jetzt Gegenstand von Ermittlungen

Das Berliner Audi-Zentrum hatte Bundespräsident Christian Wulff und seiner Frau Bettina im vergangenen Jahr nicht nur einen luxuriösen Wagen vom Typ Q3 zu - so der Vorwurf - günstigen Leasingkonditionen vermittelt. Es hatte der Familie überdies ein Bobbycar für Sohn Linus (3) geschenkt. Was zunächst als etwas aufgeblasene Lappalie erschien, wird jetzt justiziabel.

Als "Bobbygate" Mitte Januar publik wurde, versuchte sich Wulffs Anwalt Gernot Lehr an einem Dementi. Für den Audi gebe es keinen "Prominentenrabatt". Und das Spielzeugauto werde gar nicht privat genutzt, suggerierte er - es stehe Kindern von Besuchern in der Spielecke des Schlosses Bellevue zur Verfügung.

Ein Blick auf die Terrasse

Zumindest letztere Aussage war wieder einmal eine echte wulffsche Halbwahrheit. Denn Tatsache ist: Noch am 6. Januar dieses Jahres stand das Bobbycar auf der Terrasse des Privathauses der Wulffs in Großburgwedel bei Hannover. Als der stern dazu erstmals am 19. Januar anfragte, stellte sich das Präsidialamt zunächst über eine Woche lang tot. Auf Nachfrage kam dann am 29. Januar doch noch eine Antwort, von Wulff-Anwalt Gernot Lehr. Er beschwerte sich wortreich über "ausspionierende Blicke auf die Terrasse des Privathauses unseres Mandanten" - und bestätigte am Ende dann eher kleinlaut: "Das betreffende Audi Bobbycar befand sich am 6.1.2012 in Großburgwedel."

Inzwischen beschäftigt das vermeintlich harmlose Spielzeug sogar die Strafjustiz. Die Berliner Oberstaatsanwältin Simone Herbeth bestätigte dem stern, dass auch wegen dieses Geschenks Vorermittlungen im Gange seien, neben Vorwürfen wegen der Audi-Leasingkonditionen und wegen gesponserten Kleidern für Bettina Wulff.

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