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7. September 2011, 22:39 Uhr

"Rösler, Lindner, Ihr Totengräber!"

Gemeinderat Karl Schützmeier von der FDP ist der Kragen geplatzt. Und das konnte auf dem Volksfest Gillamoos in Abensberg jeder sehen. Interview mit einem Rebell.

© Picture-Alliance Karl Schützmeier, 69 ... Inhaber einer Pension, ist FDP-Gemeinderat in Donaustauf. Auf dem bayerischen Volksfest Gillamoos bezog er unübersehbar Position zur Führungskrise der Liberalen.

Herr Schützmeier, Sie haben beim niederbayerischen Volksfest Gillamoos ein Plakat in die Luft gehalten, auf dem stand "Rösler, Lindner! Ihr Königsmörder seid die Totengräber der FDP." Dabei sind Sie selbst seit Jahren FDP-Gemeinderat. Was werfen Sie Ihrem Parteivorsitzenden und Ihrem Generalsekretär vor?

Rösler kann Westerwelle nicht das Fußwasser reichen. Mit Rösler steht die Partei vor dem Abgrund. Er wollte liefern, aber was er liefert sind zehn Prozent Minus bei den Stimmen! Herr Rösler ist der Totengräber der FDP.

Wie waren die Reaktionen auf Ihr Plakat?

Ich habe viel Zuspruch bekommen. Als Rösler vor einem Jahr hier beim Volksfest gesprochen hat, war er mit seiner Kinderstimme eine Lachnummer. Wir haben nicht über seine Witze gelacht, wir haben ihn ausgelacht. Als er dann Parteivorsitzender wurde, haben wir uns alle gefragt: Warum nur Rösler? Wenn Rösler der Partei einen Gefallen tun würde, müsste er heute zurücktreten.

Sie klingen ganz aufgewühlt.

Ja. Wie Sie merken, bin ich erregt. Ich kann mich momentan über die FDP nur ärgern.

Sie trauern Westerwelle als Parteivorsitzendem ganz schön nach, oder?

Ja. Der politische Gegner hat Westerwelle angegriffen, weil er Erfolg hatte. Doch anstatt ihm Rückendeckung zu geben, rammen ihm die eigenen Leute den Dolch in den Rücken.

Haben Sie sich auch darüber geärgert, wie Rösler Westerwelle in der vergangenen Woche gedemütigt hat, als er ihn gezwungen hat, seine Meinung zu Libyen öffentlich zu korrigieren?

Und wie! Rösler hat zu Westerwelle gesagt, er müsse sich beweisen. Eine Unverschämtheit! Rösler hat sich bisher kein Stück bewiesen, weder als Gesundheits-, noch als Wirtschaftsminister. Wenn Westerwelle auch noch als Außenminister zurücktreten muss, habe ich in dieser Partei nichts mehr verloren.

Hat Generalsekretär Lindner beim Volksfest eigentlich Ihr Plakat gesehen?

Natürlich, er stand ja nur fünf Meter von mir weg. Herr Lindner hat sich nach seiner Rede zu uns an den Tisch gesetzt. Ich habe ihm gesagt, die Rede war gut, jetzt soll er so die Politik machen, wie er geredet hat. Der Mann hatte dann aber nicht Stunden Zeit. Er musste dann wieder zurück nach Berlin. Aber, ich hoffe und ich glaube auch, er hat verstanden.

Interview: Laura Himmelreich
 
 
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