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25. April 2010, 15:28 Uhr

Die leere liberale Hülle

Erbittert verfolgt die FDP ihr Ziel, die Steuern zu senken. Doch das Konzept überzeugt nicht. Und die Sturheit zeigt nur: Die Liberalen haben ansonsten wenig zu bieten. Ein Kommentar von Andreas Hoffmann, Köln

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Westerwelle und sein einziges Thema: Steuersenkungen - koste es, was es wolle© Federico Gambarini/DPA

Die Liberalen wollten sich berauschen. Sie suchten nach einer Frischzellenkur, die sie im NRW-Wahlkampf stärkt. Deshalb kamen sie zu ihrem Bundesparteitag zusammen, das Steuerkonzept sollte im Mittelpunkt stehen. Doch für Euphorie sorgte eher der Generalsekretär Christian Lindner mit einer gelungenen Rede. Auch FDP-Chef Guido Westerwelle begeisterte mit persönlichen Tönen die Delegierten. Schließlich rangen die Liberalen um ihre Haltung zu Griechenland. Der Debatte um die Steuerreform blieb die Nische.

Das war der richtige Ort. Eine Überraschung blieb aus. Wie die 16 Milliarden Euro für die Reform bezahlt werden sollen? Keine Antwort. Wo nun gespart wird? Die Liberalen blieben vage. Sollte man zunächst das Steuerrecht vereinfachen und danach die Bürger entlasten, wie manche in der Berliner Regierungskoalition fordern? Ach was. Wir brauchen beides zugleich, schmetterte Hermann-Otto Solms in den Saal. Ob mögliche Griechenland-Hilfen nicht die Spielräume des Staates verengten? Keineswegs. Für alles Mögliche sei Geld da, sagte Guido Westerwelle. Also auch für eine Steuerreform.

Die Liberalen reden die Lage schön. Zumindest öffentlich. Hinter vorgehaltener Hand reden sie anders. Da geben sie zu, dass dem Land das Geld fehlt. Dass der Schuldenberg wächst und wächst. Allein der Bund muss in diesem Jahr etwa 80 Milliarden Euro an neuen Krediten aufnehmen. In den nächsten Jahren soll der Staat den Berg kräftig abtragen, jedes Jahr muss Finanzminister Wolfgang Schäuble zehn Milliarden weniger ausgeben. Im Jahr 2016 wären das 60 Milliarden Euro weniger als heute. Eine hohe Summe, die sich nur über drastisches Sparen zusammentragen lässt. Doch die Liberalen wollen den Menschen einreden, dass sich die Staatskassen mühelos füllen lassen.

Kampf der Schwarzarbeit

Es reiche angeblich, bei öffentlichen Aufträgen an die Privatwirtschaft zu sparen, den Umsatzsteuerbetrug und die Schwarzarbeit zu bekämpfen. Wie gut so etwas funktioniert, lässt sich in Athen studieren. Die Griechen versuchen seit Jahren ihren Haushalt über den Kampf gegen die Schwarzarbeit zu sanieren. Vergebens.

Das Konzept der FDP-Steuerreform verfehlt auch das Ziel - jedenfalls jenes, das die Partei ansteuern will. Die Liberalen wollen vor allem Geringverdiener und Mittelschichtfamilien entlasten. Sagen Sie. Doch dafür taugt ihr Konzept wenig. Diese Bürger leiden viel stärker unter den Beiträgen zur Kranken-, Renten-, Arbeitslosen und Pflegeversicherung, die ihnen den Geldbeutel entleeren. Wer dieser Klientel wirklich helfen will, müsste anders vorgehen.

Er müsste über zum Beispiel über Abgabenfreibeträge für Geringverdiener nachdenken. Das würden die Betroffen direkt auf dem Bankkonto spüren. Steuersenkungen helfen ihnen wenig, weil sie oft keine zahlen. Nur knapp die Hälfte der deutschen Haushalte überweist noch Einkommensteuer an das Finanzamt.

Schweinegrippe mit Steuersenkungen bekämpfen

Über all das denken die Liberalen nicht nach. Sie wollen ihre Steuersenkungen nicht in Frage stellen. Das würde sie in eine Gewissensnot stürzen. Sie haben kein anderes Thema mehr, das die Bürger mit ihnen verbinden. Der SPD-Chef Franz Müntefering spottete einmal, dass Guido Westerwelle am liebsten auch die Schweinegrippe mit Steuersenkungen bekämpfen wollte.

Die Liberalen leiden unter Themen-Mangel. Und genau deshalb halten sie an ihren Steuersenkungsplänen fest. Würden sie sie aufgeben, stellten die Menschen fest: Vor ihnen steht eine Hülle ohne Inhalt. Deswegen erleben wir das das Steuer-Schauspiel weiter. Die Liberalen werden über Freibeträge und Pauschalen debattieren, über Tarifkurven und Stufen. Doch kaum einer will noch zuhören.

Ein Kommentar von Andreas Hoffmann, Köln
 
 
KOMMENTARE (10 von 50)
 
Clemens1964 (27.04.2010, 07:23 Uhr)
braucht kein mensch, die fdp
merkel ist neoliberal genug. die werden sich in nrw noch gehörig die augen reiben. und weinen.
80blatt (26.04.2010, 14:14 Uhr)
Korrektur...
..und diese Foren ohnehin von keinem der Politiker gelesen werden:...
80blatt (26.04.2010, 14:13 Uhr)
Auch wenn ich mich wiederhole,
und diese Foren ohnehin von keinem der Politiker gelesen wird:

Ich halte unseren Vizekanzler und Außenminister für höchst peinlich und enervierend. Seine durchdringend, halb hysterische Stimmlage, sein vollkommen unauthentischer Auftritt, seine verkrampfte Rede (von den Inhalten nicht zu sprechen) machen ihn für mich zum untragbaren Repräsentanten dieses Landes.

Hoffentlich hat das bald ein Ende.
rockyciano (26.04.2010, 11:58 Uhr)
undjetztnochder
Dank CDU und FDP gehen des Bürgers schwer verdiente Steuern an Banken,Opel-Rettung,Afghanistan,Griechenland .........und das Wichtigste an "Hoteliers".

Außerdem muß sich ja Ihre Geldbörse nach der Wohltat der FDP im Januar mächtig gefüllt haben!!!!-Haben Sie mehr Netto vom Brutto,bescheidene Anfrage???
ganzbaf (26.04.2010, 09:40 Uhr)
Quark...

Dieses Land bricht natürlich DARAN außeinander:

Nur 10% der Bevölkerung besitzen über 61% des Gesamtvermögens in Deutschland. Und 20% rund 80%! Tendenz steigend.

Die vielgepriesene, werktätige Mitte besitzt dagegen nur nur läppische 11 Prozent, obwohl sie die Milliardengewinne erarbeitet UND den Hauptteil an den Sozialleistungen/abgaben stemmt.

"Die reichsten ein(!!) Prozent der Bevölkerung vereinigen inzwischen 23 Prozent allen Vermögens auf sich. Die ärmeren 70 Prozent besitzen hingegen zusammen nur neun Prozent des gesamten Vermögens.

27 Prozent der Erwachsenen haben überhaupt nichts auf der hohen Kante beziehungsweise Schulden"

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,602649,00.html


Das bedeutet aber gleichzeitig auch, dass über 20% der erwachsenen Bevölkerung Billigstarbeiter, Hungerrentner oder arbeitslos sind!


(Gegen)Maßnahmen zur Re(!)-Umverteilung tun Not!
(Per Spitzensteuersatz, Börsenumsatzsteuer, Erbschaftsssteuern, Mindestlöhne usw.)

Weg mit den Wirtschafts- und Geldadelskriechern von CDU, FDP und Seeheim-PD!


tannebaum (26.04.2010, 08:07 Uhr)
fakt ist...
dieses land bricht auseinander an den sozialkassen.

vor den steuersenkungen hätte der umbau der sozialkassen kommen müssen. auch wenn es viele nicht glauben, wir zahlen zuviel für das was wir an einnahmen haben. keiner sollte über die griechen lachen, denn wir machen es ja geanuso. immer neue schulden, damit man verlogene wahlversprechen bezahlen kann.
zurückholen wir es dann von der arbeitenden masse, die aber immer kleiner wird. dafür wird diese aber schon so hoch besteuert, dass ihr, nach allen abgeben weniger zum leben bleibt als je zuvor.

und wenn wir nicht an den vielen hartzIV-lern zerbrechen, die permanent und stetig wachsen (und das oft aus eigenverschulden), dann spätestens an der rente und den beamtenpensionen.

keiner traut sich da ran. keiner sagt der bevölkerung die wahrheit. im fokus ist gerade eine tolle serie über das leben im jahr 2030. über unseren egoismus, die verweigerung für nachwuchs, das überaltern, die wachsende zahl der migranten, des bildungsnotstandes...
das sagen seit jahren auch viele universitäten, institute oder wissenschaftler. nur die politiker streiten das alles ab.

hat irland, island, spanien und portugal ähnliche probleme wie griechenland, so haben wir, frankreich und andere ein sozialprobleme. egal welche probleme vorherrschen, alle führen in überschuldung.

nur wenige länder haben angefangen und machen mittlerweile ihre hausaufgaben. wir hingegen werden bald zu den sitzenbleibern gehören.

die vorstösse der fdp nach entlastung der mittelschicht und der kleineren einkommen, der umbau der gesundheit, die stärkung des mittelstandes und dergleichen sind sicher unpopulär, aber eigentlich dringend notwenidig. auch die geführte hartzIV-debatte.

statt auf westerwelle einzuprügeln und ihn als idioten, lügner oder scharlatan zu bezeichnen, wäre es sinnvoller gewesen, wenn politiker sagten: im kern hat er racht, aber so wie er geht es nicht. wenn man dann mal darüber geredet hätte, hätten politiker vielleicht offen nach neuen lösugswegen suchen können...

aber nein, alle lügen und sagen, dass der westerwelle spinnt! die nrw-wahl muss gewonnen werden. da lügt merkel in punkto afghanistan und griechenland. die spd lügt auch über afghanistan (hats ja eingebrockt) und verspricht 36 monate arbeitslosengeld, die grünen erinnern sich gar nicht mehr was afghanistan ist und haben die akw's neu entdeckt (mehr haben sie auch nicht) und die linken wollen ja alle reiche enteignen , dann leben wir eh 100 jahre in saus und braus und keiner muss scheinbar arbeiten...

wer auch nur ein fitzel dieser versprechen glaubt, ist selbst nicht mehr fähig zum klaren und realistischen denken...
tannebaum (26.04.2010, 07:53 Uhr)
@diskusion
diskusion sollte wohl diskussion heissen, oder?!

und du warst im atlandis in hh? oder meintest du das atlantic?

sry, aber weder die rechtschreibung passt noch der hotelname. scheinbar ist alles erlogen...

ps: und wie bitte kommst du darauf, dass die hotelpreise sinken müssen? sind die festgeschrieben und nun -7%?
wenn hier in berlin messe ist, dann zahlt man schnell mal über euro 300 und sonst vieleicht 70. aber das wüsste ein jeder, der öfter mal im hotel schläft... dafür hat eine firma dann auch rahmenverträge und die sind dann fürs ganze jahr gültig.
diskusion (26.04.2010, 05:03 Uhr)
westerwelle
schreibt eure erklaerung. aber bitte keine scheisse
diskusion (26.04.2010, 04:59 Uhr)
westerwelle
einer hatte recht. zuschauer mit hohlen koepfen rufen RTL an, pro anruf ca. 42 cent . die idioten verstehen nicht das RTL damit millionen macht, auf nkosten der hohlkoepfe. das gleiche fuer die klum. hat doch gezeigt, ihren SeAL: armes deutschland. der fachmann BOHLEN, kann nicht singen, aber hat ein grosses maul. und die kids zahlen fuer ihn per anruf.
diskusion (26.04.2010, 04:48 Uhr)
westerwelle
habe als bayer/franke das erste mal FDP gewaehlt. das war ein grosser fehler. glaubte dem hohlkopf westerwelle. er wird nie das format von fischer und demdamaligen genscher erreichen. er iwt ein hohlkopf. soll sich um die aussenpolitik kuemmern, dazu ist e ja nicht faehig. einen schwulen, als aussenminister wird in arabischen laendern nicht anerkannt.
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