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Skandale und Affären

In den vier Jahrzehnten seiner politischen Karriere hat Franz Josef Strauß wohl mehr Skandale und Affären überstanden als jeder andere deutsche Nachkriegspolitiker. Fragwürdige Rüstungsgeschäfte, Schmiergeldzahlungen und die "Spiegel"-Affäre - die Skandal-Bilanz des CSU-Spitzenpolitikers.

Schützenpanzer HS-30:

Von 1956 an liefert die Firma Hispano Suiza den Schützenpanzer HS-30 an die Bundeswehr. Das Milliarden-Projekt kommt zustande, obwohl es von dem Fahrzeug bis dahin nur Modelle gibt. Nach Medienberichten fließen Millionenbeträge an die CDU und den Referenten des damaligen Verteidigungsministers Strauß. Ein Untersuchungsausschuss kann trotz zweijähriger Arbeit keine Schmiergelder finden und keinen Verdächtigen überführen.

Starfighter-Skandal:

1958 entscheidet Verteidigungsminister Strauß, die Luftwaffe mit dem Starfighter F 104 des US-Konzerns Lockheed auszurüsten. Lockheed-Repräsentant ist Ernest Hauser, ein Freund des Ministers. Noch bevor der auf deutsche Bedürfnisse umgerüstete Prototyp getestet wird, ordert Strauß 700 Maschinen. Viele Starfighter stürzen ab, das Wort vom "Witwenmacher" geht um. Der Bundesrechnungshof kritisiert Strauß wegen Verschleuderns von Milliarden. Der Verdacht von Korruption und Schmiergeldzahlungen wird nie ausgeräumt.

Fibag-Affäre:

Die Finanzbau-Aktiengesellschaft (Fibag) eines Strauß-Freundes bekommt 1961 den Auftrag zum Bau von Kasernen für in Deutschland stationierte US-Streitkräfte. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet über ein Empfehlungsschreiben von Minister Strauß für seinen Bekannten und sieht "Vorteilsnahme im Amt". Ein Untersuchungsausschuss kann Strauß keine Verfehlungen nachweisen.

"Onkel Aloys":

In einem "Spiegel"-Artikel wird Strauß vorgeworfen, einen Nennonkel seiner Frau ("Onkel Aloys") im Rüstungsgeschäft der Bundesregierung begünstigt zu haben. Der 1957 noch bankrotte Aloys Brandenstein sei durch die Auftrags-Vermittlung des Verteidigungsministers in wenigen Jahren zum Millionär geworden. In einem Zivilverfahren bis zum Bundesgerichtshof wird "Spiegel"-Chef Rudolf Augstein wegen "im hohen Grade ehrenrührig(er)" Behauptungen zur Zahlung eines Schmerzensgeldes an Strauß verurteilt.

"Spiegel"-Affäre:

Im Oktober 1962 berichtet "Der Spiegel" über ein NATO-Manöver. Gegen Mitarbeiter des Nachrichtenmagazins wird daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen Landesverrats eingeleitet. Chefredakteur Augstein und Autor Conrad Ahlers landen in U-Haft. Strauß lügt im Bundestag und bestreitet jegliche Beteiligung. Später räumt er ein, die Festnahme von Ahlers durch die spanische Polizei über die Botschaft in Madrid veranlasst zu haben. In der Folge muss er als Verteidigungsminister zurücktreten.

DPA/DPA
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