Südeuropäer zieht es nach Deutschland

7. Mai 2013, 12:05 Uhr

Deutschland ist laut dem Statistischen Bundesamt für Einwanderer so attraktiv wie seit beinahe 20 Jahren nicht mehr. Die Zuwanderer kommen vor allem aus den südeuropäischen Krisenländern.

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2012 wanderten 1,081 Millionen Ausländer und Deutsche nach Deutschland ein, während 712.000 Menschen das Land verließen©

Inmitten der Schulden- und Wirtschaftskrise in Europa erweist sich Deutschland für Zuwanderer so attraktiv wie seit fast 20 Jahren nicht. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, zogen im vergangenen Jahr 1.081.000 Menschen nach Deutschland. Das ist der höchste Wert seit 1995. Insgesamt kamen 369.000 Menschen mehr, als in der gleichen Zeit auswanderten. Unter dem Strich stieg die Zuwanderung nach Deutschland im vergangenen Jahr um 32 Prozent, auch dies der höchste Wert seit 1995.

Die Zuwanderung nahm nach Angaben des Statistikamtes hauptsächlich aus den Ländern der Europäischen Union (EU) zu. Vor allem aus den südeuropäischen Euro-Staaten mit Arbeitslosenquoten von mehr als 50 Prozent kamen wie bereits 2011 deutlich mehr Zuwanderer. Aus Spanien zogen vergangenes Jahr 29.900 Menschen nach Deutschland, das sind 9200 oder 45 Prozent mehr Einwanderer als im Jahr zuvor.

Die meisten Zuwanderer stammen aus Polen

Aus Griechenland wanderten 34.100 Menschen zu, was einem Plus von 10.300 gegenüber 2011 entspricht. Ein starker Zustrom an Menschen kommt auch aus Italien, von wo sich über 42.000 Menschen aufmachten, ihr Heil in der Bundesrepublik zu suchen, 40 Prozent mehr als vergangenes Jahr. Auch aus Portugal zogen 43 Prozent mehr Menschen nach Deutschland, allerdings insgesamt nur 11.700. Die meisten ausländischen Zuwanderer stammen aus Polen (176.000), Rumänien (116.000), Bulgarien (58.000) und Ungarn (53.000).

Aus den osteuropäischen Ländern, die erst seit 2004 oder 2007 zur EU gehören, kamen ebenfalls mehr Menschen nach Deutschland als im Vorjahr. Besonders stark war der prozentuale Zuwachs aus Slowenien (62 Prozent), aber mit 5200 Menschen in der Summe gering .

Deutschland verzeichnet erst seit 2010 wieder einen positiven Wanderungsüberschuss zwischen Zu- und Fortzügen. Insgesamt zogen demnach 2012 1,081 Millionen Ausländer und Deutsche nach Deutschland, während 712.000 Menschen das Land verließen. Die Zuzüge stiegen um 13 Prozent.

Drei Viertel der Ausländer, die nach Deutschland kamen, zog es in fünf Bundesländer: Das Gros ging nach Bayern (192.000), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (186.000), Baden-Württemberg (171.000), Hessen (90.000) und Niedersachsen (89.000). Ob die Einwanderer erwerbstätig sind, ergibt sich aus der Statistik nicht.

tkr/brü/Reuters/DPA
 
 
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