Eine Berliner Agentur spähte das Privatleben von Oskar Lafontaine und Franz Müntefering aus. Die Rechercheaufträge kamen von der "Bunten". stern.de sprach darüber mit dem Leipziger Medienwissenschaftler Michael Haller.
Wenn Journalisten nicht mehr selbst recherchieren, sondern Agenturen oder Privatdetektive damit beauftragen, ist das nicht zu verantworten. Da leisten Redaktionen nicht mehr, was ihre Kernkompetenz sein müsste, nämlich zu recherchieren. Das ist eigentlich kein Journalismus mehr.
Damit hätten durchaus relevante politische Fragen verbunden sein können. Weil beide politisch aktiv, Mandatsträger mit Entscheidungskompetenzen sind, wären das Verstrickungen, die das Politische und das Private untrennbar verschmelzen ließen.
Nein, das halte ich für berufsethisch unzulässig. Die Privat- oder gar die Intimsphäre von Franz Müntefering hat mit seinem politischen Mandat schlicht nichts zu tun.
Ganz klar nein. Es ist ein Menschenrecht, selbst zu entscheiden, wie man trauert. Und es ist sein ganz normales Menschenrecht, selbst zu entscheiden, mit wem er sich wie und wann befreundet.