20. April 2012, 08:55 Uhr

Schily räumt Fehler bei NSU-Fahndung ein

Zehn Menschen tötete die Nazi-Terrorgruppe, ohne dass Ermittler dem "Nationalsozialistischen Untergrund" auf die Spur kamen. Jetzt hat der ehemalige Innenminister Otto Schily die politische Verantwortung für die schweren Fahndungsfehler übernommen.

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Einsichtig: Otto Schily (Archivbild) war von 1998 bis 2005 als deutscher Innenminister im Amt.©

Der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat Fehler bei den Ermittlungen gegen die rechtsextreme Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) zugegeben. "Dafür, dass wir der NSU-Terrorgruppe nicht früher auf die Spur gekommen sind, tragen ich und die Länderinnenminister die politische Verantwortung", sagte Schily dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel".

Falsch sei beispielsweise die öffentliche Erklärung am Tag nach dem Nagelbomben-Anschlag des NSU im Juni 2004 in Köln gewesen, wonach es ersten Ermittlungen zufolge keinen terroristischen Hintergrund für die Tat gebe. "Inzwischen wissen wir, dass das ein schwerwiegender Irrtum war", sagte der damals amtierende Innenminister. Mit "wir" sei auch sein damaliger Amtskollege in Nordrhein-Westfalen, Fritz Behrens (SPD), gemeint. Dieser hatte mit Schily die falsche Einschätzung in einer gemeinsamen Erklärung verkündet.

Bei dem Anschlag mit einer Nagelbombe vor einem türkischen Friseursalon waren 2004 in Köln 22 Menschen verletzt worden. Insgesamt werden der Zwickauer Neonazi-Gruppe Morde an zehn Menschen vorgeworfen. Allerdings war erst im vergangenen Herbst bekanntgeworden, dass die Morde einen rechtsterroristischen Hintergrund haben.

jar/DPA
 
 
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