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8. März 2007, 12:27 Uhr
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Straffreiheit für Anti-Nazi-Symbole

Als im Herbst 2006 ein Gericht den Verkauf von Anti-Nazi-Symbolen unter Strafe stellte, sprach der Grüne Volker Beck von einem "Schildbürger-Streich". Nun deutet alles darauf hin, dass es der Bundesgerichtshof wieder aufhebt.

Können diese Symbole von Nazis missbraucht werden? Nein, glaubt Bundesanwalt Gerhard Altvater© Michael Latz/DDP

Das Urteil gegen einen Versandhändler von Anti-Nazi-Symbolen steht auf der Kippe. In der Revisionsverhandlung vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe beantragten sowohl die Bundesanwaltschaft als auch die Verteidigung Freispruch. Eine Entscheidung des höchsten deutschen Gerichts in Karlsruhe soll am 15. März verkündet werden.

In dem Verfahren geht es darum, ob Anti-Nazi-Symbole als Verbreitung nationalsozialistischer Kennzeichen bestraft werden können. Zu Grunde liegt ein Urteil des Landgerichts Stuttgart, das im September 2006 einen Versandhändler zu 3600 Euro Geldstrafe verurteilte, der in großem Umfang durchgestrichene Hakenkreuze und andere Anti-Nazi-Symbole vertrieb.

Grundsätzliche Tabuisierung von Nazi-Kennzeichen

Der Mann wandte sich an den BGH, dessen für Staatsschutz-Verfahren zuständiger Dritte Strafsenat über den Fall verhandelte. Das Stuttgarter Gericht hatte seine Entscheidung damit begründet, dass es um eine grundsätzliche Tabuisierung nationalsozialistischer Kennzeichen gehe.

Bundesanwalt Gerhard Altvater sagte dagegen vor dem für Staatsschutz zuständigen Dritten Strafsenat des BGH, es sei objektiv erkennbar gewesen, dass sich die vertriebenen Aufkleber und Symbole gegen den Nationalsozialismus richten. Die Symbole könnten auch nicht von Neonazis missbraucht werden. Die Entscheidung des Stuttgarter Landgerichts gegen den Versandhändler hatte bundesweit Kritik ausgelöst.

Der Grünen-Politiker Volker Beck sprach von einem "Schildbürgerstreich der Justiz". Der SPD-Politiker Niels Annen und die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth erstatteten nach dem Urteil Selbstanzeige, weil auch sie schon T-Shirts und Buttons mit entsprechenden Anti-Nazi-Symbolen getragen hätten. Nach Paragraf 86 und 86 a des Strafgesetzbuches ist die Verbreitung und Verwendung verfassungswidriger Propagandamittel und Kennzeichen verboten.

Das Strafmaß reicht von Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsentzug. In den entsprechenden Gesetzen heißt es ergänzend, dass die Verwendung der verfassungswidrigen Kennzeichen nicht unter Strafe steht, wenn sie der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen oder wissenschaftlicher Forschung und Kunst dienen.

AP
KOMMENTARE (7 von 7)
 
hevosenkuva (08.03.2007, 23:16 Uhr)
Deutschland in der Nacht...
Es wäre wirklich traurig: während Neo-Nazis immer freier aufmarschieren, sollen ausgerechnet in Deutschland ausgerechnet Anti-Nazi-Symbole verboten werden. Man sollte manche Richter und Staatsanwälte vielleicht mal auf ihre rechte Eignung für den Staatsdienst prüfen.
Ein "durchgestrichenes Hakenkreuz" übersetzt übrigens unmittelbar die entsprechenden Paragraphen des StGB in Symbolsprache. Wenn man dieses Symbol verbietet, greift man also auch indirekt das StGB an ; )
Rosenengel (08.03.2007, 18:50 Uhr)
Tja, was 12 Jahre ausmachen.
Einige werfen der Regierung vor, auf einem Auge Blind zu sein. Nur auf welchem? Fakt ist, sibirische Schamanen dürften sich nie nach Deutschland trauen, denn hier würden sie wegen dem Hakenkreuz, das bei ihnen als Sonnensymbol seid tausenden Jahren bis heute, im Gebrauch ist, verhaftet werden. Was können Symbole dafür, wenn sie Missbraucht werden? Müssten dann nicht Hammer und Sichel, die roten Fahnen, ebenfalls verboten werden? Unter deren Zeichen sind ebenso grosse Verbrechen begangen worden. Alleine in der ehemaligen Sowjetunion unter Stalin, nach wissentschaftl. Schätzungen, bis zu 50 Millionen Menschen. In Nordkorea sollen zwischen 300000 und 3 Millionen Menschen verhungert sein. Von China ganz zu schweigen (Kulturrevolution und Tien - Niamien). Und warum werden nicht die Farben, die für die Symbole benutzt wurden verboten?
Rot: Farbe der NSDAP und der Kommunistischen Fahne.
Braun: Farbe der SA - Uniform.
Schwarz: Farbe der SS - Uniform und von Chaoten.
Grün: Farbe von deutschen Polizei - Uniformen und islamischen Terroristen.
Blau: FDJ und alte Polizeiuniformen.
Ich bin kein Nazi und kein Kommunist. Sondern einfach nur Mensch. Aber wenn ich so einige Beiträge lese, dann wird mir Rot und Schwarz vor den Augen.
Spocks_Kommentar (08.03.2007, 16:03 Uhr)
Mehr braun als schwarz
Viele lange konservativ regierte Gebiete sind halt immer noch mehr braun als schwarz. Es ist sicher kein Zufall, daß dieses völlig unsinnige Urteil in Stuttgart zustande kam.
Hut ab vor dem BGH, wenn er tatsächlich den Mut haben sollte, dieses Urteil zu kassieren. Zu Adenauers Zeiten hätte keiner was gegen Nazis unternommen, es besteht also Hoffnung auf Besserung.
Fatal ist das Signal aus Stuttgart allemal. Schon in der Bibel steht: Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich. Auf Stuttgart übertragen heißt das: Wer nicht gegen Nazis sein darf, wird gezwungen für sie zu sein. So ein Urteil ist jämmerlich. Pfui Teufel, aber das ist ja vielleicht sogar eine Beleidigung für den Teufel oder?
bR4iNST0RM (08.03.2007, 15:13 Uhr)
was?
Das „Hakenkreuz“, welches hier immer gerne angeprangert wird, wurde von dem Österreicher!! in der Zeit von ´33-´45 versaubüttelt!
Richtig ist, dass sich dieses Symbol als das „ultimative Böse“ eingebrannt hat, und somit für den Rest der Zeit verunglimpft wurde. Ganz klasse!
Dieses Zeichen hat über hunderte von Jahren als Zeichen für die Sonne gegolten. Und lustiger weise hat sich diese Variante nicht eingebrannt. Was 12 Jahre da ausmachen, finde ich ziemlich krass.
Darum kann ich auch dieses rumjammern, ob es oder ob es nicht verpönt ist, nicht verstehen. Hitler ist zwar Bestandteil der deutschen Geschichte, für mich aber nur ein negativer Bruchteil der Historie. Wer hier behaupten möchte, das dass Verleugnung ist, ist hier Falsch oder einfach nur zu einfach denkend (Schubladendenken trifft es).
Dennoch ist es für die Nachkriegsgeneration und deren Nachfolger nicht nötig, sich in den Sog der braunen Verantwortung hinein ziehen zu lassen. Verantwortung hatten die Ausführenden, nicht deren Nachfolger und schon gar nicht deren Nachfolger und folgende Nachfolger! Wer so denkt, hat den Startschuss nicht gehört, und lebt meines Erachtens selbst in dieser perversen braunen Zeit, oder will sie wieder erleben, wer weiß.
F.Friedel (08.03.2007, 14:16 Uhr)
@lukeserious
Was bitte schön kann man denn an einem durchgestrichenen Hakenkreuz falsch deuten??? Doch, du hast Recht. Vielleicht heisst es ja "Hier gibt es keine Hakenkreuze zu kaufen" oder "Hakenkreuze haben hier Parkverbot". /Sarkasmus off
Was macht es aus, wenn solche Symbole (Anti-Nazi-Symbole) häufiger in der Öffentlichkeit zu sehen sind? Nichts. Ganz im Gegenteil. Ich würde es sogar begrüßen, wenn mehr Leute ihre Meinung zu dem Thema öffentlich zeigen. Es läuft nach wie vor noch zuviel braune Sch.... herum.
lukeserious (08.03.2007, 13:55 Uhr)
Hmm
Das Problem ist, dass das Hakenkreuz und andere Symbole darauf abgebildet sind, wenn auch durchgestrichen oder so. Dadurch sind solche Symbole wieder häufiger in der Öffentlichkeit zu sehen. Außerdem können solche Aufkleber auch falsch gedeutet werden, wenn man zB nicht genau hinschaut oder sich nicht auskennt. Die sollen einfach Sticker tragen, auf denen keine Symbole abgebildet sind, sondern einfach was draufsteht.
bR4iNST0RM (08.03.2007, 12:33 Uhr)
Gehts noch?
Wegen solch einem Scheiß wird hier in der Politik Wirbel gemacht?! HALLO????
Das sind ANTI!!-Nazi Symbole!!!!!
Wären es verherrlichenden Symbole hätte ich über eine Debatte Verständnis! Aber doch nicht wenn es GEGEN den braunen Schrott geht. Das ist aber typisch für unsere Politiker. Da sind in den eigenen Reihen immer noch viele braune Extremisten!
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