24. März 2013, 11:03 Uhr

BND gründet neue Abteilung gegen Cyber-Kriminalität

Bis zu fünf Hackerangriffe am Tag registrierte der BND in den vergangenen Wochen auf Bundes- und Regierungsstellen. Experten sollen diese zukünftig abwehren, doch die Rekrutierung ist schwierig.

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Laut BND-Chef Gerhard Schindler wird derzeit intensiv an der Rekrutierung von Experten gearbeitet. Die neue Abteilung soll sich ausschließlich mit Hackerangriffen auf Bundeseinrichtungen und die deutsche Industrie beschäftigen.©

Der Bundesnachrichtendienst (BND) will den Kampf gegen Spionageattacken über das Internet verstärken. Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Sonntag vorab berichtete, soll sich die neue Abteilung mit bis zu 130 Mitarbeitern ausschließlich mit Hackerangriffen auf Bundeseinrichtungen und die deutsche Industrie beschäftigen.

BND-Chef Gerhard Schindler habe vor kurzem eine kleine Runde von Bundestagsabgeordneten über entsprechende Pläne informiert. Laut Schindler wird derzeit intensiv an der Rekrutierung von Experten gearbeitet, die aber schwierig zu finden seien. Deswegen müsse der BND hohe Honorare für die Zusammenarbeit mit Hackern zahlen und auch Expertisen von Softwareunternehmen einkaufen, die sich auf Anti-Viren-Programme spezialisiert haben.

Bedrohung geht von China und Russland aus

Schindler zeichnete dem Bericht zufolge ein drastisches Bild der Bedrohung durch Cyberspionage, die vor allem von China ausgehe. Dort arbeiten nach BND-Erkenntnissen bis zu 6000 Experten in einer eigens eingerichteten Abteilung des Verteidigungsministeriums, die sich auf die Abschöpfung von Technologieunternehmen und Rüstungskonzernen aus dem Ausland spezialisiert haben.

Russland betreibe eine ähnlich aggressive Cyberstrategie, allerdings seien die staatlichen Hacker dort als private Firmen getarnt. In den vergangenen Monaten registrierte der Dienst pro Tag drei bis fünf Attacken allein auf Bundes- und Regierungsstellen in Deutschland.

ger/DPA/AFP
 
 
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