Satte Mehrheit für Schwarz-Grün

14. November 2012, 07:00 Uhr

Die Union erreicht in der Stern-Umfrage Höchstwerte, für eine Weiterführung von Schwarz-Gelb wäre es derzeit aber nicht genug. Schuld daran hat die FDP. Die Piraten sacken auf unter 5 Prozent.

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Schwarz-Grüne Diskussionen - ein Modell für die Zukunft? Angela Merkel und Jürgen Trittin im Deutschen Bundestag.©

Die Union legt im Ansehen der Wähler wieder zu. Im stern-RTL-Wahltrend klettert sie im Vergleich zur Vorwoche um 2 Punkte und erreicht zum vierten Mal in diesem Jahr ihren bisherigen Jahresbestwert von 39 Prozent. Die FDP gewinnt 1 Punkt, würde mit 4 Prozent aber weiter nicht im Parlament vertreten sein. Die Grünen fallen in der Umfrage, die vor dem Basis-Votum für das Spitzenteam Trittin/Göring-Eckardt durchgeführt wurde, um 1 Punkt auf 14 Prozent. Für die SPD wollen unverändert 26 Prozent der Wähler stimmen, für die Linke erneut 8 Prozent. Den Piraten dagegen geht die Luft aus: Sie verlieren 1 Punkt und liegen mit 4 Prozent im stern-RTL-Wahltrend erstmals unter der 5-Prozent-Hürde. Auf sonstige Parteien entfallen 5 Prozent der Stimmen (-1).

Merkel doppelt so beliebt wie Steinbrück

Mit gemeinsam 43 Prozent haben Union und FDP einen Drei-Punkte-Vorsprung vor SPD und Grünen (zusammen 40 Prozent). Eine Regierung könnten jedoch beide Lager nicht bilden. Eine theoretisch denkbare Koalition aus Union und Grünen hätte eine Mehrheit von 53 Prozent, eine große Koalition käme auf 65 Prozent.

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück büßt deutlich an Sympathie ein. Könnten die Deutschen ihren Regierungschef direkt wählen, würden sich nur noch 26 Prozent für Steinbrück entscheiden – 3 Punkte weniger als in der Woche zuvor. Anfang Oktober, kurz nach seiner Nominierung, wollten noch 35 Prozent für ihn stimmen. 53 Prozent sprechen sich jetzt für Kanzlerin Angela Merkel aus. Anfang Oktober lag sie bei 46 Prozent.

Steinbrück hat ein Glaubwürdigkeitsproblem

Obwohl es rechnerisch für eine schwarz-grüne Koalition reichen würde, sehen die Deutschen nach Ansicht von Forsa-Chef Manfred Güllner ein derartiges Bündnis skeptisch. Dem Magazin stern sagte er: "Die Wähler wollen eher eine große Koalition. Sie kann in ihren Augen am besten die Probleme wie Euro-Krise, Arbeitslosigkeit oder Altersarmut lösen." Dass Steinbrück eine Zusammenarbeit mit Merkel ausschließe, bezeichnete der Wahlforscher als "Fehler". Die Menschen erinnerten sich daran, wie gut er in der Finanzkrise mit Merkel gearbeitet habe. Güllner: "Das trägt nicht zu seiner Glaubwürdigkeit bei." Geschadet habe dem designierten SPD-Kanzlerkandidaten jedoch vor allem sein Lavieren in der Debatte um die Vortrags- und Buchhonorare. "Wenn ihm in Bochum für einen Abend 25.000 Euro angeboten werden, hätten doch sofort alle Alarmglocken schrillen müssen", so der Forsa-Chef zum stern.

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