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18. Dezember 2007, 19:03 Uhr

Hakenkreuz selbst eingeritzt?

Im sogenannten Hakenkreuz-Fall von Mittweida deutet sich eine Wende an: Die angeblich im November von vier Neonazis misshandelte 17-Jährige könnte sich das NS-Symbol laut Chemnitzer Staatsanwaltschaft selbst in die Haut geritzt haben. Der Fall war von Beginn an mysteriös.

Ein Zettel mit Phantombildern der vermeintlichen Täter des rechtsradikalen Angriffes auf eine junge Frau in Mittweida© Norbert Millauer/DDP

Dies sei nach einem neuen rechtsmedizinischen Gutachten zumindest nicht auszuschließen. Gegen die junge Frau werde nun wegen Vortäuschens einer Straftat ermittelt, hieß es am Dienstag. Bislang gingen die Ermittler davon aus, dass vier rechtsextreme Skinheads am 3. November in der sächsischen Kleinstadt ein sechsjähriges Mädchen aus einer Aussiedlerfamilie belästigt und der zur Hilfe eilenden Jugendlichen ein Hakenkreuz in die Haut geschnitten hatten. Nun gibt es selbst an der Version, dass die Frau dem Mädchen zur Hilfe gekommen sei, ernsthafte Zweifel. Entgegen ursprünglichen Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft hieß es jetzt, dass das kleine Mädchen noch nicht ermittelt werden konnte. Mehrere Wochen hatte die Polizei vergebens nach Zeugen gesucht.

Der Fall war von Beginn an mysteriös. Die junge Frau hatte erst neun Tage nach dem Vorfall die Tat bei der Polizei angezeigt. Die Ermittler gingen ihrerseits erst Ende November mit einem Fahndungsaufruf an die Öffentlichkeit. Laut damaliger Mitteilung schlossen Rechtsmediziner aus, dass sich die 17-Jährige die Verletzungen selbst zugefügt haben soll.

Auch Mittweidas Bürgermeister Matthias Damm (CDU) hatte nach einem Treffen mit der Jugendlichen keine Zweifel an ihrer Version. Er versuchte bei der Aufklärung zu helfen und schickte mehr als 100 Briefe an Anwohner, die das Geschehen beobachtet haben könnten. Denn die junge Frau hatte angegeben, dass mehrere Menschen von ihren Balkonen aus den Übergriff beobachtet hätten, ohne Hilfe zu leisten. Bislang meldeten sich aber trotz einer Belohnung von 5000 Euro keine Zeugen.

Damm forderte in einer ersten Stellungnahme, dass viele, die voreilig über Mittweida geurteilt hätten, ihre Meinung wieder revidieren müssten. "Wir haben ein Rechtsextremismus-Problem", sagte Damm. "Wir sind aber - wie oft dargestellt - keine Nazi-Stadt." Der Extremismusbeauftragte im Mittweidaer Landratsamt, Manfred Lindemann, sagte laut einer Mitteilung: "Dieser Vorgang zeigt wiederholt, dass sachliche Arbeit wichtiger als Aktionismus ist." Die Chemnitzer Staatsanwaltschaft räumte ein, dass "wohl der falsche Eindruck" entstanden sei, die Bevölkerung habe in diesem Fall nicht genügend Zivilcourage gezeigt.

In der Region hatten sich seit 2006 die Übergriffe mit rechtsextremem Hintergrund massiv erhöht. Im April dieses Jahres verbot Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) die Neonazi-Kameradschaft "Sturm 34". Daraufhin seien laut Polizei die Vorfälle weniger geworden - bis zum angeblichen Hakenkreuz-Fall.

Bereits 1994 hatte es in Halle (Sachsen-Anhalt) einen Fall gegeben, der dem Geschehen von Mittweida möglicherweise ähnelt: Eine 17 Jahre alte Rollstuhlfahrerin täuschte einen Überfall von Rechtsextremisten vor - sie hatte sich selbst ein Hakenkreuz in die Wange geritzt.

DPA

 
 
KOMMENTARE (10 von 21)
 
ganzbaf (20.12.2007, 11:05 Uhr)
@life is good
http://de.altermedia.info/
...ist wohl gemeint.
Echoes (20.12.2007, 07:22 Uhr)
da hammers wieder
hey leute, solange unsere oberen solchen sachen nicht selbstbewusst nachgehen, solange wird sowas möglich sein; wenns denn so gewesen ist.
die rechten werden bei demos geschützt, man spielt überdies katz und maus, und wir zanken uns über raucherzimmer in kneipen?
leute, die ns-vergangenheit sportlich thematisieren, gehören zu rtl und dann in den knast.
Aurum (20.12.2007, 06:11 Uhr)
Das gab es schon einmal
vor ein paar Jahren. Wie in diesem Fall wurde selber "geritzt". Aber was soll das mit dem Hakenkreuz? Nur in D wird darum so ein Geschiß gemacht. In anderen Ländern gilt es als Glückssymbol und wo ich lebe, gibt es sogar Badelatschen mit Hakenkreuzen. Und??? Wenn es ein Judenstern gewesen wäre, hätte es bestimmt keine Aufregung gegeben.
life_is_good (20.12.2007, 00:08 Uhr)
???
Also kann sein, dass ich blind bin aber ich habe gerade versucht den neuen Artikel zu kommentieren ("Rechte jubeln nach Mittweida-Panne")was aber nicht geklappt hat. Aber dennoch möchte ich Ihnen schreiben dass ich gerade aus Neugier die Seite www.altermedia.de, die im text erwähnt ist, angesehen habe und auf dieser ehrlich kein rechtes Gedankengut entdenken kann. Es ist vielmehr eine Internetfirma. Ich bitte um Korrektur falls ich falsch liegen sollte. Guten Abend,
Life_is_good
karacco1 (19.12.2007, 23:28 Uhr)
Seltsam
es ist merkwürdig das ausgerechnet in neonazi übergriffe öfter mal keine zeugen zu finden sind da die leute alle schon eingeschüchtert sind melden sich auch nicht da die menschen inden ost ländern keine vertrauen mehr in die polizei haben.
ganzbaf (19.12.2007, 22:52 Uhr)
Tut mir ja leid...
...echt leid. Wenn das wirklich eine Ente gewesen sein sollte. (Was längst nicht sicher ist.) Andererseits gibt es ja auch genügend neofaschistoide Vorfälle und Übergriffe die nie zur Anklage kommen. So gesehen müssen unsere lieben Fehlgeleiteten jetzt auch nicht unbedingt sooo empfindlich reagieren, woll?!... ;-Pp
German_by_nature (19.12.2007, 21:39 Uhr)
Tja schon peinlich die immer
wieder kehrende Hetze der "PC" Medien gegen die nationalen Kräfte in Deutschland. Lieber schlecht recherchieren, aber dafür zumindest die Massen versuchen gegen "Rechte" zu manipulieren.
Anstatt sich lieber mal auf die Ausländerkriminalität in Deutschland anzunehmen, immer auf die bösen "Rechten".
Tja nur gut das immer mehr Deutsche aufwachen und sich zum nationalen Lager bekennen.
KenKoeln (19.12.2007, 20:02 Uhr)
Wieder ein Opfermärchen zerplatzt
Der "Fall" steht noch immer unkommentiert als Tatsache im stern.de-Archiv. Und die aktuellen Entwicklungen lassen sich nicht mehr kommentieren. Wirklich peinlich.
(Ach so: Nazis - nein danke!)
mupfeline (19.12.2007, 19:02 Uhr)
Zu kommentieren braucht man Fall Nummer drei
eigentlich gar nicht. Oder war es Fall vier, fünf oder sechts? Bei den "Opfern" hat sich herumgesprochen dass die Medienaufmerksamkeit groß ist, der Dank des Vaterlandes gewiss und die Anerkennung durch die Linken so prompt und so schnell erfolgt wie ein Schnupfen im Winter! Es war ja nicht die erste selbst verursachte Ritzerei und es wird nicht die letzte sein - solange die "Opfer" hinterher solche Aufmerksamkeit erhalten wird sich das immer wiederholen. Das traurige daran ist nur, dass dies dann die ersten Gedanken sind, die durch den Kopf gehen wenn Mann/Frau von so einer Straftat hört: "Ist dies wirklich wahr oder wieder nur Aufmerksamkeithascherei"? DAS ist der traurige Haupteffekt dieser vorgetäuschten Taten!
UR63 (19.12.2007, 15:15 Uhr)
Schade...
das sich jetzt nicht mehr die Berufsbetroffenen zu Wort melden!
Morgen wird halt die nächste Ostdeutsche Sau durch die Medien gejagt!!
Zitat @ganzbaf!
Gerade die rechten Schmierlappen muß man auch nicht unbedingt vorschnell entlasten. Schlägt man den Sack, trifft es mindestens einen zu Recht...;
und die Linken gleich dazu!!!!
Dieses Pack ist auch nicht besser als die Nazis!!!
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