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14. März 2010, 20:36 Uhr

Schumi zeigt Humor - endlich!

Schumi ist zurück. Nicht ganz so schnell wie früher, dafür sympathischer. Trotz eines sechsten Ranges wirkte er witzig und unverkrampft. Behält er diese Lockerheit, hat er einen großen Sieg errungen. Ein Kommentar von Jens Fischer

Schumacher, Rosberg, Vettel, Mercedes, Formel 1

Seine Batterien sind zum Bersten gefüllt. Trotzdem wirkt Schumacher sehr entspannt© Jens Büttner/DPA

Deutsche mögen es, wenn Deutsche siegen. Genau deshalb lieben sie ihn auch so sehr, diesen Michael Schumacher, diesen Mensch gewordenen Fahrcomputer, der bei seinem groß gehypten Comeback beim Grand Prix von Bahrain immerhin den sechsten Rang erkämpfte. Eine Platzierung, mit der Schumis Anhänger sicher nicht komplett zufrieden sein werden. Zumal, und das ist fast am wichtigsten, Teamkollege Nico Rosberg vor ihm landete und die Teams von Ferrari, Red Bull und wohl auch McLaren momentan noch deutlich schneller sind.

Alles Dinge, die die Verantwortlichen bei den "Silberpfeilen" nicht glücklich machen werden. Umso überraschender die Reaktion Schumachers nach dem Rennen in der Wüste: Aufgeräumt, gut gelaunt und zu Scherzen aufgelegt trat er vor die Mikrofone und machte Witze auf Kosten des RTL-Formel-1-Clowns Kai Ebel. Allein das war schon nett anzuschauen, aber noch mehr ist es doch erstaunlich, welch angenehme Lockerheit dieser einstige Maschinenmensch, dieser PS-Perfektionist, nach seinem ersten Vollgas-Auftritt nach so langer Zeit verströmte.

Das Feuer brennt
Keine Spur mehr von diesem beinahe verbitterten und enorm erfolgsverrückten Schumacher von vor drei Jahren. Damals, als er in den letzten Wochen seiner "ersten" Karriere gehetzt und getrieben durch seine Welt aus Benzin, Medien und Siegesdruck marschierte. Erschöpft, ausgelaugt. Lustlos und ausgebrannt. Das war Michael Schumacher, dem in dieser Zeit jedes Interview, jede Pressekonferenz und jeder Einblick in sein Inneres zuwider war.

Drei Jahre später scheint alles ein wenig anders zu sein. Schumachers Batterien sind offenbar zum Bersten aufgefüllt. Sein Ehrgeiz ist nach wie vor ungebrochen, wird von ihm aber lange nicht mehr so penetrant und krampfhaft nach außen transportiert. Er kommt gelöst daher und hat wieder Bock aufs Rennen fahren. Natürlich, manches bleibt: Schumachers Technikanalyse nach dem ersten Grand Prix der Saison 2010 war nüchtern, erfolgsorientiert und zielstrebig wie eh und je. Der Mercedes habe Probleme in den Kurven, ja genau, der Top-Speed könne besser sein, stimmt, und an der Aerodynamik könne man immer noch arbeiten, richtig. Schumi ist zurück – aber irgendwie menschlicher.

Wird er jetzt sympathisch?
Mit Hinterherfahren wird Schumacher auf Dauer zwar schwer leben können, aber in Bahrain, da hatte er jede Menge "Spaß". Auch weil er aus "Erfahrung" wisse, "dass das alles noch zu machen" sei. Natürlich will er siegen, aber nach seinem Comeback-Start im Morgenland glaubt man ihm auch, aus purer Lust am Autofahren zurück zu sein.

Marktforscher begründen die Popularität des deutschen Formel-1-Wunderkinds gerne damit, dass ihn die Menschen bewundern wegen seiner extremen Disziplin und unermüdlichen Kampfeswillens. Sympathie spielte in den Analysen bislang eine untergeordnete Rolle. Das aber könnte sich im Laufe des Jahres ändern, was sicher auch den Menschen mit den Taschenrechnern gefallen dürfte. Denn die Formel "Erfolg + Emotion = Schumi" dürfte die Kassen gehörig klingeln lassen.

Wenn Schumacher jetzt volksnah wird, Gefühle zeigt, Schwächen eingesteht – dann hat er persönlich den größten Sieg errungen. Dann haben drei Jahre Pause Sinn gemacht, dann war es von ihm richtig, sich wieder ins Cockpit zu zwängen. In Bahrain wirkte Schumi frisch, fit, fast fidel – ein Eindruck, den wohl alle hatten. Und der Hoffnung macht auf einen anderen Schumi. Genau so schnell - aber mit dem gewissen Extra an Freundlichkeit.

Ein Kommentar von Jens Fischer
 
 
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