Niersbach ist neuer DFB-Präsident

2. März 2012, 15:47 Uhr

Seine Wahl galt als sicher, und in der Tat hat sich der DFB-Bundestag einstimmig für ihn ausgesprochen: Wolfgang Niersbach ist der neue Präsident des Deutschen Fußball-Bundes.

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Theo Zwanziger (r.) übergibt die DFB-Präsidentschaft an Wolfgang Niersbach©

Wolfgang Niersbach ist neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Der bisherige Generalsekretär wurde am Freitag auf einem außerordentlichen Bundestag in Frankfurt am Main einstimmig zum Nachfolger von Theo Zwanziger gewählt.

Niersbach war seit 2007 Generalsekretär beim größten Sportfachverband der Welt. Der 61-Jährige ist der elfte Präsident in der DFB-Geschichte. Zwanziger hatte im Dezember überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Die Wahl Niersbachs durch die 260 Delegierten galt als reine Formsache, nachdem sich der Ligaverband und das Amateurlager bereits vor dem Bundestag schriftlich auf den früheren Journalisten festgelegt hatten.

Zwanziger will trotz seines Abschieds beim DFB bis 2013 in der Exekutive der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und bis 2015 im Führungsgremium des Weltverbandes Fifa bleiben. Der 66 Jahre alte Jurist erhielt am Freitag von Innenminister Hans-Peter Friedrich das Bundesverdienstkreuz.

Niersbach fordert Konzentration auf Kerngeschäft

Helmut Sandrock wird derweil Nachfolger von Wolfgang Niersbach als neuer Generalsekretär des DFB, wie die Delegierten des Bundestages bestätigten.

Der 55-Jährige ist damit der höchste Hauptamtliche der mehr als 200 DFB-Angestellten. Sandrock, gebürtiger Aachener, war bisher Direktor für Spielbetrieb, Talentförderung, Elite- und Partnerschulen, Trainerwesen, Jugend- und Breitenfußball und U-Nationalmannschaften. Niersbach hatte 2007 Horst R. Schmidt als Generalsekretär abgelöst.

In seiner Grundsatzrede auf dem Außerordentlichen DFB-Bundestag sprach sich Niersbach für eine Konzentration auf das Kerngeschäft Fußball aus. "Ich war nie ein Revolutionär oder Revoluzzer", sagte er. "Meine These ist: Je besser wir das sogenannte Kerngeschäft im Griff haben, desto besser und glaubwürdiger stehen wir als Verband da", erklärte Niersbach.

Nationalmannschaft ist "ein Fixstern, der leuchtet"

Der DFB müsse seine Serviceangebote und Dienstleistungen verbessern, forderte Niersbach. An der Ausarbeitung eines neuen Glücksspiel-Staatsvertrages müsse der Sport beteiligt werden, forderte er in Richtung des anwesenden Innenministers Hans-Peter Friedrich. Zudem seien der Kampf gegen Gewalt in den Stadien, die Nachwuchs- und Eliteförderung, die Unterstützung des Frauen- und Mädchenfußballs und ein respektvollerer Umgang mit den Schiedsrichtern weitere Schwerpunktthemen.

"Es kann nicht sein, dass eine kleine Minderheit die Mehrheit regelrecht terrorisiert", sagte Niersbach über die jüngsten Krawalle in den Bundesliga-Arenen. Er habe nun viele Themen gestreift, aber nicht alle, sagte Niersbach zum Abschluss seiner Ansprache. "Aber eine Institution steht für alle Facetten: unsere Nationalmannschaft. Sie polarisiert nicht, hinter ihr steht die ganze Nation. Sie ist ein Fixstern, der leuchtet", sagte der frühere DFB-Pressesprecher.

mlr/DPA
 
 
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