Babbel droht nach 1:4-Debakel die Entlassung

2. Dezember 2012, 16:54 Uhr

Die TSG Hoffenheim hat am 15. Spieltag die vierte Niederlage in Folge kassiert. Gegen Werder hieß es am Ende 1:4. Trainer Markus Babbel droht jetzt die Entlassung. Der HSV hatte Glück in Wolfsburg.

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Dreifachtorschütze Marko Arnautovic (r.) und Nils Petersen freuen sich über Werdes Auswärtssieg bei der TSG 1899 Hoffenheim©

Dank eines Dreierpacks von Marko Arnautovic (29./73./79. Minute) nach der Führung durch Sebastian Prödl (21.) hat sich Werder Bremen für das 1:4 gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Mittwoch rehabilitiert. Für Hoffenheim sorgte Sejad Salihovic (50.) vor 23.500 Zuschauern nur für den zwischenzeitlichen Anschluss, bei einem Sieg aus den vergangenen zehn Spielen bleiben die Kraichgauer weiter auf dem Relegationsplatz der Fußball-Bundesliga - und für Trainer Markus Babbel wird es jetzt richtig eng.

"Zweite Liga, Wiese ist dabei", skandierten die Bremer Fans mit Blick auf den verletzt fehlenden Heimtorwart und Ex-Werder-Keepers Tim Wiese hämisch. Zwar stemmte sich Hoffenheim nach der Pause wie schon in den vergangenen Spielen gegen die Niederlage, blieb aber über weite Phasen leblos und ohne spielerische Einfälle.

De Bruyne bedient Prödl

Für die aufregendste Aktion der Anfangsphase sorgten die Hoffenheimer Anhänger. Nach dem Stimmungsboykott von zwölf Minuten und zwölf Sekunden, mit dem Fans bundesligaweit gegen das geplante Sicherheitskonzept protestieren, warfen die Zuschauer in der Heimkurve Konfetti und Luftschlangen Richtung Spielfeld. Gleich vier Ordner mussten das Tor von Koen Casteels, der erneut Wiese ersetzte, säubern.

Auch im Anschluss an die dreiminütige Unterbrechung stand der Belgier im Blickpunkt. Nach einer Freistoßflanke von Kevin de Bruyne sprang Prödl höher als Joselu, Casteels streckte sich vergeblich nach der Kopfball-Bogenlampe. Beim 16. Gegentreffer nach einer Standardsituation zeigte sich wieder einmal die eklatante Schwäche in Ordnung und Zuteilung der Hoffenheimer Defensive.

Aus dem Spiel heraus bekamen die 1899-Verteidiger die Gäste ebenfalls nie in den Griff. Nach einem Fehler von Daniel Williams und dem Doppelpass von Arnautovic mit de Bruyne joggte Fabian Johnson teilnahmslos hinter dem Österreicher her, der aus zentraler Position keine Mühe hatte.

Schon nach 37 Minuten reagierte Babbel, brachte für die gelbverwarnten Stephan Schröck und Sven Schipplock die Ersatzleute Vicenzo Grifo sowie Roberto Firmino und offenbarte seine personelle Hilflosigkeit: Erstmals in dieser Saison hatte er Stammkraft Firmino zu Beginn auf die Bank beordert. De Bruyne (45.) und Nils Petersen (45.+1) vergaben hochkarätige Chancen, so dass Hoffenheim mit dem dritten 0:2-Rückstand nacheinander zur Pause noch gut bedient war.

Schlimme Babbel-Bilanz

Doch schon zu Beginn der zweiten Halbzeit bewies das Heimteam, dass Bremen keinesfalls eine gefestigte Topmannschaft ist. Hoffenheim übernahm die Kontrolle, im Anschluss an eine feine Kombination überwand Salihovic mit einem Schlenzer Sebastian Mielitz aus kurzer Distanz. Nur sieben Minuten später rettete der Werder-Keeper gegen Joselu, der zwei weitere Hochkaräter per Seitfallzieher (62.) und im Eins gegen Eins mit Mielitz (64.) vergab.

Mit einem direkt verwandelten Freistoß und einer starken Einzelleistung sorgte Arnautovic dafür, dass Babbel bei nur sieben Siegen aus bislang 29 Bundesligaspielen in Hoffenheim ein ganz unruhiger Beginn der Vor-Weihnachtszeit bevorsteht.

Manager Andreas Müller hat die Zukunft des Coaches nach der Pleite denn auch offengelassen und dem Trainer eine Job-Garantie verwehrt. "Wir sind alle wahnsinnig enttäuscht. Es wäre falsch, in der Emotion Entscheidungen zu treffen, aber wir müssen uns natürlich zusammensetzen", sagte Müller am Sonntag beim Pay-TV-Sender Sky. "Wir haben fähige Leute im Verein, werden die Situation knallhart analysieren und werden die Entscheidung treffen, ob wir mit Markus weiter machen oder nicht." Man werde vor der Bundesligapartie am Freitag beim Hamburger SV über die Art und Weise der vierten Pleite in Serie kritisch nachdenken, betonte der Sportliche Leiter. "Die Situation ist prekär, das wissen wir alle."

Und so ging das Nordderby zwischen Wolfsburg und dem HSV aus, bitte blättern Sie.

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