Der Boxermacher

22. Januar 2013, 14:16 Uhr

Zwei Stunden lang austeilen und einstecken beim TuS Finkenwerder. Trainer Mecit Cetinkaya hat die Boxabteilung des Vereins zu einer der besten in Hamburg gemacht. Und zu einem Beispiel für gelungene Integration.

Soundbyte: Mecit Cetinkaya, Boxtrainer „Durchgereizt- fertig – und Feuer!“

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Mecit Cetinkaya hat die Boxabteilung des Vereins zu einer der besten in Hamburg gemacht. Und zu einem Beispiel für gelungene Integration. Die meisten der 50 Nachwuchsboxer kommen aus Einwandererfamilien.

O-Ton: Mecit Cetinkaya, Boxtrainer, TuS Finkenwerder

„Ich bin, sag ich mal, ein Mensch, der einen Migrationshintergrund hat. Und ich bin verdammt nochmal in der Lage, für die Jungs, die es hier wirklich schwer haben, sich in die Gesellschaft zu etablieren, zu integrieren, sich Anerkennung zu verschaffen – ich bin in der Pflicht, mich ein bisschen für die Jungs einzusetzen.“

Trainer wurde Mecit Cetinkaya vor 20 Jahren eher zufällig. Anfangs stieß er in dem Traditionsverein auf Skepsis. Später boxten seine Schüler in der Nationalmannschaft und um Weltmeistertitel. Dabei geht es dem Trainer nicht nur um sportliche Erfolge.

O-Ton Mecit Cetinkaya, von Beruf Maurer

„Wir haben gute Beziehungen zu den Gewerbetreibenden hier in Finkenwerder. Und da kann ich den einen oder anderen mal reinschleusen, auf gut Deutsch gesagt, auch mit einem nicht so tollen Abschluss.“

Wenn Mecit Cetinkaya an ihn glaubt. Der Trainer gibt viel, aber er fordert auch: Einsatz und Disziplin in und außerhalb des Rings. Schon von den Kleinsten.

Soundbyte: Mecit Cetinkaya, Boxtrainer „Du musst zuhören.“

Junge: „Mach ich doch.“

Mecit Cetinkaya: „Nein, tust du nicht. Mach mal fünf Liegestütze – und du gleich mit.“

O-Ton: Kemal Turnagöl, Nachwuchs-Boxer

„Er sieht uns nicht unbedingt wie seine Sportler, sondern eher wie seine Kinder, würde ich schon fast sagen. Er setzt sich genauso außerhalb für uns ein wie jetzt auch beim Training. Also wenn Sie mal dabei wären, wenn er am Ring steht, würden Sie auch merken, dass er ganz anders dabei ist als andere Trainer.“

Die Stadt Hamburg hat ihn mit einem Bürgerpreis geehrt, aber das ist nicht so wichtig für Mecit Cetinkaya. Am meisten freut ihn, wenn seine Jungs ihren Weg machen. Und vielleicht selber irgendwann anderen helfen. Schließen