Singles sollten nach Kiel ziehen

27. Februar 2009, 10:52 Uhr

Wer in München, der selbsternannten "Weltstadt mit Herz", einen Partner finden will, hat laut einer neuen Studie schlechte Karten: Die singlefreundlichste Stadt Deutschlands liegt im Norden. München hingegen landete auf dem letzten Platz.

Single-Metropole, Flirt-Faktor, Singles in Deutschland, Single-freundlich

Wer eine Stadt auch nach der Single-Freundlichkeit auswählt, sollte München meiden©

Nicht erst seit der Kuppelshow "Bauer sucht Frau" hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Partnersuche auf dem Land eher schwierig ist. So gilt denn auch die Großstadt als ideales Jagdrevier für Singles. Doch welche deutsche Großstadt ist am attraktivsten für Alleinlebende? Die Immobilien-Suchmaschine Immobilo hat jetzt im Rahmen ihres Städterankings 308.300 Wohnungsangebote in 30 Städten auf ihre Singlefreundlichkeit durchleuchtet - und kam zu einem überraschenden Ergebnis: Die Ostseestadt Kiel verweist selbst Metropolen wie Berlin, München und Hamburg auf die Plätze.

Kiel punktet mit vielen günstigen Singlewohnungen

Doch Immobilo hat nicht nur die Objektpreise analysiert: In die Bewertung einbezogen wurde auch die Nähe zu "Flirtspots" wie Kneipen, Bars, Diskotheken und Fitness-Studios. Schließlich sei die gute Erreichbarkeit dieser Orte wegen ihres hohen Flirtpotenzials für viele wohnungssuchende Singles ein entscheidendes Auswahlkriterium.

Kiel schneidet im Immobilo-Städteranking beim Kriterium Flirtspot-nahe Wohnungen zwar eher durchschnittlich ab, aber der hohe Anteil an singletauglichen Wohnungen auf dem Markt beschert der Ostseestadt den Sieg: 30 Prozent der Wohnungen sind zwischen 15 und 50 Quadratmeter groß und haben ein bis zwei Zimmer. Auch der vergleichsweise niedrige Mietpreis überzeugt: Eine Kieler Singlewohnung ist zu einem mittleren Mietpreis von 376 Euro zu haben. Eine Singlewohnung in München schlägt dagegen mit durchschnittlich 934 Euro Miete zu Buche, Frankfurter Singles zahlen 923 Euro.

Schlusslicht München

Gut aufgehoben sind Singles insgesamt in Mannheim. Die Universitätsstadt belegt vor Wuppertal Rang zwei des Städterankings. Beste ostdeutsche Stadt ist Chemnitz (Rang fünf). Auf dem letzten Platz landet mit München die bayerische Landeshauptstadt, die sich selbst als Weltstadt mit Herz bezeichnet.

Am günstigsten kommen Singles derzeit in Chemnitz unter, die zweitgünstigsten Mieten bietet der Wuppertaler Wohnungsmarkt. Die meisten Flirtspot-nahen Wohnungen finden Singles hingegen in Wiesbaden: Bei mehr als jeder dritten Wohnung (38 Prozent) haben sie die Wahl zwischen mindestens fünf verschiedenen Hotspots, die weniger als einen Kilometer entfernt sind. Die mittelfränkische Stadt Nürnberg erreicht hier immerhin 36 Prozent, gefolgt von der Rheinmetropole Düsseldorf (35 Prozent). Wer zum Flirten nicht weit laufen möchte, sollte allerdings Bielefeld und Bremen meiden - nur acht Prozent der Singlewohnungen sind hier auch Flirtspot-nah.

Hoher Flirtfaktor, hohe Miete

Das Immobilo-Städteranking zeigt auch, dass sich Vermieter die Nachbarschaft zu Kneipe und Co. zum Teil teuer bezahlen lassen: Bremer Singles müssen für die Flirtspot-Lage ihrer Wohnung im Schnitt über 70 Prozent draufzahlen. Am zweithöchsten fällt die Preisdifferenz zwischen Flirtspot-nahen und -fernen Wohnungen in Aachen aus (35 Prozent). Die Gegenbeispiele sind Wuppertal, Nürnberg und Chemnitz: Hier sind Wohnungen in der Nähe zu Flirtspots sogar günstiger.

Besonders leicht macht Mannheim Singles die Wohnungssuche: Hier sind 31 Prozent der angebotenen Mietwohnungen zwischen 15 und 50 Quadratmeter groß und damit singletauglich. In Leipzig trifft dies nur auf magere elf Prozent zu und auch in Gelsenkirchen müssen sich Singles um gerade mal elf Prozent Singlewohnungen auf dem Mietmarkt streiten. Besonders überraschend: Auch Deutschlands angebliche Singlemetropole Berlin bietet Alleinstehenden kaum geeigneten Wohnraum (zwölf Prozent). Dafür überzeugt die Hauptstadt mit dem vierthöchsten Anteil Flirtspot-naher Wohnungen (34 Prozent).

Die Metropolen sind zu teuer

Keine guten Plätze gab es für die Metropolen: Berlin, Köln, Stuttgart, Hamburg, Frankfurt am Main und München belegen Plätze im hinteren Drittel des Gesamtrankings, was aber vor allem auf die hohen Mietpreise zurückzuführen ist. Nur Berlin bewegt sich mit 460 Euro mittlerem Mietpreis auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Singles mit dickem Portemonnaie sind aber in allen Großstädten gut aufgehoben: Der Anteil an Singlewohnungen ist hoch und bei der Suche nach Flirtspots in Wohnungsnähe bleibt kaum ein Wunsch offen.

Die singlefreundlichsten Städte Deutschlands

Position ges.StadtPosition ges.Stadt
1Kiel16Mönchengladbach
2Mannheim17Hannover
3Wuppertal18Leipzig
4Nürnberg19Bielefeld
5Chemnitz20Düsseldorf
6Braunschweig21Berlin
7Duisburg22Münster
8Dortmund23Bonn
9Augsburg24Köln
10Bochum25Wiesbaden
11Gelsenkirchen26Karlsruhe
12Bremen27Stuttgart
13Aachen28Hamburg
14Essen29Frankfurt a.Main
15Dresden30München

Die Methodik der Studie Immobilo hat im Februar 2009 die Immobilienmärkte der 30 einwohnerstärksten deutschen Städte analysiert. Dabei wurden insgesamt 308.300 freie Mietwohnungen berücksichtigt. Grundlage für die Gesamtbewertung waren die Ergebnisse in fünf Kriterien (Anteil Singlewohnungen am Wohnungsangebot, ihr durchschnittlicher Mietpreis, der durchschnittlicher Quadratmeterpreis für eine Singlewohnung, Preisdifferenz bzgl. Wohnungen mit/ohne Flirtspots in der Nähe und der Anteil Flirtspot-naher Wohnungen an freien Wohnungen insgesamt).

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KOMMENTARE (7 von 7)
 
gubbejohannes (27.02.2009, 16:06 Uhr)
butenkieler
als ehemaliger bewohner der landeshauptstadt kann ich nur schmunzeln,
kiel erwacht nur einmal im jahr zum leben,und das zur kieler woche im juni,
ansonsten pure kleinstaedtische langweile, selbst gratiswohnen waere kein anreiz
Xennia (27.02.2009, 13:37 Uhr)
eher unterkühlt
Kein Wunder, dass Kiel so viele Singlewohnungen hat, die Norddeutschen
haben eine recht zurückhaltende Mentalität, die in der Einsamkeit der
Singlewohnung besser zum Tragen kommt, als in Gemeinschaftswohnungen.
Ob die stark unterkühlte Atmosphäre in Kiel allerdings ideal ist, um den
Partner zum Leben zu finden, wage ich sehr zu bezweifeln.
facilidad_de_ser (27.02.2009, 13:20 Uhr)
@Maria1000
Oh, Du Arme, ich hoffe Du hast Dein Leben bald "durchgestanden".
Leben um zu arbeiten... und der Rest ist eine ganz schlimme Belästigung, da kräuseln sich einem ja die Fussnägel.
dossene (27.02.2009, 13:19 Uhr)
Der Wohnungsmarkt ist sowieso "Single-freundlich" ...
... wer's nicht glaubt, sollte mal eine Famile mit 4 Kindern bei der Wohnungssuche begleiten. Tja, wären es 4 Hunde, dannn wäre es kein Problem - aber Kinder, um Himmels Willen!
Also, liebe Singles, freut euch über einen Single-freundlichen Wohnungsmarkt in einem familienfeindlichen Land.
Maria1000 (27.02.2009, 12:49 Uhr)
Die Nähe zu "Flirt-Hotspots" soll positiv sein?
Da lachen aber viele lärmgeplagte berufstätige(!) Singles.....die meisten wollen es abends nach der Arbeit eher RUHIG im Wohnumfeld, um den nächsten 12-Stundentag wieder durchzustehen!
Eigentlich ist lärm aus nahen Kneipen eher ein "Mionderungsfaktor, vor allem bei den "guten" Wohnungen in "guter" Wohnlage...
einsatzreicht (27.02.2009, 11:55 Uhr)
Die Süddeutschen
@kralli 19
Tschuldigung dass ich jetzt ganz herzhaft Lachen muss :-))))
Weil wir so herzlich und nett sind gibts bei uns einfach weniger Single, wir mögens gern kuschelig, im Gegensatz zu den steifen, eher kühl distanzierten "Preißen"
kralli19 (27.02.2009, 10:57 Uhr)
Die Norddeutschen
Liegt wahrscheinlich einfach daran, das die Norddeutschen einfach die herzlicheren und netteren Menschen sind als die Süddeutschen ;-)
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