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27. November 2005, 09:00 Uhr

Warum die Mittelmeerdiät so gut funktioniert

Fettreiches Essen macht die Blutgefäße träge, Herz-Kreislauf-Erkrankungen können die Folge sein. Bei Olivenöl tritt diese unerwünschte Wirkung nicht ein, haben Forscher nun herausgefunden - zumindest nicht bei allen Sorten.

Olivenöl ist ein wichtiger Bestandteil der so genannten Mittelmeer-Diät© Food-Photography Eising/Picture Alliance

Bestimmte Inhaltsstoffe im Olivenöl machen die Blutgefäße nach einer fettreichen Mahlzeit dehnbarer - dadurch kann das Blut besser zirkulieren. Das konnten spanische Forscher erstmals direkt in einer Studie mit 21 Freiwilligen nachweisen. Verantwortlich für diese Wirkung sind die so genannten Phenole im Olivenöl: Sie sorgen dafür, dass sich Blutgefäße auch nach einem fettreichen Essen problemlos an Veränderungen des Blutflusses anpassen können. Diese Fähigkeit wird bei der Verwendung anderer Fette stark beeinträchtigt.

Die positive Wirkung des Olivenöls bleibt allerdings bei einem niedrigen Phenolgehalt aus, entdeckten die Wissenschaftler um Juan Ruano von der Universität in Cordoba. Sie präsentieren ihre Ergebnisse im Fachmagazin "Journal of the American College of Cardiology".

Zum Frühstück: Weißbrot mit Olivenöl

Olivenöl ist ein wichtiger Bestandteil der so genannten Mittelmeer-Diät, deren positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System schon seit langem bekannt ist. Welche Rolle dabei der Phenolgehalt des Öls spielt, untersuchten die Forscher nun bei fünf Männern und sechzehn Frauen mit erhöhtem Cholesterinspiegel. Sie servierten ihren Probanden dabei an zwei Tagen dasselbe fettreiche Frühstück, bestehend aus 60 Gramm Weißbrot mit 40 Millilitern Olivenöl. Allerdings enthielt das Öl nur an einem Tag eine hohe Phenolkonzentration, am zweiten Tag betrug der Gehalt lediglich ein Fünftel dieser Menge.

Nach dem Frühstück untersuchten die Forscher über einen Zeitraum von vier Stunden, wie gut sich die Blutgefäße in den Fingern der Probanden an schnelle Änderungen des Blutflusses anpassen konnten. Sie simulierten diese Druckänderungen mithilfe einer Blutdruckmanschette. Wenn Gefäßwände nicht oder nur schwach auf derartige Änderungen im Durchfluss reagieren, gilt das als frühes Warnsignal für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Phenolarme Öle wirken nicht

Das Ergebnis war eindeutig: Der Konsum von phenolreichem Olivenöl verbesserte die Anpassungsfähigkeit der Gefäßwände an schnelle Schwankungen der Blutmenge. Kein Effekt zeigte sich dagegen nach der Einnahme von phenolarmem Öl. Wie sich eine fettreiche Mahlzeit auf die Blutzirkulation auswirkt, hängt also von der Art des enthaltenen Fettes ab.

Nahrungsmittel wie Hamburger oder Pommes, die reich sind an anderen Fetten als Olivenöl, verschlechtern die Dehnfähigkeit der Gefäßwände und damit die Blutzirkulation. Konsumenten sollten daher nach Olivenölsorten greifen, die mit "vergine" oder "extra vergine" bezeichnet werden: Sie weisen den höchsten Phenolgehalt auf.

DDP
 
 
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