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14. September 2005, 10:44 Uhr

Vitamin C tötet Tumorzellen

Vitamin C könnte bald zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden. Jeden Tag eine Zitrone zu essen, reicht allerdings nicht aus: Damit der Stoff wirksam ist, muss er hochdosiert direkt ins Blut gespritzt werden.

Mit heißer Zitrone kann man den Krebs nicht bekämpfen - Vitamin C muss direkt ins Blut gespritzt werden© David Hecker/DDP

Direkt in die Venen gespritztes Vitamin C könnte zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden. In einer Laborstudie stellten Wissenschaftler fest, dass Vitamin C zur Entstehung von Wasserstoffperoxid führt, das die Krebszellen gezielt abtötet. Auch im Kampf gegen Infektionskrankheiten könnte Vitamin C eine wichtige Rolle spielen, schreiben Qi Chen vom Nationalen Gesundheitsinstitut in Bethesda und seine Kollegen in der Fachzeitschrift "PNAS".

Bereits vor 30 Jahren ließen erste Untersuchungen vermuten, dass sich große Mengen Vitamin C positiv auf die Krebsbehandlung auswirken. Spätere Studien konnten diesen Zusammenhang jedoch nicht beweisen.

Qi Chen und seine Kollegen mutmaßten, dass die Art der Verabreichung für die unterschiedlichen Resultate verantwortlich war: In der ersten Studie hatte man das Vitamin C direkt in die Venen gespritzt, so dass es im Blut hoch konzentriert vorlag. In den folgenden Untersuchungen wurde es oral verabreicht.

Gesunde Zellen wurden nicht geschädigt

Die Wissenschaftler wiederholten die Ursprungsstudie nun mit zehn Krebszelllinien und vier Kulturen gesunder Körperzellen. Das Ergebnis war eindeutig: Das Vitamin C tötete gezielt die Krebszellen ab, während die gesunden Zellen nicht geschädigt wurden. Damit die Krebszellen abstarben, waren jedoch hohe Konzentrationen des Stoffes im Körper nötig. Sie können beim Menschen nur durch eine Infusion direkt in die Venen erreicht werden.

In den Krebszellen bildete sich nach der Vitamin-C-Injektion vermehrt zellschädigendes Wasserstoffperoxid und tötete die Krebszellen ab. Da selbst hohe Konzentrationen gezielt nur Krebszellen töteten und gesunde Körperzellen nicht beschädigt wurden, könnte der Stoff erfolgreich in der Krebstherapie eingesetzt werden.

Zudem könnte Vitamin C auch zur Behandlung von Infektionskrankheiten verwendet werden: Wasserstoffperoxid spielt im Immunsystem von Säugetieren eine wichtige Rolle bei Abwehr von Bakterien und Viren. Die Forscher wollen nun mit ersten Versuchen an Krebspatienten beginnen.

DDP
 
 
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