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16. August 2006, 10:19 Uhr

12 Freunde sollt ihr sein

Die neun Planeten unseres Sonnensystems werden wahrscheinlich Gesellschaft bekommen: Ceres, Charon und Xena sollen bald in den Rang von Planeten erhoben werden. Doch das Vorhaben könnte noch scheitern.

Die Illustration der Internationalen Astronomischen Union zeigt die zukünftigen Planeten (vlnr): Xena, Charon und Ceres. Rechts im Größenvergleich die Erde© Picture Alliance

Ein Komitee der für die offizielle Benennung von Himmelskörpern zuständige International Astronomical Union (IAU) hat eine neue Definition des Begriffs "Planet" vorgeschlagen. Demnach besitzt unser Sonnensystem nicht neun, sondern zwölf Planeten: die acht klassischen Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun, den bisher als Asteroiden eingestuften Ceres und drei so genannte Plutons - Pluto selbst, seinen großen Begleiter Charon und den Planetenkandidaten 2003 UB 313, inoffiziell auch Xena genannt. Notwendig geworden war die neue Definition, nachdem immer mehr Himmelskörper im Sonnensystem entdeckt wurden, die zum Teil größer als der Planet Pluto sind. Damit die Definition verbindlich gültig wird, müsse nun noch die IAU-Hauptversammlung dem Vorschlag des Komitees zustimmen, berichtet die Vereinigung in einer Erklärung.

Links: Der Plutos Mond Charon, aufgenommen von Hubble. Rechts: Xena von der Erde aus gesehen. Als schwacher Lichtpunkt rechts ist ein Mond Xenas zu erkennen© NASA/W.M. Keck Obervatory/Michael Brown/AP

Neue Definition erlaubt noch mehr Planetenaufnahmen

Nach der neuen Definition gelten für Planeten zwei grundlegende Bedingungen: Sie müssen sich um einen Stern bewegen, ohne selbst ein Stern zu sein, und sie müssen so massiv sein, dass sie durch den Zug ihrer eigenen Schwerkraft eine runde oder nahezu runde Form annehmen. Da diese Kriterien auf mehr Objekte als nur die ursprünglichen neun Planeten zutreffen, erweitert die neue Definition die Planetenfamilie deutlich - aktuell um drei Mitglieder, später jedoch wahrscheinlich noch um eine ganz Reihe weiterer Kandidaten, deren genaue Daten momentan noch geprüft werden.

Der sonnennächste dieser neuen Planeten ist Ceres, der größte Vertreter des zwischen Mars und Jupiter gelegenen Asteroidengürtels. Er wurde bereits im Jahr 1801 entdeckt und galt bisher als Planetoid oder Asteroid. Da er deutlich kleiner ist als die acht klassischen Planeten, schlägt die IAU vor, ihn zur Abgrenzung als Zwergplanet zu bezeichnen. Die anderen beiden Kandidaten, Charon und Xena, befinden sich genau wie Pluto jenseits des Neptuns. Sie bilden zusammen eine neue Planetenklasse, die so genannten Plutons, deren Umlaufbahnen um die Sonne nicht wie die der anderen Planeten in einer Ebene liegen, sondern deutlich dagegen geneigt sind. Charon, der bislang als Plutomond galt, bildet dabei zusammen mit Pluto ein Doppelplanetensystem.

Europa, Titan und Luna haben keine Chance auf Beförderung

Andere große Monde wie Europa, Titan oder der Erdmond werden dagegen auch in Zukunft nicht als Planeten bezeichnet, da der Massenschwerpunkt, um den sie sich bewegen, innerhalb ihrer Mutterplaneten liegt, während er sich bei Pluto und Charon zwischen den beiden Himmelskörpern befindet. Ob die neue Definition tatsächlich verbindlich wird, werden die Mitglieder der IAU in einer gemeinsamen Abstimmung am 24. August beschließen. Zuvor solle der Definitionsentwurf noch ausführlich diskutiert und bei Bedarf überarbeitet werden, berichtet die Vereinigung.

 
 
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