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2. März 2009, 09:28 Uhr
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Das Gruseln vor dem "Genmais"

Maisfelder, auf denen genetisch veränderte Pflanzen wachsen, werden oft von Umweltaktivisten zerstört. Doch derart manipulierte Lebensmittel möchte ohnehin kaum jemand essen. Warum sind diese Pflanzen so gefürchtet? Welche Ängste sind unbegründet, und wo haben die Kritiker recht? Von Nina Bublitz

Kein Mais, aber gentechnisch verändert: Eine Kartoffelpflanze wächst im Labor heran© Picture-Alliance

Ohne Gentechnik" soll künftig auf tierischen Lebensmitteln stehen, wenn keine gentechnisch veränderten Futtermittel verwendet wurden. Ein Anreiz für die Erzeuger, denn gerade die "grüne Gentechnik", die Veränderung von Pflanzen, ist hierzulande extrem unbeliebt.

Genmais, allein das Wort klingt schon schaurig. Dabei ist genau genommen jeder Mais Genmais - Gene enthält jede Pflanze. In rauen Mengen. Dieser Fakt ist nicht unbedingt allgemein bekannt, wie die europaweite Umfrage "Eurobarometer" zeigt: Im Jahr 2005 hielten rund 35 Prozent der Befragten die - falsche - Aussage "Normale Tomaten enthalten keine Gene, während genetisch modifizierte welche haben" für korrekt. Und etwa jeder vierte hielt die - falsche - Befürchtung für wahr, dass das Essen manipulierter Früchte auch das eigene Erbgut verändern könne. Da ist es nicht verwunderlich, dass 70 bis 80 Prozent der Verbraucher gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnen. Und dass Felder, auf denen in Deutschland Bt-Mais, eine von Monsanto erzeugte Sorte, wächst, regelmäßig von Umweltschützern zerstört werden.

Ein mögliches Risiko der veränderten Produkte: Sie könnten Allergien auslösen. Dies wird zwar vor der Zulassung des Lebensmittels überprüft, reicht aber nicht unbedingt aus, um Verbrauchern die Sorge zu nehmen. Denn "in der Wahrnehmung sind niedriger Nutzen und ein hohes Risiko miteinander verknüpft", erklärt Professor Ortwin Renn, Leiter der Abteilung Technik- und Umweltsoziologie an der Universität Stuttgart. Und die Produkte bieten dem Kunden bislang keinen Vorteil, weil sie weder günstiger noch gesünder sind. Renn: "Was nutzt es dem Verbraucher, wenn der Mais weniger Probleme mit einer Schmetterlingsraupe hat?"

Auch Professor Mark Stitt vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie stellt fest, dass die Vorteile der bisher angebauten gentechnisch veränderten Nutzpflanzen nur schwer zu vermitteln seien. Sie hätten zwar auch positive Effekte auf die Umwelt, diese seien jedoch nicht sofort für den Verbraucher ersichtlich. Sind die Pflanzen etwa unempfindlicher gegen Schädlinge, können Bauern Pestizide einsparen, die sonst die Umwelt belasten würden. Stitt plädiert für einen vorsichtigen Umgang mit der Gentechnik: "Neue Methoden in der Landwirtschaft müssen immer genau beobachtet und kontrolliert werden. Durch Dünger und Pestizide etwa hat man in den vergangenen Jahrzehnten zwar die Erträge stark gesteigert - aber einige negative Folgen dieser Anwendungen hätten vermieden werden können, wenn man gleich kritischer gewesen wäre." Einen Kritikpunkt der Gentechnik-Gegner, entschärft Biochemiker Stitt - zumindest für Deutschland: die Auskreuzung der veränderten Gene in wild wachsene Pflanzen. "Dieses Risiko ist bei vielen der Nutzpflanzen hierzulande nicht vorhanden, weil es keine 'wilden Verwandten' gibt, mit denen dies geschehen kann. Bei gentechnisch verändertem Mais in Mexiko besteht das Problem theoretisch, in Deutschland aber nicht."

Möglich ist dagegen, dass umstehende Maisfelder beeinträchtigt werden. Daher wurden Mindestabstände festgelegt: 150 Meter zu konventionell angebautem Mais, 300 Meter zum Feld eines Biobauern.

Auf dem Weg zum Saatgut-Monopol

Ein bedenklicher Aspekt der grünen Gentechnik ist sicher, dass der weltweite Markt mit Saatgut durch sie noch noch mehr in die Hände weniger großer Konzerne gerät. Diese Konzerne können dann zunehmend die Preise diktieren, wenn den Landwirten keine praktikablen Alternativen zur Verfügung stehen. Selbst das unveränderte Saatgut dürfen Bauern nicht einfach vermehren. Das muss der Saatguthersteller erst lizenzieren, es kostet also extra. Zudem sind viele der heute angebauten Linien Hybride, die sich kaum vermehren lassen. Beim gentechnisch veränderten Saatgut ist die Lage jedoch noch verschärft: "Monsanto lizenziert nicht eine Maissorte, sondern das veränderte Gen, das in verschiedene Maissorten eingebracht wird", erklärt Stitt. Bedenkliche Patente - viele Organisationen, unter anderem Greenpeace, fordern, dass solche Patente auf Leben generell untersagt werden.

Immerhin: "Zu diesem Zeitpunkt läuft ein großer Teil der grünen Gentechnik in öffentlichen Instituten", sagt Professor Stitt. "Ich hoffe sehr, dass dies so bleibt." Er nennt ein klares Ziel für die Landwirtschaft weltweit: Die Mengen an Dünger und Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren - und zwar ohne dass die Erträge sinken. "Wir haben nicht den Luxus, weltweit komplett auf Bioanbau umzustellen, auch wenn die ökologische Landwirtschaft sehr schöne Seiten hat, weil zum Beispiel der Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln deutlich reduziert ist. Doch die Erträge sind im Vergleich zum konventionellen Anbau schlecht. Beim Getreide erreicht man sogar nur die Hälfte des Ertrags."

Verbesserte Züchtung

Wie soll die Gentechnik überhaupt die Erträge steigern? Stitt: "In der Zukunft werden andere Merkmale von Pflanzen verändert, sodass sie bei Kälte, Dürre oder auf stickstoffarmen Böden besser wachsen. An solchen Pflanzen wird geforscht." Doch diese Veränderungen sind deutlich komplizierter als die bisher erfolgten. Beim Bt-Mais etwa wurde ein zusätzliches Gen eingefügt, damit die Pflanze ein weiteres Eiweiß produziert. Ein ganz neuer Mechanismus also, der in keinen der in der Pflanze stattfindenden Kreisläufe eingreift. "Bei der Toleranz gegen Trockenheit ist das etwas ganz anderes - hier existieren schon Mechanismen in der Pflanze, an denen Dutzende, wenn nicht Hunderte Gene beteiligt sind. Deshalb ist eine Manipulation ungleich schwieriger", erklärt Mark Stitt.

Muss es also Gentechnik sein? Wahrscheinlich - sie kann allerdings auch nur indirekt in der Pflanzenzüchtung eingesetzt werden. Mark Stitt, der sich neben der Gentechik auch der Erforschung der natürlichen Vielfalt und der Frage, wie diese in der konventionellen Pflanzenzüchtung genutzt werden kann, widmet, erklärt: "Die Züchtung verbessert sich durch den biotechnologischen Fortschritt, weil man inzwischen bestimmte genetische Merkmale identifizieren und gezielt züchten kann." Die Gentechnik wird quasi als Werkzeug genutzt, um Informationen zu gewinnen und Ergebnisse zu prüfen. "Aber die Pflanzen entstehen natürlich über Kreuzungen, das heißt, sie sind nicht gentechnisch verändert."

Von Nina Bublitz
KOMMENTARE (10 von 14)
 
Zuechter (18.01.2008, 08:46 Uhr)
Koexistenz
Das Problem ist, dass es keine Koexistenz gibt wie die Geschichte von Percy Schmeiser in Kanada zeigt. Gentechnik ist das Risiko, das sich selbst vermehrt. Atommüll kann man vergraben, aber freigelassene Gentechnik vermehrt sich weiter und ist nicht mehr einzufangen. Und vonwegen man kann von anderen Züchtern Saatgut kaufen - dieses Saatgut wird irgendwann verseucht sein, Pollen sind nicht aufzuhalten. Damit ist die Möglichkeit Koexistenz ein Märchen. Und wenn dann im eigenen lange Jahre züchterisch entwickleten Saatgut fremde patentierte Gene auftauchen wird man verklagt, wie es Percy Schmeiser passierte. Das ganze ist ein Eingrif in die Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen und man sollte diese Menschen, die das sehen nicht als Neurotiker bezeichnen, es sind Menschen die den Ernst der Lage erkennen. LG
hevosenkuva (18.01.2008, 02:00 Uhr)
@Akorahil
Ah, das klingt doch schon besser. So kommt Kommunikation zustande, verkürzt: Wald-rein-Wald-raus.
Das äusserst komplexe Thema der Gentechnik im Nahrungsmittelbereich hier zu beleuchten sprengt wohl die Möglichkeiten, deshalb erst mal ein paar Links zur Erläuterung:
foodwatch.de/kampagnen__themen/gentechnik/koexistenz/interview/index_ger.html
www.greenpeace.at/438.html
www.transgen.de/forum/index.php?inc=read&f=1&i=7082&t=7062
www.trueten.de/archives/3812-Percy-Schmeiser,-alternativer-Nobelpreistraeger-zu-Gast-in-Nuertingen.html
Geht es hier um eine Verschwörungstheorie einer Hand voll Öko-Spinnern? Kann der Mensch die Gene wirklich beherrschen, um- und austauschen wie er will? Gibt es bei gezielten transgenen Eingriffen keine Wechselwirkung, keine Mutationen, keine Verselbständigung? Die Gen-Lobby stellt es jedenfalls so dar und untermauert ihre de facto nicht vollständig zu beweisenden Behauptungen hauptsächlich mit millionenschweren Argumenten: bezahlte Wissenschaftler erstellen bezahlte Studien um ein milliardenschweres Geschäft nicht zu gefährden.
Auch beim Atom wurde und wird immer wieder behauptet, man hätte es im Griff, das Restrisiko wäre zu vernachlässigen. Leichtfertiger Umgang hat in den letzten Jahren zu mehreren "Vorfällen" auch in deutschen Atomkraftwerken geführt, mehrmals hat nur etwas Glück eine größere Katastrophe verhindert.
de.wikipedia.org/wiki/St%C3%B6rf%C3%A4lle_in_europ%C3%A4ischen_Atomanlagen
Und das Atom ist im Gegensatz zum Gen sogar noch eine gut erforschte und relativ leicht zu durchschauende Angelegenheit. Die Dimension der Möglichkeiten, sowohl der "positiven" Nutzung als auch der ernsthaften Probleme und Konsequenzen, ist meiner Meinung nach durch unser Vorstellungsvermögen überhaupt nicht zu erfassen.
Akorahil (18.01.2008, 00:53 Uhr)
Hallo hevosenkuva,
ich wollte mit dem Vergleich darauf hinweisen, dass meines Wissens noch nie ein Unternehmen an einem gewissen Punkt gesagt hat "es reicht, hören wir doch einfach auf zu wachsen!". Jedes Unternehmen will ein möglichst Stück vom Kuchen. Vielleicht ist der Vergleich zu Microsoft oder zur Situation auf dem deutschen Strommarkt besser: auch dort hat der Kunde die Wahl, erlaubt aber durch sein Verhalten das Erreichen von beherrschenden Strukturen. Dass die Mehrheit der Unternehmen es nicht schafft, solch eine Position zu erringen, bedeutet nicht, dass es nicht versucht wird.
Ihrem Stil nach zu urteilen scheinen sie so eine Diskussion eher als eine Art Duell zu betrachten denn als Austausch und Meinungsbildungsmöglichkeit. Sie wollen sich duellieren? – Bewaffnen sie sich (argumentativ)! Interessant hierbei, dass sie mir Überheblichkeit und „oblatendünnen Kram“ vorwerfen, auf andere Beiträge hier, die wohl kaum „dicker“ sind, aber gar nicht eingehen. Ist Polemik bzw. Beleidigung (siehe Kommentar von quintus11) denn angebracht, wenn sie ihre Position unterstützt, andernfalls aber nicht? Zurück zum Vergleich: Sie vergleichen zum töten geschaffene Atombomben mit mehr als 265.000 verursachten Todesfällen mit grüner Gentechnik, welche Lebensmittel liefern soll (0 Todesfälle). Es hat sich mir nicht erschlossen, wieso Ihr Vergleich stichhaltiger sein sollte als meiner, und Ihr neuer Kommentar schafft da leider auch keine Abhilfe. Auch gehen auf den „oblatendünnen Kram“ nicht ein.
Eine inhaltliche Auseinandersetzung findet nicht statt.
Ich denke, jeder hat seinen Standpunkt klargemacht und dass hier ist ja nur die Kommentarrubrik, man kann ruhig einfach mal einfach seine Meinung sagen und muss nicht alles immer haarklein begründen. Dann sollten Sie aber Kritik nicht in einer Weise äußern, die mich die darin enthaltenen Vorwürfe (Überheblichkeit, fehlender Inhalt) zurückgeben lässt. Wenn mein Statement tatsächlich zu „dünn“ war, dann sollte es doch ein leichtes sein, mich argumentativ eines Besseren zu belehren, ohne hier Platz (und Ihre Zeit) mit Redundanz und Polemik zu verschwenden.
Wn meinen Sie eigentlich im letzten Satz des Beitrages und wie oder durch wen könnte dieser Faktenmangel beendet werden?
Zum eigentlichen Thema sei noch angemerkt, dass „Genfood“, sollte es sich tatsächlich als minderwertig oder gefährlich erweisen, vermutlich von alleine wieder verschwinden wird. Immerhin gibt es ja jetzt schon keine breite Zustimmung dafür, wenn der Markt einbricht wird auch ein sicheres Produkt eingestellt. Wie gesagt, ich denke das Wichtigste sind die Sicherheitsstudien, der Rest kann sich ganz von alleine ergeben, der Verbraucher bzw. Wähler hat es in der Hand. Jeder kann die Produkte boykottieren und für eine scharfe Kennzeichnungspflicht stimmen.
hevosenkuva (17.01.2008, 23:19 Uhr)
@Akorahil
Viel gesprochen, wenig gesagt. Ich wüsste nicht, dass VW oder Siemens weltweite Monopole anstreben oder ähnliche Allmachtphantasien pflegen? Man muss da doch bitte differenzieren, wie Sie zwischendurch doch ganz richtig meinen.
Auf den ganzen anderen oblatendünnen Kram, den Sie da so nonchalant überheblich reinschleudern, werde ich jetzt nicht weiter eingehen, außer vielleicht noch auf "Zum Schluss noch zu Punkten anderer:" Man kann zwar auch aus falschen Fakten richtige Schlüsse ziehen, aber nur wenn auch mal welche hat.
Akorahil (17.01.2008, 21:54 Uhr)
seltsame "Debatte"
Dass ein Thema, das 1) emotional aufgeladen und 2) gewisse Kenntnisse (und die Bereitschaft, neues Wissen zu akzeptieren!) erfordert, zu mitunter verwunderlichen Beiträgen führt, war jedem klar. Auch wenn es hier nur um "Kommentare" und keine sachdienliche Debatte geht, sollte man dennoch etwas auf das Niveau achten.
@hevosenkuva:
jeder Konzern will Marktmacht, das ist bei VW oder Siemens auch nicht anders. Und wieso erinnert das an die Atombombe? Glauben sie wirklich, dass jemand bei einer Kernwaffe jemals von friedlichen Anwendungen gesprochen hat...? Das die KernTECNIK ein zweischneidiges Schwert ist bestreitet niemand, aber man sollte nicht alles in einen Topf werfen.
Was ist eigentlich Ihre Meinung zu der Aussage des Artikels, dass man schlecht fremde Gene in "die Natur" einbringen kann, wenn kein natürliches Pendant vorhanden ist?
@ Nobilitatis & Known:
Sie finden den Artikel einseitig? dann machen sie sich doch nicht genau dessen schuldig, was sie ihm vorwerfen! Erörtern Sie doch was GENAU sie am "Genfood" oder der Gentechnik als Ganzes stört! Bringen sie Argumente, bringen sie Quellen! Jemandem unausgewogene Berichterstattung vorzuwerfen ohne selbst auch nur das mindeste an Tatsachen anzuführen ist doch etwas simpel, oder?
@sammy13:
Die Bienen in den USA werden meines Wissen durch eine bestimmte Milbe dahingerafft bzw. durch andere Insekten. Die entsprechende Forschung dazu wird übrigens nicht durch Firmen der grünen Gentechnik gesponsert (um sie zu korrumpieren).
Die Anzahl der ehemaligen Bundeskanzler Deutschlands ist kürzlich gestiegen, gleichzeitig die Feintstaubbelastung der Luft! ZUFALL???????
Die Anzahl der Kopfjäger Südasiens ist in den letzten 200 Jahren zurückgegangen, und GLEICHZEITIG bilden sich die Gletscher zurück! ZUFALL??????
Sie wollen keine Berichte von Wissenschaftlern zu dem Thema?! Kann ich verstehen, ich frage auch meinen Klemptner, ob ich ne Magen-OP brauche und meinen Bäcker, ob er mich vor Gericht vertreten würde...
mal im Ernst, wer soll sich denn äußern, wenn nicht die Experten? Es gibt sicher auch kritische Wissenschaftler als den hier vorgestellten, man muss sich nur die Mühe machen, sie mal selbst zu suchen. Sie wollen Beweise, aber keine Wissenschaftler... hm, Ihr Vorschlag?
@ quintus11:
ok, selbes Niveau wie der Vorschreiber, versuchen wir es dennoch.
Sie sind mit den Aussagen des Artikels nicht einverstanden, aber liefern auch selbst nichts. Welche Qualifikationen haben Sie eigentlich, um über den Artikel und diesen Sitt ein fundiertes Urteil abgeben zu können? Ein Titel schützt vor Dummheit nicht, kein Titel aber auch nicht ;-)
Zum Schluss noch zu Punkten anderer:
Monsato (oder Gentechnikkonzern XY)ist sicher nicht der einzige Samenabieter weltweit. Wenn Landwirte etwas nicht kaufen wollen, müssen sie auch nicht. Wenn einer damit anfängt, andere sich aus Angst vor dessen möglicher Überlegenheit genötigt sehen, gleichzuziehen und sich das Produkt schließlich als schlecht erweißt, wird der Erst-Verwender von Gentechnik keinen Vorteil haben. Vielleicht aber die anderen, weil sie bei ihm sehen können, was auf sie zukommen könnte. Das ist so natürlich etwas zu simpel, aber anstatt die ganze grüne Gentechnik zu verwerfen ließen sich auch politische und rechtliche Regelungen schaffen, die die Bauern schützen und den möglichst sinnvollen Einsatz von gentechnisch erzeugten Pflanzen.
Zum Punkt "Einbringen in die Natur":
Wir sollten zwei Dinge nicht vergessen: Viele meinen mit "Natur" wohl eher die mitteleuropäische Kulturlandschaft. Mit dem natürlichen Zustand hat diese ohnehin nichts mehr zu tun. Zur Erinnerung: Nein, Mais ist keine einheimische Pflanze, genauso wenig wie Kartoffel oder Tomate. Ersten stammen sie nicht von hier und zweitens wurden auch sie schon vor Generationen verändert. Grobschlächtig, langsam, und ohne dass jemals Tests zu ihrer Unbedenklichkeit durchgeführt wurden. Durch das, was heute "Gentechnik" genannt wird, kann GEZIELT eingegriffen werden, dementsprechend gezielt kann auch nach möglichen Gefahren gesucht werden!
Übrigens ist unser "natürlicher" Weizen ebenfalls genetisch (sogar auf Genomebene!)anders beschaffen als die wirklich natürlichen Sorten, aber auch das wird gerne vergessen. Eine Genveränderung wird aber nicht gefährlicher oder ungefährlicher, nur weil sie durch Züchtung entstanden ist und nicht durch moderne "Gentechnik".
Mir soll es hier nicht um eine pauschale Verteidigung der grünen Gentechnik (oder aller Gentechnik)gehen. Aber bei einem so wichtigen Thema sollte man doch die Scheuklappen abnehmen und entlang von Fakten oder fundierten Hypothesen argumentieren (Auch wenn der Typus "sammy13" wohl eher dem Glauben schenken mag, was ihm sein Glückskeks/Horoskop/Zauberball sagt).
Ich bin ebenfalls nicht dafür, jede neue technische Möglichkeit in naivem Fortschrottsglauben zu umarmen und unkritisch einzusetzen. Es muss unabhängige Tests geben, auch wenn Risiken gering erscheinen. bei der gesellschaftlichen Debatte allerdings soll sich doch bitte jeder in die Lage versetzen, mitzureden, und nicht einfach pauschal jede andere Meinung als falsch, dumm, bestochen usw. abtun. Oder gleich intellektuell ganz zu kapitulieren, wie dass einige getan haben.
Noch mal der Aufruf: Wir sollten offen sein für neues Wissen, kritisch unsere eigene Meinung (damit meine ich auch alle Befürworter) überprüfen und unsere oft aus Unwissenheit gespeisten Ängsten nicht von politischen Parteien instrumentalisieren, die mit der „Genangst Karte“ noch ein paar Sitze mehr erlangen wollen.
Zuechter (17.01.2008, 15:38 Uhr)
Gendreck weg
Wenn ein Volk etwas nicht will sollten die Volksvertreter auch den Willen des Volkes vertreten, was hier leider nicht passiert.
Monsanto ist daran interessiert Geld zu machen und nicht irgendwelche Armen in der dritten Welt vom Hunger zu befreien. Z.B. gab es in den armen Ländern eine Vielzahl von alten Sorten, die an die Bedingungen angepasst waren, diese wurden mit der Grünen Revolution aus den Ländern verdrängt um die Hochleistungssorten anzubauen, nun lagern diese Sorten in den Bunkern der Saatgutmultis und werden in neuem Gewand und patentiert teuer verkauft.
Es ist ein Witz wenn gesagt wird 300 m Abstand würde reichen um Kreuzungen auszuschließen. Pollen fliegt ewig weit und gerade die Windbestäubten Arten sind so schnell mit fremden Genen verseucht.
Diejenigen die das entscheiden müssen wir uns merken um sie beizeiten zur Rechenschft zu ziehen. LG
RomanTicker (17.01.2008, 15:37 Uhr)
Dummes Gewäsch in den Kommentaren
In den Kommentaren hier findet sich mal wieder jede Menge dummes Gewäsch. Wissenschaft und Forschung haben die Menschen voran gebracht.
Es ist Unwissenheit, die Angst macht. Für Mensch und Umwelt ist die konventionelle Pflanzenzucht nicht besser als kontrollierte Gentechnik. Die ganzen Pestizide sind nicht gerade umweltneutral. Außerdem werden bei der Pflanzenzucht auch ohne die Gentechnik Gene von Pflanzen verändert, indem radioaktive Stoffe oder Chemikalien benutzt werden, verschiedene Gattungen gekruzt werden, etc. Das nennt man nur nicht Gentechnik. Die im Artikel angesprochene Gefahr von Allergien gibt und gab es auch vorher schon, nur dass es damals nie Studien dazu gab. Die konventionell gezüchteten Apfelsorten, die es heutzutage gibt, sind z.B. allergienauslösender als uralte Sorten. Da war keine Gentechnik im Spiel und entsprechend mussten keine Untersuchungen zu Unbedenklichkeit, etc. gemacht werden.
quintus11 (17.01.2008, 15:31 Uhr)
Absolut unwissenschaftlich!
Welches Problem haben Journalisten und Politiker gemeinsam? Sie sind auf nicht spezialisiert und werden trotzdem gezwungen zu allem ihren Senf abzugeben. Dieser Artikel reiht eine Behauptung an die andere ohne auch nur ansatzweise auf Erfahrungen in der Ralität einzugehen. Besonders die - wahrscheinlich gesponserten Aussagen des Herrn Proffersors Sitt werden unkommentiert widergegeben. Ein Titel schützt aber vor Dummheit und Bestechlichkeit nicht! Meinen sie ernsthaft, dass nur Mais verändert wird?
sammy13 (17.01.2008, 15:27 Uhr)
Gen-Mais
Alles redet nur über die Erträge, Verbilligung von Anbau, Erhöhung des Gewinns, NIEMAND redet aber über die Folgen in der Natur! Es sei nur dahingestellt: In den USA grassiert ein enormes Bienensterben -Schuld der Gentechnik???????? Niemand geht der Sache nach. Für mich ein klares Signal! Hier in Europa meldete man in sehr kleinen Beiträgen ein Ausbleiben der Insekten in und an Genfeldern, ZUFALL???
Es ist doch klar, wenn diese Folgen(?) nicht geklärt werden, nimmt man dem Konsumenten NICHT die Angst vor dem "Genmais", bzw. genveränderten Pflanzen. Warum berichtet niemand über diese Sachen?Jedr möge sich sein eigenes Urteil bilden - aber bitte NICHT Bla-Bla-Berichte der Wissenschaft bringen, nein BEWEISE!!!!
whismerh2 (17.01.2008, 15:24 Uhr)
Monsanto&co.
Solange diese Konzerne geschützt von
ihren Poltikern auf die Menschheit
losgelassen wird, kann da nichts Gutes bei rauskommen.Es gibt ja nichts grundlegendes gegen resistente
Pflanzen zu sagen, aber die Entwicklung auf den Menschen ist noch nicht eindeutig erforscht brisante Veränderungen bei Tier und Mensch werden verschwiegen.
Solange Firmen wie Monsanto eine Macht-und Monopolstellung besitzen kann es einem nur Angst und Bange werden.
Diesen Firmen geht es rein um Profit, Machstellung und Kontrolle
in der weltweiten Ernährungsindustrie.
Einfach mal zum Spass in Googel
mal Monsanto Schwein und Gen eingeben
ist auf jedenfall sehr aufschlussreich und da hört der Spaß
dann spätestens auf.
Und diese Firmen werden von Politiker und Co geschützt und unterstützt.
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