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25. Januar 2006, 12:16 Uhr

Ein acht Millimeter großer Rekordhalter

Er gehört zur Familie der Karpfen, ist so groß wie eine Mücke und durch seinen durchsichtigen Kopf kann man das Gehirn sehen: Ein indonesischer Fisch ist das kleinste Wirbeltier der Welt.

Sieht nicht so aus, gehört aber zu den Karpfenartigen: Paedocypris progenetica© Reuters

Biologen haben in den Regenwäldern der indonesischen Insel Sumatra das kleinste Wirbeltier der Welt entdeckt. Es handelt sich um einen Fisch mit der Größe einer Mücke: Das kleinste geschlechtsreife Weibchen war gerade einmal 7,9 Millimeter. Der Fisch gehört zur Familie der Karpfen, berichtet die Gruppe um Ralf Britz in den "Proceedings B" der britischen Royal Society. Sie tauften den Winzling auf den Namen Paedocypris progenetica.

Selbst ausgewachsen sieht der Fisch aus wie eine Larve, ist durchsichtig und gibt den Blick frei auf einen rudimentären Schädel und das Gehirn. Das Männchen weist ausgeprägte Flossen auf, was laut Aussagen der Forscher auf eine spezielle Fortpflanzung schließen lasse.

Zusammen mit der ebenfalls neuen und nur wenig größeren Art Paedocypris micromegethes aus Malaysia begründet der indonesische Winzling eine ganz neue Gattung, wie Britz gemeinsam mit Kollegen aus Singapur und der Schweiz schreibt.

Sein Lebensraum ist bedroht

Der Lebensraum und somit das Überleben des bizarren Tieres ist bedroht: Paedocypris progenetica kommt nur im seltenen Torfmoor-Wald vor, in dem die Bäume in meterdicken, weichen Torfschichten verwurzelt sind, über denen das Wasser steht. Die Zerstörung der Lebensräume gefährde das Überleben der Mini-Fische und damit die Möglichkeit der weiteren Erforschung.

Paedocypris progenetica unterbietet den bisherigen Winzigkeitsrekord um einen halben Millimeter. Bisher galt der Korallenfisch Schindleria brevipinguis als das kleinste Wirbeltier der Welt - bei diesem Fisch ließ sich Britz zufolge die Geschlechtsreife aber nur bei einem 8,4 Millimeter langen Weibchen eindeutig nachweisen.

DPA/AP
 
 
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