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Chevrolet Corvette: Vetten, dass...

Zum 50. Geburtstag der Corvette mussten Fans und Gratulanten auf großartige Jubelfeiern verzichten. Das Jubiläum fiel umfassenden Umbauarbeiten am Chevrolet-Modellprogramm zum Opfer.

Zum 50. Geburtstag der Corvette mussten Fans und Gratulanten auf großartige Jubelfeiern verzichten. Das Jubiläum fiel umfassenden Umbauarbeiten am Chevrolet-Modellprogramm zum Opfer, das der GM-Konzern nach den Anschlägen vom 11. September eingeleitet hatte. Exklusive Nischen-Modelle mussten hinter umsatzträchtigen Allerweltsautos zurückstehen.

Ist die C6 eine Sünde wert?

Das Jahr der Corvette

Entschädigt werden Freaks und Fetischisten mit einem um so größer gefeierten, 51 Jahrestag. Eingeleitet wird das Jahr der Corvette schon auf der Detroit Motorshow. Ab dem 7. Januar darf die neuste "Vette", wie Anhänger ihre Straßen-Domina gerne nennen, ins Licht der Öffentlichkeit. Auf die Piste darf das Hardtop-Coupe allerdings erst im dritten Quartal 2004. Ab Herbst wird eine Cabrio-Version bei den Händlern in den USA stehen.

Die wenigen germanischen Anhänger amerikanischer Sportlichkeit müssen noch mindestens bis Herbst warten, bevor sie einen der dicken Kotflügel in ihre Arme schließen dürfen. Im Anschluss soll deren Zahl allerdings deutlich zunehmen. Schafften es bislang lediglich 1.200 Corvettes nach Europa, stellt man sich Bowling Green/Kentucky "mindestens eine Vervierfachung" der Verkäufe vor, konkretisierte Bob Lutz, GMs oberster Vordenker für neue Modelle, unlängst die Erwartungen an den Ur-amerikanischen Sportwagen.

Schrumpfen für Europa

Um den speziellen Ansprüchen der Sportwagenfahrer vom alten Kontinent gerecht zu werden, musste die Vette abspecken. Die C6 ist 13 (!) Zentimeter kürzer als ihre Vorgängerin, in der Breite fehlen ihr 2,5 Zentimeter. Zusammen mit dem 3,5 Zentimeter längeren Radstand ergibt das nicht nur eine beinahe ausgeglichene Gewichtsverteilung, sondern auch einen kompakten Sportwagen, der an die legendäre Corvette Stingray erinnert.

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Auffällig ist die zerfurchte Motorhaube mit den ovalen Scheinwerfern, die zum Stoßfänger hin spitz zuläuft. Unverzichtbar sind die Kiemen, die auch der C6 in die Seite geschnitten wurden. Über sie entsorgt das Triebwerk einen Teil seiner Abwärme. Ganz klassisch kommt das weit nach oben gezogene Heck daher. Vier runde Heckleuchten im Format von Infrarot-Wärmelampen erinnern ebenfalls an die dritte Corvette-Generation, der auch die Stingray entsprang.

Technische Daten

Motor

Achtzylinder V-Motor

Hubraum

5.970 ccm

Leistung

405 PS / 298 kW

Länge/Breite/Höhe

4.435/ 1.844/ 1.246 Millimeter

0-100 km/h

4,3 Sekunden

Höchstgeschw.

290 km/h

Sechs Liter Hubraum

Unter der nach wie vor unverschämt langen Motorhaube wummert es kräftiger als je zuvor. Der weiterentwickelte V8-Motor hört jetzt auf den Namen LS2 und darf seine Kraft aus sechs Litern Hubraum schöpfen. Unterm Strich kommen so 405 PS, Drehmoment von 543 Newtonmeter und eine Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h zusammen. Das reicht, um so ziemlich jeden europäischen Sportwagen in seine Schranken zu weisen. Optional ließe sich mit der Motorkraft auch ein texanisches Kaff mit Strom versorgen. Schade nur, dass GM keine Fünfgang-Automatik im Angebot hat, die so viel Kraft an die Hinterräder bringen kann. So müssen auch zukünftige Corvette-Kunden mit der pomadigen Viergang-Version leben oder zur manuellen Sechsgang-Schaltung greifen.

Neben ausführlichen Tests auf europäischen Rennstrecken will Chevrolet die verwöhnte Europäische Kundschaft vor allem mit einem ansprechenderen Innenraumdesign für die Corvette begeistern. Viel Leder und Alu-Intarsien sollen so wenig wie möglich Platz für amerikanisches Grusel-Plastik lassen. Optional locken Hightech-Schmankerl wie ein Head-Up-Display.

Für Schnäppchen-Jäger

Um die 50.000 Euro musste man bisher für eine Corvette in Deutschland anlegen. Das wird sich auch nach dem Modellwechsel kaum ändern und die Vette damit zum echten Schnäppchen werden. Wetten, dass die C6 mit ihrem schicken Look, dem höllischenDrehmoment und dem praktischen abnehmbaren Dach noch so manchem Euro-Sportler in die Quere kommen wird?

Jochen Knecht

Wissenscommunity