VG-Wort Pixel

Elektromobilität Abgespeckt, aber außergewöhnlich: Start-up will Elektroauto mit Solardach auf den Markt bringen

Der Sion, ein Elektroauto mit integriertem Solardach soll 2023 auf den Markt kommen 
Der Sion, ein Elektroauto mit integriertem Solardach soll 2023 auf den Markt kommen 
© Sono Motors
Ein Start-up aus München tüftelt an einem Elektroauto, das seine Energie aus integrierten Solarzellen - unter anderem auf seinem Dach - bezieht. Noch befindet sich der Wagen in der Entwicklungsphase. Die Produktion soll im Jahr 2023 starten.

Elektroautos sind gewöhnlich auf eine Stromzufuhr aus einer Steckdose, einer öffentlichen Ladestation oder aus dem hauseigenen Stromanschluss angewiesen. Der Sion von Sono Motors soll sich dahingegen selbst aufladen - mithilfe integrierter Solarzellen auf dem Fahrzeugdach und der -karosserie.

Dahinter steckt ein Münchner Start-up, das an dem Elektroauto mit 248 Solarzellen baut. Pro Tag sollen durchschnittlich 16 Kilometer Reichweite dazukommen. "Wenn das Wetter mitspielt, reicht einmal Laden für 1000 Kilometer fahren", sagt Vertriebsvorstand Thomas Hausch der "Süddeutsche Zeitung".

Denn neben der Solarenergie soll der Sion - wie ein klassisches Elektrofahrzeug - an jeder öffentlichen Ladestation in Europa, einer Haushaltssteckdose oder an einem anderen Sion aufgeladen werden können. Eine Batterieladung von 80 Prozent ist dem Unternehmen zufolge an einer Schnellladestation in 35 Minuten erreicht. Dabei soll die 54 kWh-Batterie eine Reichweite von 305 Kilometern haben. Innovativ wenn auch schlicht gehalten ist das Cockpit. Herausstechend ist neben zwei großen Displays, die unter anderem die Fahrtgeschwindigkeit und den Ladestand der Batterie anzeigen, ein Streifen Moos hinter einer Glasschicht. Dieses dient vor allem dazu, Luft aus der Klimaanlage zu reinigen und zu filtern.

Der Sion kommt mit einem 120 kW-Motor mit Vorderradantrieb daher und braucht neun Sekunden, um von 0 auf 100 zu beschleunigen. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 140 km/h. Die Kompaktklasse soll als Fünftürer und ausschließlich in schwarzer Farbe erscheinen. Der Kaufpreis liegt bei 25.500 Euro. Auf die E-Auto-Prämie müssen Sion-Kunden nach derzeitigem Stand verzichten; Sono Motors kann die Preisreduzierung aus wirtschaftlichen Gründen nicht anbieten.

Elektroauto mit Carsharing-Konzept

Eine weitere Besonderheit des Sion versteckt sich hinter dem Konzept des Herstellers, seinen Elektrowagen nach dem Carsharing-Prinzip der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. So ersetzt eine App den Schlüssel und ermöglicht anderen Nutzern, das Elektroauto ebenfalls zu nutzen. Man kann das komplette Fahrzeug reservieren, gemeinsam mit anderen Personen fahren oder die Stromkosten aufteilen.

Sono Motors rechnet dabei mit zwölf Personen, die sich im Schnitt ein Auto teilen. Das soll die Kosten für den Nutzer um 85 Prozent reduzieren und die Auslastung um bis zu 150 Prozent erhöhen.

Elektromobilität: Abgespeckt, aber außergewöhnlich: Start-up will Elektroauto mit Solardach auf den Markt bringen

Reservierung bereits möglich

Die Pläne des Münchener Start-ups scheinen gut durchdacht. So richtig rund läuft es aber noch nicht bei Sono Motors. Die Serienproduktion wurde wiederholt verschoben. Nach der aktuell zweiten Prototyp-Generation soll im ersten Halbjahr 2022 jedoch die Dritte erscheinen. Die Entwicklung ist dem Hersteller zufolge soweit fortgeschritten, dass „keine grundlegenden Änderungen mehr“ vorgenommen werden müssen.

Derzeit finden allerdings noch bauliche Anpassungen an dem Auto statt. Der Sion ist nach erfolgten Crash-Simulationen um 16 Zentimeter gewachsen; für eine größere Knautschzone und mehr Platz für Hardware, an der Batterie muss noch etwas gefeilt werden, außerdem soll das Befestigungskonzept für das Dachmodul und die Sonnenblenden noch überarbeitet werden. Dies soll bis Dezember passiert sein. Der Produktionsstart ist für das erste Halbjahr 2023 angegeben. Kunden können den Sion gegen eine Anzahlung von 500 Euro bereits online reservieren.

Quellen: Sono Motors, Süddeutsche Zeitung, Der Spiegel


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker