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Grünheide Mängel in deutscher Tesla-Gigafactory: Arbeitsschutz gegen Staub nicht ausreichend

Der Haupteingang zur Fabrik der Tesla Gigafactory Berlin Brandenburg
Der Haupteingang zur Fabrik der Tesla Gigafactory Berlin Brandenburg
© Patrick Pleul/Archiv / DPA
Bei Überprüfungen zum Arbeitsschutz in der Gigafactory des US-Elektroautobauers Tesla in Grünheide haben die Behörden Mängel festgestellt. Einem Bericht zufolge wurde ohne ausreichende Staubschutzmaßnahmen gearbeitet.

Die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Tesla Gigafactory in Grünheide ist einem Medienbericht gefährdet. Ein aktueller Bericht des Brandenburger Gesundheitsministeriums zum Arbeitsschutz für 2021 attestiert Mängel in der Fabrik. Mitarbeitende des Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) stellten demnach bei Überprüfungen in der Gigafactory wiederholt fest, dass teilweise selbst in Innenräumen ohne entsprechende Staubschutzmaßnahmen gearbeitet wurde. Dies werde von den Beschäftigten als "normal" angesehen, wie Befragungen ergaben.

Deutlich sei laut Bericht auch geworden, dass Schutzmaßnahmen, wie staubarme Arbeitsverfahren sowie der Einsatz von speziellen Entstaubern statt Baustaubsaugern bei der Beseitigung nicht ausreichend bekannt waren. Zur Absaugung gefährlichen Staubs seien ausschließlich geeignete Geräte wie etwa spezielle Entstauber zu verwenden. Bei den Arbeiten in der Tesla-Fabrik entsteht dem Bericht nach mineralischer Staub mit unterschiedlichen Quarzgehalten, der zu Siliko-Tuberkulose, aber auch zu Lungenkrebs führen kann.

In dem Bericht kamen die Arbeitsschützer zu dem Ergebnis, dass die Vorgaben für notwendige arbeitsschutzrechtliche Schutzmaßnahmen und deren Umsetzung zwar klar geregelt und die Beschäftigten unterwiesen seien. Jedoch sei eine Vielzahl der ausländischen Mitarbeitenden mit dem Arbeitsschutz nicht vertraut, da er von der bekannten Praxis ihrer Herkunftsländer deutlich abweiche. Ende 2021 waren im Unternehmen etwa 800 Mitarbeitende mit dem Betrieb oder dessen Vorbereitung am Standort beschäftigt. Seit 2020 kontrollieren Arbeitsschützer des LAVG regelmäßig die Tesla-Baustelle.

Tesla Gigafactory fertigt ohne funktionierende Brandmeldeanlage

Im September wurde bekannt, dass Tesla bisher ohne funktionierende Brandmeldeanlage fertigt. Tesla arbeitet nach eigenen Angaben daran. Der Landkreis Oder-Spree hält den Brandschutz mit einem vorläufigen Konzept für abgesichert.

Die Produktion in Grünheide in Brandenburg startete im März offiziell. Tesla beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 7000 Mitarbeiter. Später sollen es 12.000 Beschäftigte sein. Das Unternehmen will seine Produktion ausbauen. Eine Batteriefabrik ist auf dem Firmengelände im Bau. Derzeit stellt das Unternehmen in seiner einzigen Fabrik in Europa etwa 2000 Autos pro Woche her. Naturschützer warnen vor negativen Folgen der Fabrik für die Umwelt, Tesla weist diese Bedenken zurück.

nk DPA

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