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Ebay Motors: Kampfflugzeug gefällig?

Pünktlich zur Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt hat das Internet-Auktionshaus Ebay seine Autoseiten aufgebrezelt.Richtig spaßig wird die Sache, wenn man sich abseits der Allerweltsautos umsieht.

Pünktlich zur Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt hat das Internet-Auktionshaus Ebay seine Autoseiten aufgebrezelt. Käufer und Verkäufer haben das Angebot angenommen. In den virtuellen Regalen türmen sich Gebrauchtfahrzeuge jeder Art. Das ist praktisch und erfüllt seinen Zweck. Richtig spaßig wird die Sache allerdings, wenn man sich abseits der Allerweltsautos umsieht. Zwischen Mähdreschern, VW Passats und gebrauchten Keilriemen finden sich allerlei Absonderlichkeiten. Ein Schwimmpanzer, zum Beispiel. Oder ein abgetakeltes Kampfflugzeug.

Allzweck-Waffe gegen Hochwasser

Ebay-Verkäufer "petscheffer" ist sich sicher: "Das nächste Hochwasser kommt bestimmt". Genau aus diesem Grund hat er sich ein Amphibienfahrzeug in den Garten gestellt, das er nun wieder loswerden möchten. Sein dreiachsiger "Alvis Stalwart" wiegt schlappe 8,8 Tonnen und wird von einem 200 PS starken Achtzylinder-Rolls-Royce-Motor angetrieben. Gebaut wurde das Ungetüm in den 60er Jahren speziell für die britische Rheinarmee. Einige wenige Modell wurden auch von der Bundeswehr eingesetzt. Auch wenn der Stahl-Koloss inzwischen harmlos blau angepinselt ist, musste er nach dem Ende seiner militärischen Laufbahn für zivile Zwecke unschädlich gemacht werden. Dem Kriegswaffen-Kontrollgesetzt fiel beispielsweise die Kardanwelle des Wasserantriebs zum Opfer. 6.000 Euro möchte "petscheffer" mindestens für den blauen Engländer haben. Der Käufer sollte möglichst per Tieflader anreisen. Durch die lange Standzeit ist die Handbremse festgerostet...

Gammeliger Düsenjäger

Nicht mehr ganz taufrisch ist das Schmuckstück, das "b.emmily" in ihren virtuellen Regalen hat. Dabei war der schnittige Zweisitzer bei den Piloten der Nationalen Volksarmee (NVA) äußerst beliebt. Die meisten von ihnen wurden auf solch einer MiG21U-600 ausgebildet. Gebaut wurde das Kampfflugzeug ab 1950 in der Sowjetunion, und sorgte nach seinem Erscheinen für besorgte Mienen auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs. Je nach Einsatzgebiet war der Jäger doppelt so schnell wie der Schall und dabei extrem wendig. "b.emmilys" MiG ist völlig harmlos. Sie wurde 1990 außer Dienst gestellt und "entmilitarisiert". Für den Transport wurden Tragflächen und Ruderanlage demontiert. Seitdem gammelt der einstige Stolz der Sowjet-Luftwaffe auf einem Fabrik-Hinterhof vor sich hin. Das soll sich ändern, findet auch "b.emmily" und möchte "nur" 3.333 Euro für ihr Kampfflugzeug haben. Ein echtes Schnäppchen. Und weil man die Tragfläche eines Düsenjägers nicht mit einem schnöden Schraubenschlüssel an den Rumpf montiert, gibt's das passende Spezialwerkzeug noch obendrauf. Schöne, neue Ebay-Welt...

Für Existenzgründer

Das nächste Angebot ist eher was für Leute, die sich an einer von Arbeitsminister Clement empfohlenen "Ich-AG" versuchen wollen. Der schicke rot-weiße Imbiss-Anhänger ist kaum sieben Jahre alt und prima für "Einsteiger" geeignet, findet "spikymarkus", der das Sieben-Meter-Teil loswerden möchte. Für mindestens 7.250 Euro. Dafür wäre man dann allerdings auch auf Flohmärkten und Betriebsfeiern der King. Immerhin bringt der Anhänger drei Bratstellen, eine Starkstrom-Friteuse, zwei Kühlschränke, einen Gefrierschrank und einen "Soßenheißleger" mit.

Für Hobby-Piloten

Sie sind schuldenfrei, haben Lust auf ein teures Hobby und haben die täglichen Staus satt? Dann sollten Sie sich an Ebay-Mitglied "comflyer" wenden. Er hat einen Hughes/Schweizer 300 B Helikopter übrig. Der kleine Hubi ist bis zu 176 Stundenkilometer schnell und passt, die Rotorblätter einmal ignoriert, mit einer Länge von knapp unter zehn Metern fast auf zwei herkömmliche Parkplätze. Dumm nur, dass "comflyer" weiß, was so ein wendiger City-Hubschrauber wert ist. 80.000 Euro will der Franzose dafür haben. Mindestens.

Wohnen auf Rädern

Wesentlich günstiger geht es mit dem Angebot von "panck". 1 Euro wollte er zu Beginn der Auktion für einen teilweise zum Wohnmobil umgebauten Linienbus haben. Inzwischen liegen die Gebote bei über 1.000 Euro. Mit dem über elf Meter langen MAN-Bus kommt man nach Feierabend zwar nicht schnell nach Hause, kann dafür aber einfach vor der Firma schlafen. Platz ist genug. Sogar eine schicke IKEA-Küche hat "panck" eingebaut. Die wurde ihm allerdings kurz danach von Randalierern demoliert, so dass der 27 Jahre alte Bus inzwischen nicht nur äußerlich ein Pflegefall ist. Ein Schnäppchen für Bastler und Individualisten. Sollte sich das gute Stück nach dem Kauf als Fehlinvestition herausstellen, bleibt immer noch die Teilnahme an der Auktion von "drugtruck". Er hat eine einstmals gelbe Straßenwalze auf dem Hof stehen, die dank Deutz-Motor und knapp sieben Tonnen Gesamtgewicht auch einen schrottreifen Riesen-Bus kleinkriegen sollte. Derzeitiger Wert der Auktion: etwas mehr als 30 Euro...

Jochen Knecht

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.