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Astra Caravan: Bist 'ne ehrliche Haut

Viel Platz und keine Experimente. Der Astra Caravan ist das Modell für die Kleinfamilien, die auf klassische Kombis schwören und sich weder von SUVs noch Vans beirren lassen.

Mit dem Opel Astra Caravan den Süden Englands erobern. Vor der Abfahrt bescheinigt Alain Visser, Opel-Vorstand für europäisches Marketing, dem Astra-Kombi jede Menge "Sex", bevor er uns mit ihm auf die Straße ließ. Willig glauben wir dem Mann und machen bei der nächsten Gelegenheit die Probe aufs Exempel: Die beiden Mädchen auf dem Bürgersteig stehen auf ganz tief auf den Hüften sitzende Jeans. So tief, dass über ihnen der Tanga mehr als nur hervorblitzen würde. Auf dem Kontinent zumindest, die Great-Britain-Variante an der Ampel ist verschärfter: Es gibt keinen Tanga, dafür scheinen ganz andere Dinge weiträumig hervor. Da stockt dem Fahrer des Astra Caravans der Atem, wenigstens setzt die Zündung nicht aus. Die Mädchen suchen einen Lift nach Essex, aber nicht mit unserem sexy Kombi aus Rüsselsheim. Da hilft kein Winken und kein Blinken, die Inselluder würdigen ihn und uns mit keinem Blick. Die glatte Ignoranz, hat der der Caravan doch Turbo-Power und Sportfahrwerk. Den Gang rein, ein Gewaltstart beschäftigt den Motor, wir Passagiere suchen das kühlende Bad im Atlantik.

Was sagen Sie zu dem Ladebrummer aus Rüsselsheim?

"Geh mir doch weg, mit den Lifestyle-Zeugs"

Lifestyle-Kombis! Ach, wie Kinderwagen diese Dinger hassen. Schlank, tailliert, eine kleine Öffnung hinten, das Dach weit heruntergezogen. Schmale Plätze auf der Rückbank, der Kofferraum gerade gut für eine Golftasche. Diesen Quatsch macht der Astra Caravan nicht mit. Opel hat hier den flotten Pampersbomber für die agile Familie im Angebot, bei denen die Tausender nicht nur so herumliegen und die vor allem Platz verlangen. Und der ist ab einem Einstandspreis von 15.995 Euro reichlich vorhanden. Der Radstand von 2,70 Metern wurde beim Astra-Caravan neun Zentimeter verlängert. Fahrer und Passagiere sitzen großzügig, hinten muss sich niemand ducken. Das Kofferraumvolumen lässt sich auf bis 1.590 Liter vergrößern. Die – optionale – variable Rücksitzbank kann um bis zu 17 Zentimeter verschoben werden, dass ergibt einen Bestnote für die Kniefreiheit, oder einen auf 590 Liter Grundvolumen vergrößerten Laderaum. Sehr gut gelungen ist die niedrige Ladekante, geschützt von einer massiven Edelstahlleiste.

Kombi-Klassik

Keine Experimente, heißt es beim Design. Optisch ist der Rüsselsheimer Familiengut-Transporter in jedem Fall gelungen. Die vordere Partie bis zur Dachsäule entspricht dem Fünftürer, die abfallenden Linien der hinteren Fenster verschaffen dem Kombi einen eleganten Auftritt, ohne dass das Ladevolumen eingeschränkt wird. Optische Wagestücke bietet der Caravan allerdings nicht, das wird allerdings auch niemand vermissen. Hinten wurde ihm ein klassisches Kombiheck ohne weiteren Pepp angedient, seine Form kommt vor allem dem Volumen zugute. Die Klappe erhielt einen breiten Chromgürtel, der soll für den wertigen Abschluss sorgen, kann aber auch als Zutat aus Großvaters Design-Kabinett gelten. Die Form wird durch die hohe Seitenlinie ähnlich wie beim Vectra bestimmt. Drei abfallende Kanten um Türen und Scheinwerfer sorgen für Dynamik. Von der Größe gelang Opel ein flotter, überschaubarer Wagen mit erstaunlichen Dimensionen, mit einer Länge vom 4,51 Metern und einer Breite von 2,03 Metern kann sich auch der Caravan noch Kompaktwagen nennen.

Trendy Rüsselsheim – Oder: Wie es Opel gefällt

Das Innenraum-Design des Astra Caravans ist eine Frage des Geschmacks. Darüber lässt sich also trefflich streiten. Aufgeräumt, klar und wahr könnte die wohlwollende Wertung lauten. Aber es geht auch anders: Alles fällt hier – wie im normalen Astra - etwas leichter aus als der Kruppsche-Teutonen-Look im Vectra, aber auch hier mag Opel nicht von eckigen Schaltern lassen. Highlights sind Elemente wie der Tempomat, seine Bedienung orientiert sich eher am zuhackenden Pagageienschnabel als an menschlichen Fingern. Besonderer Blickfang im Cockpit sind die Zierleisten im Rhomben-Dekor– im Alulook schon ein schwer verdaulicher Brocken, werden sie im Rüsselsheimer Bordeaux zur echten Geschmacksgranate. Bei der Pyramide der Mittelkonsole liegt der Kalauer nahe: "Protzig gedacht, mit Gussnaht gemacht" – das überdimensionierte Teil im Alu-Fake-Look weiß alle Blicke auf sich zu lenken und zu enttäuschen. Im dunkel mattierten Finish fällt diese Zierde glücklicherweise nicht so aufdringlich aus. Die Verarbeitung im Innenraum ist sonst aber perfekt. Die Sitze bieten vernünftigen Halt und Sitzkomfort. Ausgezeichnet gelöst ist die Bedienung der Elektronik, auch ohne Handbuchkenntnisse ist man mit wenigen einleuchtenden Schritten am gewünschten Ziel.

Was der eine zuviel hat …

Schmal und gewunden ziehen die Straßen von Devon über Hügel und durch Täler, die Wege sind teils so eng, dass man beide Rückspiegel zugleich durch das Gebüsch streifen hört. Im 2 Liter Turbo schlummern riesige Kräfte, für den normalen Kombifahrer zuviel des Guten, die Volumenmodelle werden bei den kleinen Motorisierungen liegen. Die Power-Maschine legt mächtig los, ein kerniger Sound begleitet den Spurt von hinten, beim Runterschalten an der Ortseinfahrt wird die Gemeinde aus dem Schlaf gerissen. Das macht Spaß, doch die Maschine zerrt mit ihren PS ungestüm am Fahrzeug. Den Lehrbuchsatz, dass die Lenkung des Frontantriebs nie frei von Antriebseinflüssen bleibt, kann man mit diesem Motor und auf solchen Achterbahnstrecken live nacherleben. Obendrein reagiert das intelligente Fahrwerk recht eigentümlich auf die üble Fahrbahn, je mehr die Vorderräder in Wellen und Löchern versacken umso bockig-härter stellt sich das Heck ein. In Kombination mit der Sportbereifung bedeutet das Grollen und Pochen ohne Ende. Nun gut, einen 200 PS-Kombi wird sich niemand zulegen, um Feldwege unsicher zu machen.

Im Fahrverhalten gibt es keine Nachteile zum normalen Astra, im Gegenteil der längere Randstand wirkt sich positiv aus. Der 1.7 Liter Diesel-Motor mit 100 PS ist das rationale Gegenteil zum Turbo-Übertreiber, das Massenmodell für die knappere Haushaltskasse (18.255 Euro). Sein Durchschnittsverbrauch liegt bei unter sechs Litern Diesel auf 100 Kilometern. Lahm geht der Wagen deswegen nicht zur Sache, doch scharfe Steigungen bleiben eine Belastung, doch mit fleißigen Schalten in der aufpreispflichtigen Sechs-Gang-Box lässt sich damit gut leben. Auf der Autobahn fällt die Performance ab 120 km/h ein wenig ab. Mit dem günstigeren 80 PS Diesel erhält man eine buchstäbliche Basis-Motorisierung. Hauptsächlich im Stadtverkehr eingesetzt, kann man damit auch zufrieden leben. Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, oder den Caravan als Zugmaschine gebrauchen möchte, sollte zum 1.9 CDTi Diesel mit 150 PS greifen (20.950 Euro). Bei den Benzinern beginnt die Palette bei 90 PS und endet beim 200 PS starken Turbomotor. Die Verbräuche liegen je nach Motor zwischen 5,0 und 9,1 Litern.

Keine Angst vorm Golf

Auch bei den Preisen positioniert sich der Astra Caravan als grundsolides Fortbewegungsmittel. Ab 15 .995 Euro ist man dabei, der kleinste Diesel kommt auf 17.730 Euro. Ein Opel Astra Caravan 1.7 CDTi in der Ausstattungsvariante Elegance liegt bei 19.845 Euro. Ordentliches Zugreifen bei Ausstattung und Zubehör treiben natürlich auch bei Opel die Preise nach oben. Aber schon mit der Grundausstattung lässt sich gut auskommen. Ein Auszug: IDS-Fahrwerk inklusive eines elektronischen Stabilitätsprogramms, Traktionskontrolle und Kurvenbremskontrolle, dazu ABS, Front-, Brust-, Becken- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer, Kopfairbags vorne und hinten, Isofix-Kindersitzbefestigung, elektronisch einstellbare Außenspiegel, Dachreling, elektrische Fensterheber vorn, Geschwindigkeitsregler, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Wärmeschutzverglasung und vieles mehr.

Der Bund der Straße

Wer soll mit dem Astra Caravan glücklich werden? Diejenigen, die ein gewisses Transportbedürfnis, ob für den Job oder die Familie verspüren, und sich nicht mit der hohen Sitzposition und dem Fahrverhalten eines Mini-Vans anfreunden wollen. Motorisierungstipp sind die Diesel-Aggregate. Mit den 1.7 Liter Motoren ist der Astra Caravan immer noch ein sehr preiswertes Auto, mit man dem Spaß haben kann und der vor allem bei Transportaufgaben nicht passen muss. Obendrein profitiert der Wagen davon, dass der direkte Mitbewerber aus Wolfsburg aus unerfindlichen Gründen noch keinen Kombi für den aktuellen Golf anbieten mag. Im Vergleich zu den reinen Kompakten geht in den Astra Caravan wirklich jede Menge hinein. Für eine Familie sind die 800 Euro Aufpreis zum normalen Modell gut angelegt.

Gernot Kramper

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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