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Auf großer Fahrt: Fahrbericht: Volkswagen Jetta 1.9 TDI

Ist der neue Jetta nun ein großer Golf oder ein kleiner Passat? Beides! Er ist größer, eleganter und vielseitiger als seine Vorgänger – mit dem Schattenparkerdasein soll endlich auch in Deutschland endlich Schluss sein.

Alle Welt liebt den Jetta - außer den Deutschen. In Nordamerika ist er seit Jahren ein Bestseller und auch in Südeuropa ist man gerne mit dieser Stufenheckversion des Golf unterwegs. Allein die Käufer im Heimatmarkt haben seit den 80er Jahren immer weniger Lust auf kompakte Stufenhecklimousinen. Bis zur B-Säule unterscheiden sich Golf und Bora-Nachfolger nur marginal. Schadet so viel Gleichheit. Was kann der Jetta mehr als der Golf?

Zunächst einmal ist der VW Jetta 35 cm länger - was allein dem 527 Liter großen Gepäckabteil zugute kommt. Im Innenraum herrschen die gleichen Platzverhältnisse wie im 4,20 Meter langen Golf. Vier fahren angenehm - zu fünft ist es ein bisschen arg zu knapp. Der Jetta ist das, was er immer war: praktisch. Lange Gegenstände oder der sperrige Kleiderständer lassen sich durch die umklappbare Rückbank problemlos nach vorne wuchten. Beim Design gingen die Volkswagen-Leute auf Nummer sicher. Das Heck erinnert sehr an den neuen Passat – die Front an eine Golf-Nase mit Chromeinfassung.

Besonders beliebt ist der Jetta mit dem 1,9 Liter großen TDI-Motor. Mit seinen 77 kW/105 PS kein Kraftprotz - aber allemal gut zu Rad. Das Fünfganggetriebe macht einen gewohnt guten Job. Das ordentliche Drehmoment von 250 Nm erledigt den Rest. Die rund 1,4 Tonnen Leergewicht spürt man bei spontanen Beschleunigungsversuchen, sicher. Doch der Jetta 1.9 TDI ist alles anders als eine lahme Ente. 0 auf 100 km/h in rund 11,5 Sekunden und über 185 km/h Spitze dürfte nicht nur die Kunden im Ausland zufrieden stellen.

Schließlich ist der Jetta nicht nur ein Gepäckträger, sondern auch noch ein überaus sparsamer. VW verspricht durchschnittlich 5,3 Liter Diesel auf 100 km und mit gut sechs bis sechseinhalb Litern lässt sich der Wolfsburger Fronttriebler im Alltagsgeschäft bewegen. Euro-4 ist Serie, ein Partikelfilter kostet 565 Euro Aufpreis.

So sehr man auch sucht: Der VW Jetta der neuesten Generation zeigt keine echten Schwächen. Da sind das solide Fahrwerk, das gute Raumangebot und der überzeugende Innenraum. Schalter und Bedienelemente, Qualitätsanmutung und Haptik – hier kann die Konkurrenz nach wie vor zur Nachhilfe gehen.

Dafür kommt aber auch der neue Jetta von seinem langweiligen Image nicht ganz los. Volkswagen wird es kaum stören. Denn besonders im Ausland dürfte man wie gewohnt keine Probleme haben, den Jetta weiter in der ersten Verkaufsreihe zu platzieren. Schließlich ist das Image besonders jenseits des Atlantiks ein ganz anderes. Dort ist der Jetta eine sportliche Limousine, die unter einem Dreier-BMW angesiedelt wird.

Auszusetzen gibt es wohl nur etwas an der müden Basisausstattung. VW lässt sich auch beim Jetta alles extra bezahlen, was nur annähernd Komfort versprechen könnte. Hier hätte man mehr erwarten können. Der Einstieg in die Jetta-Klasse beginnt bei 18.950 Euro für den 1,6-Liter-Benziner. Für den 1.9 TDI muss man ein paar Scheine mehr hinlegen. Doch die sind gut angelegt – gerade auch was das Thema Wiederverkauf betrifft. Vernünftig mit Extras wie Klimaautomatik, Sitzheizung und Navigation ausgestattet, kostet der VW Jetta 1.9 TDI mindestens 23.000 Euro.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.