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Autoklassiker: BMW 7er Reihe: Harry, hol´ schon mal den Wagen

Der neue 7er BMW ist startbereit. Die Kunden sind fast schon so gespannt wie die Konkurrenz in Ingolstadt, Stuttgart, Tokio oder auch in Detroit. Seit drei Jahrzehnten setzt der innovative Bayer die Standards.

Für Stephan Derrick war es ein Aufstieg: Nachdem der Serien-Oberinspektor zu Anfangs noch im 5er-BMW zwischen Tatort und Vernehmung pendelte, waren es dann später drei Generationen 7er, die sein Partner Harry (Klein) bei Bedarf vorfuhr. Stilecht mit Automatik und Autotelefon. In einer TV-Serie, die in München spielt und deren 281 Folgen in München produziert wurden, konnte es naturgemäß nur eine Automarke als Dienstwagen geben. Zudem kommen Derrick und der 7er fast auf die gleiche Dienstzeit.

Als sich die BMW-Verantwortlichen Anfang der 70er Jahre entschieden hatten, einen echten Herausforderer für die Konkurrenz aus Stuttgart zu kreieren, da wussten sie, worauf sie sich eingelassen hatten: Die S-Klasse war nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa und den USA der Maßstab, wenn es um das hochpreisige Luxussegment ging.

Könige, Politiker, VIPs und erfolgreiche Geschäftsleute schworen damals zumeist einhellig auf die Nobelklasse mit dem Stern. Dagegen wollten die Münchner ein Luxusmodell stellen, das nicht nur gut aussah und jeglichen Luxus bot, sondern das auch mit Innovationen und Fahrspaß glänzte. Denn genau hierin glaubte man, die Schwachstelle im Sindelfinger Wohlfühlpaket entdeckt zu haben.

Nachdem der erste Versuch Ende der 60er Jahre mit dem BMW E3 bei den Schwaben für kaum mehr als ein überhebliches Schmunzeln gesorgt hatte, sollte beim ersten 7er BMW alles anders werden. Die Fahrdynamik eines BMW gepaart mit Luxusausstattung, üppigen Dimensionen und dem größtmöglichen Langstreckenkomfort: Das musste den erhofften Erfolg bringen.

Das Projekt trug intern den Code E23. Ein bulliger Auftritt mit kraftvollen Karosserieelementen, großen Rädern, der charakteristischen Doppelniere und Doppelscheinwerfern sollten auch auf der Autobahn Eindruck machen und nicht nur im noblen Münchner Stadtteil Grünwald für Beifall sorgen.

Öffentlichkeitsarbeit

1977 feierte der 4,86 Meter lange und rund 1,6 Tonnen schwere 7er BMW seine Weltpremiere. Nicht nur das Außendesign mit dem rundlichen Heck und dem Hofmeister-Knick sorgten für Aufsehen. Während in Stuttgart bei der 116er Baureihe noch immer auf Chrom im Überfluss gesetzt wurde, ging der erste 7er BMW deutlich zurückhaltender an Fensterrahmen und Stoßstangen mit dem glänzenden Metall um. Stattdessen gab es versenkte Türgriffe, Kunststoffelemente, eine Motorelektronik und einen scharfen Blick.

Zur Premiere gab es drei Motorvarianten. Die Versionen 728 und 730 leisteten 170 bzw. 184 PS und mussten mit einem Vergasermotor auskommen. Deutlich besser war das Paket beim 733i, der mit seinem modernen Einspritzer immerhin 197 PS und 280 Nm bei 4.300 U/min leistete. Das reichte für knapp 215 km/h und einen Spurt von 0 auf 100 km/h in neun Sekunden.

Bereits vor der Produktion des neuen 7er hatte BMW mit zahlreichen Wirtschaftskonzernen und Politikern gesprochen, um den Neuling vom Start weg öffentliche Präsenz zu verschaffen. Für die bayrische Regierung gab es sogar das ansonsten nur in einer Kleinserie produzierte Exportmodell des BMW 725 sowie später Panzerversionen, mit denen sich zunächst nur Franz-Josef Strauß, später auch andere bayrische Persönlichkeiten chauffieren ließen.

Als 1979 zur Einführung der neuen Mercedes S-Klasse (Baureihe 126) auch beim 7er BMW neue Triebwerke eingeführt wurden, hatte sich der Münchner bereits einen Namen gemacht. Mit 728i, 732i oder gar 735i wurde es noch eine Ecke sportlicher. Das Topmodell 745i war mit einem turboaufgeladenen Reihensechszylinder mit 185 kW/252 PS und 380 Nm ausgestattet. Der sollte ab 1980 den 500 SE und seinen noch potenteren Vorgänger, den Mercedes 450 SEL 6.9, vergessen machen.

Scharfe M 7

Für den 745i hatten sich die BMW-Oberen entschieden, da der Plan eines mächtigen Zwölfzylinders zunächst noch in der Schublade bleiben sollte. Der fünf Liter große Zwölfender kam erst Ende der 80er mit dem 300 PS starken E32. Seit seiner ersten Generation glänzte der Oberklasse-BMW jedoch mit seinen fahrdynamischen Qualitäten.

Dabei bliebt der BMW 745i in Europa das unangefochtene, aber umstrittene Topmodell. Immer wieder gab es Probleme mit überhitzten Triebwerken und der Motorelektronik. In den USA und Großbritannien wurde keine Turboversion angeboten. Dort war mit dem 218 PS starken 735i Schluss, der viele Jahre in den zahlreichen BMW-Versionen verbaut wurde. In Südafrika gab es eine Sonderedition vom M 745i, der mit dem Aggregat des Supersportlers BMW M1 modifizierte 286 PS leistete. Auch in der Münchner Konzernzentrale soll es ein paar der scharfen M 7 Versionen gegeben haben.

Bis heute positioniert sich ein 7er BMW als ultimative Fahrlimousine. Wer einen 7er der ersten Generation gegen eine Mercedes S-Klasse aus den späten 70er Jahr fuhr, weiß schnell, was damit gemeint ist. Die direkte Lenkung, die präzise Handschaltung und sportliche Fahrleistungen bei einem gesunden Gewichtsmix machten gerade bei den Einstiegsmodellen den feinen Unterschied.

Doch für die Fahrer war es eher eine Frage der Ehre. Kaum einer der neuen 7er Kunden hätte sich wieder für die etablierte und betont mondän positionierte S-Klasse von Mercedes begeistern können. Bis heute ist es eher eine Frage der automobilen Anschauung, in welchem der beiden aktuellen Konkurrenten man sich am besten wohlfühlt.

Schock-Design

Was die Verkaufszahlen angeht, so gab sich der 7er eher bescheiden. Denn so erfolgreich die erste 7er-Generation E23 auch war, so groß war dennoch der Abstand zum Stuttgarter Konkurrenten. Das änderte sich auch bei den folgenden Generationen E32 (ab Herbst 1986) und E38 (ab Herbst 1994) nicht.

Wie innovationsfreudig man auch in der Luxusliga sein kann, zeigte BMW beim nun auslaufenden Modell der Generation E65. Als der im Jahre 2001 erstmals enthüllt wurde, glaubten Experten und Kunden ihren Augen nicht zu trauen. War das sportliche Design über 20 Jahre das Markenzeichen eines jeden 7er BMW gewesen, so entpuppte sich die zweifellos exzellente Fahrlimousine der Generation E65 nun als wahrer Designschocker.

Das wird sich beim neuen 7er BMW, der im Herbst auf den Markt kommt, nicht wiederholen. Kraftvoll, bullig und so innovativ wie der E23 im Jahre 1977 wird er wieder auf Kundenfang gehen und die wohl beste Alternative zur Mercedes S-Klasse bleiben.

Nur nicht für Stephan Derrick - der hat sich in der letzten Folge auf einen ruhigen Schreibtisch-Job bei Europol zurückgezogen.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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