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Chevrolet Colorado 2.8 Crew Cab: Thailändische Bergziege

Chevrolet greift in Thailand mit dem Colorado nach Marktanteilen und versucht sich im direkten Duell mit den Pick Up-Urgesteinen von Toyota und Isuzu.

"Ende 2009 hatten wir gut 2,5 Prozent Marktanteil in Thailand. Ende dieses Jahres, also nur drei Jahre später, wird Chevrolet bei 8,5 Prozent liegen", erklärt Martin Apfel, Präsident von GM in Südostasien. Neben den Modellen Cruze, Trailblazer, Sonic und Captiva, der bereits 80 Prozent in seinem Segment für sich gewonnen hat, bringt Chevrolet nun auch den Colorado in Thailand auf den Markt. Martin Apfel erhofft sich mit dem neuen Pick Up einen Segmentanteil von bis zu zehn Prozent, was in Anbetracht der seit gut 60 Jahren gewachsenen Konkurrenz von Toyota und Isuzu eine hohes aber mit etwas Glück und guter Qualität auch ein erreichbares Ziel ist.

Das Segment rund um die zwei Tonnen Pick Up-Trucks ist daher so interessant für Fahrzeughersteller, weil nahezu jedes zweite verkaufte Fahrzeug in Thailand in genau diese Rubrik fällt. Der Colorado mit neuer Front und dem Truck-Allerweltshintern bietet in der Crew Cab-Variante Platz für fünf Personen und verfügt über eine Ladefläche von rund einem Kubikmeter. "Bei einem Nutzfahrzeug wie dem Colorado bleibt für Designer nur wenig Spielraum. Die Formen sind maßgeblich der Funktion untergeordnet, so dass wir lediglich die Front und das Interieur modernisieren konnten", gibt GM-Designer Dagoberto Tribia zu. Der Colorado ist im Übrigen das erste Fahrzeug, welches im neuen GM-Design-Studio im brasilianischen Sao Paulo entstanden ist.

Sollte der 5,25 Meter lange und 1,88 Meter breite Midsize-Truck irgendwann auch mal in Deutschland auf die Straße kommen, wird er voraussichtlich von einem 2,8 Liter großen und 132 kW / 180 PS starken Vierzylinder-Dieselmotor über alle vier Räder angetrieben. Die Blattfeder an der im Zweiradmodus mit 440 Newtonmeter versorgten Hinterachse macht den Insassen bereits nach wenigen Metern deutlich, dass der typische Thailänder es gern ein wenig härter mag. Zudem lässt sich das Heck mit einem etwas beherzteren Gasfußeinsatz auch gern mal auf ein Tänzchen ein. Der bis zu 3,5 Tonnen schwere Anhänger ziehende Colorado zeigt eigentlich erst auf richtig schlechten Wegen beziehungsweise im Gelände seine eigentliche Stärke.

Doch bevor es richtig schräg und holperig zur Sache gehen kann, muss zu allererst einmal eingestiegen werden. Und leider zeigt der Chevrolet auch hier, dass er nicht für Europäer, sondern für Asiaten entwickelt wurde. Der Abstand zwischen Beinauflage und Lenkrad ist mit dem Umfang eines normalen Durchschnittsoberschenkels auf null reduziert. Erweckt das Anlassen des Thai-Amis noch einen guten zweiten Eindruck, wird auch dieser nach den ersten gefahrenen Kurven durch die Lenkung relativiert. Mitfahrer fühlen sich durch die ständigen Lenkbewegungen des Fahrers an alte Filme erinnert, wo der Fahrer wild am Lenkrad kurbelnd eigentlich die ganze Zeit geradeaus fährt. Schon bei leichten Ungeraden wünscht sich der Colorado einen Lenkradeinschlag von fast 180 Grad.

Über Beschleunigungswerte oder einen genauen CO2-Ausstoß des in Euro umgerechnet rund 20.000 Euro kostenden Chevrolets ist nichts bekannt. Der Dieselverbrauch lag nach knapp 400 gefahrenen Kilometern ohne nennenswerte Bremsmanöver bei gut zehn Litern auf 100 Kilometern. Der Tankinhalt von 76 Litern verheißt demnach eine Reichweite von über 700 Kilometern. Martin Apfel, der sich bereits im ersten Quartal des laufenden Jahres über 15.000 in Thailand verkaufte Colorados freuen kann und vor genau zwei Jahren mit seiner Familie nach Bangkok gezogen ist, hat privat eigentlich nur noch zwei Wünsche: "Eine gute Fleischwurst und ein Bauernbrot. Denn beides sucht man hier leider völlig vergebens." Über die 400 Prozent Importsteuer für Wein möchte er sich lieber nicht äußern.

Press-Inform / pressinform

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