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Chevrolet Tahoe Hybrid: Gigantischer Schritt

Unglaubliche 400.000 Full-Size-SUV verkauft General Motors pro Jahr allein in den USA. Ein kompakter Hybridantrieb soll dafür sorgen, dass sich das nicht ändert.

Mächtige Geländekreuzer wie Tahoe, Suburban und Escalade haben nicht nur in den Vereinigten Staaten einen Namen wie Donnerhall. Die SUV von Chevrolet, GMC und Cadillac stehen seit Jahrzehnten hoch im Kurs bei den komfortverwöhnten US-Kunden. Steigende Benzinpreise und eine stärker werdende Umweltdebatte haben die mächtigen Geländewagen zuletzt in die Kritik gebracht. "Die Amerikaner lieben große SUV. Ihren Platz, die Kraft und die Vielseitigkeit - doch sie hassen den hohen Verbrauch", erzählt Bob Walczyk, bei Chevrolet Produktsprecher der Baureihen Tahoe, Suburban und Avalanche.

Die Amerikaner haben es gerade bei den Geländewagen gerne zwei Nummern größer - das sind die Kunden von Bob Walczyk. Der neue Hybridantrieb im Chevrolet Tahoe und seinem Zwillingsbruder GMC Yukon soll dafür Sorge tragen, dass der gerade in der Innenstadt überdimensionale Kraftstoffdurst auf ein erträgliches Maß sinkt und die Kunden auch weiterhin auf die mächtigen Kolosse stehen. General Motors verkaufte mit seiner breiten Palette an Groß-SUV im vergangenen Jahr mehr als 400.000 Fahrzeuge. Walczyk: "Unser neuer Tahoe Two-Mode-Hybrid verbraucht in der Innenstadt nicht mehr als die Mittelklasselimousine Toyota Camry mit ihren kleinen Vierzylinder. Und das, obwohl der Wagen 2,7 Tonnen wiegt und Platz für bis zu acht Personen bietet."

Sparsamer Hybridantrieb

Wer denkt, dass Pick Ups und große SUV in den USA keine Chance mehr hätten, ist auf dem Holzweg. Kunden und die drei amerikanischen Autohersteller kämpfen um ihre geliebten Spielzeuge für den Straßenverkehr. Geländewagen wie der Chevrolet Tahoe, die Langversion Suburban oder luxuriöse Cadillac Escalade könnten sich mit einem sparsamen Hybridantrieb erfolgreich gegen den drohenden Verlust von Marktanteilen stemmen. Nach jahrelanger Entwicklung bietet Chevrolet seit Jahresbeginn den 5,19 Meter langen Chevrolet Tahoe und seinen Bruder, den GMC Yukon, mit einem Hybridantrieb an, der in dem Gehäuse des Automatikgetriebes untergebracht ist. Folge: bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Meilen pro Stunde fährt der tonnenschwere Koloss lautlos mit elektrischer Energie. Servolenkung und Klimaelektronik setzen ebenfalls auf rein elektrischen Kraftfluss.

Der mächtige 300-Volt-Akkupack befindet sich unter der Rückbank. So bleibt der mit 3084 Litern alles andere als klein dimensionierte Laderaum ebenso ohne jede Einschränkung nutzbar, wie die dritte Sitzreihe. Zwei Elektromotoren mit 68 PS maximaler Leistung sind in erster Linie für das Anfahren und den langsamen Fahrbetrieb in der Innenstadt gedacht. Beim starken Beschleunigen auf der Autobahn oder Landstraße springen sie zur Unterstützung des sechs Liter großen V8-Triebwerkes mit seinen 248 kW/332 PS ebenfalls in die Bresche. Folge: das tonnenschwere Ungetüm spurtet Dank 497 Nm Drehmoment von 0 auf 100 km/h in 8,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird auf dem US-Markt bei 170 km/h elektronisch abgeriegelt.

2,7 Tonnen schwerer US-Gigant

Schafft der normale V8-Tahoe in der City mit identischer Motorisierung mit einer Gallone (3,8 Liter) Superbenzin gerade einmal 14 Meilen, so kommt der Tahoe Two-Mode-Hybrid sieben Meilen weiter. Sein Innenstadtverbrauch sinkt somit um eindrucksvolle 50 Prozent auf umgerechnet kaum mehr als elf Liter pro 100 Kilometer. Betrachtet man den Durchschnittsverbrauch sind es mit 10,7 Liter über Stadt und Land immer noch 30 Prozent weniger als bisher - das ist Dieselniveau. Damit das Gewicht des 2,7 Tonnen schweren US-Giganten durch den Einsatz der Hybridkomponenten nicht ins unendliche steigt, hat man eifrig Gewicht gespart. "Mit dünneren Sitzen, einer Motorhaube aus Aluminium und zahlreiche Einsparungen im Innenraum und Motor konnten wir den Tahoe knapp 200 Kilogramm leichter machen", so Bob Walczyk, "das ist genau die Gewichtszunahme, die die Hybridkomponenten verursachen."

Konzerntopmodell Cadillac Escalade

Einziger Nachteil: Der neue Chevrolet Two-Mode-Hybrid mit Produktionsstandort im texanischen Arlington ist zunächst nur als Hecktriebler zu bekommen. Ab Mitte des Jahres wird das Konzerntopmodell Cadillac Escalade ebenfalls mit einem Hybridantrieb verfügbar sein - dann auch als 4x4-Version. Wenn die Kapazitäten vorhanden sind, soll der Hybrid-Escalade auch nach Europa kommen. "Beim Tahoe entscheiden sich in den USA rund 30 bis 40 Prozent der Kunden für einen Allradler", erzählt Bob Walczyk, "wir rechnen im gesamten mit einem Hybridanteil von zehn Prozent." Der Preisunterschied zwischen Tahoe und Tahoe Hybrid liegt bei knapp 5.000 US-Dollar. Der komplett ausgestattete Tahoe LTZ Two-Mode-Hybrid kostet knapp gut 50.000 US-Dollar. Nach dem edlen Bruder GMC Yukon und dem Cadillac Escalade sollen bald auch die Megaseller Chevrolet Silverado und GMC Sierra mit Hybridmotoren zu bekommen sein - als 2WD- und 4WD-Versionen.

Stefan Grundhoff/PressInform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.