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Cityflitzer Murray T.25: Kleiner als der Smart

Es gab Zeiten, da konstruierte Gordon Murray brüllende Formel-1- Boliden. Heute tüftelt der Konstrukteur an Cityflitzern, die gegen den Verkehrsinfarkt der Innenstädte ins Rennen gehen. Sein T.25 ist kürzer und schmaler als der Smart - bietet aber trotzdem Platz für Drei.

Für Formel 1- Enthusiasten ist Gordon Murray ein alter Bekannter. Der in Großbritannien lebende Südafrikaner hat sich in den siebziger und achtziger Jahren als Konstrukteur spektakulärer Rennmaschinen einen Namen gemacht - zum Beispiel mit dem Brabham BT 46 B, dem legendären "Staubsauger-Auto" und mit dem Brabham BT 49, mit dem seinerzeit Nelson Piquet drei Rennen in der Königsklasse des Motorsports gewann. McLaren F1, jahrelang Rekordhalter im Ranking der schnellsten straßenzugelassenen Rennwagen, ist ebenfalls eine Kreation des Ingenieur-Genies.

Automobiles Raumsparwunder

Inzwischen sehen die Autoträume des Gordon Murray völlig anders aus. Der 64jährige hat sich auf die Entwicklung innovativer Cityflitzer spezialisiert. Sein jüngstes Baby kommt mit Minimalmaßen daher - 2,40 Meter Länge, 1,30 Meter Breite. Damit ist der serienfähige Prototyp deutlich kürzer und schmaler als der Smart Fortwo, überragt diesen mit 1,60 Meter sogar noch um ein paar Zentimeter in der Höhe. Anders als Daimlers Zweisitzer kann Murrays Modell drei Passagiere mit auf Tour nehmen. Beide Mitfahrer sitzen in der zweiten Reihe. Im Cockpit gibt es nur einen mittig platzierten Sitz für den Steuermann.

Ist der Fahrer allein unterwegs, kann er das automobile Raumsparwunder sogar als Mini-Transporter nutzen. Mit umgeklappten Rücksitzen lässt sich das Kofferraumvolumen von 160 auf 720 Liter steigern. Aufsehen erregt der Einstieg. Statt herkömmlicher Türen gibt es - wie einst bei BMWs Isetta - eine klappbare Front. Beim T 25 wird allerdings nicht nur die Windschutzscheibe zur Autotüre. Hier klappt man beinahe die gesamte Vorderhälfte des Autos hoch, wenn man ein- oder aussteigen will. Was an Schlechtwettertagen wohl ziemlich ungemütlich ist, spart kostbare Zentimeter, wenn es an ausreichendem Parkraum fehlt. Dank seiner bescheidenen Abmessungen könnte der T 25 auch quer zur Fahrbahn parken. Quer gestellt hätten drei von Murrays Cityflitzern in einer normalen Lücke Platz. Mit einem Wendekreis von gerade mal sechs Metern sollte der Kleine auf jeden Fall handlich durch verstopfte Innenstädte manövrieren lassen.

Leichtgewicht mit 575 Kilogramm

Bei der Karosse setzt der einstige Formel 1-Schneider auf Kunststoffbeplankung und greift dabei zu einem großen Teil auf recycelte Werkstoffe zurück. Die Basis des Stadtflitzers ist ein Fahrzeugboden aus Verbundmaterial, kombiniert mit einem höchststabilen Gitterrohrrahmen. Das automobile Endprodukt bringt dank der verwendeten Werkstoffe lediglich 575 Kilogramm auf die Waage - nur etwa halb soviel wie ein Smart.

Ein sensationeller Sparkünstler ist T 25 trotzdem nicht. Der Dreizylinder-Motor mit 0,7 Litern Hubraum leistet 51 PS / 57 Nm und treibt den Auto-Zwerg mit maximal 145 km/h über den Asphalt. Der Verbrauch: 3,8 Liter pro 100 Kilometer. Ein Ableger mit Elektro-Motor und Lithium-Ionen-Batterie ist ebenfalls in Planung.

Stolz ist die Murray-Schmiede auf ihre Innovationen beim Montageprozess. Bei der Entwicklung von T 25 wurde die Zahl der Bauteile auf ein Minimum reduziert. Der Fertigungsprozess bringe dadurch im Vergleich zu üblichen Konstruktionsmethoden Einsparungen von bis zu 80 Prozent, bewirbt Gordon Murray Design das Produkt. 2011 würde der Ingenieur gern den Startschuss für die Serienproduktion seines T 25 geben. Ein Hersteller, der das Projekt unter seine Fittiche nimmt, wird allerdings noch gesucht.

Susanne Kilimann; press-inform / press-inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.