HOME

Fahrbericht: Mazda 6 2.2 CD: Neuer Schub

Ab Januar kommenden Jahres pflanzt Mazda seinem 6 frische Diesel unter die Haube. Die sind sparsam, laufruhig und kräftig. Weniger schön jedoch: Es sind weder Automatik noch Doppelkupplung in Sicht.

Deutschland ist immer noch auf dem Selbstzünder-Trip. Fast 70% aller Mittelklasse-Autos (die Premiummarken nicht eingerechnet) haben einen Diesel unter der Haube. Um mit den starken und trotzdem sparsamen Aggregaten von VW, Renault und Co. mitzuhalten, hat Mazda viel Zeit und Geld in die Entwicklung eines neuen Dieselmotors gesteckt. Der ist in drei Leistungsstufen (92 kW/125 PS, 120 kW/163 PS und 136 kW/185 PS) zu haben.

Mit einem Hochdruck-Einspritzsystem, einem neuen Zylinderblock, wartungsfreiem Kettenantrieb statt Zahnriemen bei den Nockenwellen, neuen Ausgleichswellen unterhalb der Kurbelwelle und einem verbesserten Partikelfilter soll der 2.2 MZR-CD alles besser machen als der bisherige Zweiliter-Diesel.

Auch den Turbolader hat Mazda neu konstruiert und die variable Schaufelgeometrie verbessert. In einer doppelten Turboaufladung, wie sie etwa Peugeot bei seinen stärksten Vierzylinder-Dieseln verwendet, sieht Entwicklungschef Hiroichi Takubo keinen Sinn: "Zwei Lader würden nicht zum kompakten Aufbau des Motor passen. Zudem würde der Performance-Gewinn nicht die zusätzlichen Kosten rechtfertigen."

163 PS reichen locker

Geschadet hätte es allerdings nicht – eine gewisse Anfahrtsschwäche ist nämlich der einzige Punkt, in dem der neue Motor negativ auffällt. Unter 2000 Touren gibt sich die Maschine sowohl mit 163 als auch mit 185 PS ein wenig zäh (die 125 PS-Version konnte man bislang noch nicht fahren). Vor allem wenn es bergauf geht, ist häufige Schaltarbeit vonnöten. Ab 2000 Touren gibt es dann keine Klagen mehr, der Mazda schiebt mit satten Drehmomentreserven kontinuierlich voran – auch wenn er nicht ganz an die Agilität des 2.0 TDI (170 PS) beim Passat heranreicht.

Die beiden höchsten Leistungsstufen des Mazda-Diesels unterscheiden sich subjektiv kaum, so dass man mit 163 PS bereits gut bedient ist. Die Laufkultur ist hoch und das Geräuschniveau moderat – beides Dinge, mit denen der bisherige Zweiliter-Diesel nicht gerade glänzte.

Den Durchschnittsverbrauch pro 100 Kilometer gibt Mazda mit 5,5 (163 PS) beziehungsweise 5,6 Litern (185 PS) an. Auf unseren Testfahrten errechnete der Bordcomputer bei gemütlichem Landstraßentempo einen Verbrauch um 5 Liter, bei einer schnellen Tour durch kurviges Terrain waren es deutlich mehr.

Mazdas neue Aggregate erfüllen die Abgasnorm Euro 4. Audi, BMW, VW, Honda oder Opel erreichen mit ihren Dieselmotoren bereits Euro 5. Man könne die neuen Motoren durchaus Euro-5-tauglich machen, heißt es bei Mazda - zugunsten optimaler Leistungs- und Verbrauchswerte habe man sich aber vorerst dagegen entschieden.

Bald auch im CX-7

Der 2.2 MZR-CD dürfte auch anderen Mazda-Baureihen zugute kommen. Mitte 2009 soll es ihn zum Beispiel für den CX-7 geben, dem bislang ein sparsamer Selbstzünder fehlt. Enttäuschend ist, dass für den Motor kein Automat- oder Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung steht. In den nächsten zwei Jahren jedenfalls sei eine Automatik "voraussichtlich nicht zu erwarten", sagt Europas Mazda-Chef James M. Muir.

Der 2.2 MZR-CD startet bei 24.900 Euro (125 PS, Stufenheck). Der Kombi ist ab 25.900 Euro zu haben, in der empfehlenswerten 163 PS-Version und der umfangreichen Exclusive-Ausstattung (unter anderem Tempomat, Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Nebelscheinwerfer, Audiosystem, Multifunktionslenkrad) werden es 28.600 Euro. Zum Vergleich: Ein Passat Variant 2.0 TDI Comfortline (170 PS) kostet 29.900 Euro, ein Honda Accord Tourer 2.2i DTEC Elegance (150 PS) 29.975 Euro, ein Renault Laguna Grandtour 2.0 dCi Dynamique (173 PS) 30.400 Euro und ein Toyota Avensis Kombi 2.2 D-CAT Sol 29.900 Euro.

Der Mazda 6 hat sich seit seiner Einführung im November 2007 bislang in Europa 80.000-mal verkauft. 2009 erwarten die Japaner trotz der anhaltenden Absatzkrise der Branche einen leichten Zuwachs auf 85.000 Einheiten pro Jahr. Einen besonders guten Ruf haben das Auto und die ganze Marke in Russland, wo der Mazda 6 mit 16.000 Einheiten am besten lief. In Deutschland wurden seit Januar diesen Jahres rund 14.000 Mazda 6 zugelassen.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.