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Fahrbericht: Suzuki SX4 Limousine: Stufen-Spießer

Da werden Erinnerungen an den ersten Jetta wach: Suzuki stellt den SX4 als Stufenheck vor. Der will so gar nicht zu der Marke passen - denn er ist eher langweilig, ziemlich teuer und nicht einmal besonders praktisch.

"Männlich, konservativ, 40 plus, praktisch orientiert, wohnhaft am Stadtrandgebiet oder in ländlichen Regionen" - so beschreibt Suzuki die Zielgruppe der SX4 Limousine. Ein Blick auf das neue Auto zeigt: passt.

Solch ein unscheinbares Gefährt hat die Marke Suzuki, die ihr Image erfolgreich Richtung Pfiff und Sportlichkeit gepusht hat, schon lange nicht gesehen. Das mag freilich auch daran liegen, dass ein Stufenheck im Dickicht der SUV-Crossover-Coupé-Übermacht sofort als Anachronismus ins Auge fällt.

Die knapp viereinhalb Meter lange SX4-Limo wirkt mit ihren gewaltigen A-Säulen und dem wulstigen Stoßfänger am Heck ein wenig gestaucht und unförmig. Die zweigeteilte A-Säule behindert zudem bei Kurvenfahrten die Sicht. Ansonsten ist die Übersicht durch die hohe Sitzposition gut. Die Ladekante des Kofferraums ist ziemlich hoch. Dafür schluckt das Gepäckabteil 515 Liter - ein Spitzenwert und sogar fünf Liter mehr als beim Dacia Logan.

Innen gibt es Interieur in gewohnter Suzuki-Qualität: Passgenau, solide und angenehm anzufassen. Die Bedienung ist kinderleicht, die Armaturen sind optimal abzulesen. Knapp ausgefallen ist das Angebot an Ablagen und Staufächern. Neben dem Handschuhfach und ein paar Mulden gibt es immerhin ein kleines Ausziehfach unter dem Beifahrersitz.

Das Platzangebot ist vorne großzügig, auf der Rückbank bescheiden. Für größere Passagiere reichen weder Kopf- noch Kniefreiheit aus. Der Raum hinter den Kopfstützen ist mit einem Plastikboden ausgekleidet und eignet sich nicht als Ablage. So muss man immerhin nicht befürchten, eine Suzuki-Limousine mit Klorolle, Hut oder Wackel-Dackel zu sehen.

Pluspunkte

Beim Fahreindruck sammelt der japanische Kleinwagen Pluspunkte. Der 1,6-Liter Benziner mit 107 PS bringt den nur 1,2 Tonnen schweren Suzuki problemlos auf Touren. Das Fünfganggetriebe schaltet sich leicht und präzise.

Beschleunigungswerte liefert Suzuki bei den technischen Daten nicht mit. Der Wagen schafft den Spurt auf 100 aber in rund elf Sekunden - was ebenso locker ausreicht wie die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Der durchschnittliche Spritverbrauch entspricht mit 6,8 Litern pro 100 Kilometer dem des Fünftürers. Das Fahrverhalten ist durchweg unproblematisch und gutmütig. Negativ fällt auf Unebenheiten die etwas polternde Federung auf.

Beim Preis für die Mini-Limo fällt einem zunächst erst einmal die Kinnlade herunter: 16.900 Euro will Suzuki für den Stufenheck-SX4 sehen, das sind 1100 Euro mehr als beim Fünftürer mit gleichem Motor. Die happige Summe für solch ein kleines Auto erklärt sich beim Blick auf die Ausstattungsliste. Das Stufenheck gibt es nur "fully loaded" – vom CD-Radio mit Lenkradfernbedienung über Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, elektrische Fensterheber, ESP und Sitzheizung bis hin zu Keyless Go (schlüsselloses Einsteigen und Starten) ist fast alles an Bord, was Suzuki für seine Autos zu bieten hat. Für 1300 Euro Aufpreis gibt es noch eine Automatik.

Fragt sich nur, ob Suzukis Preiskonzept zur Zielgruppe passt. Denn die gehört nicht unbedingt zu den Vielfahrern, braucht das Auto vor allem für gelegentliche Reisen zu den mittlerweile erwachsenen Kindern und schaut gerne aufs Geld. Auch als Familienkutsche für Kleinfamilien macht die Limousine nicht viel her: Sie ist doppelt so teuer wie ein Dacia Logan, bietet aber weniger Platz. Allerdings ist der deutsche Markt für Stufenhecklimousinen ohnehin nur ein Nebenkriegsschauplatz. Beliebt sind die kantigen Vertreter vor allem in Osteuropa und südlichen Ländern.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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