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Honda CR-V - Mazda CX-5: Familienfreundlich

Einst fuhren sich Kombis, Limousinen und Vans in die Familienherzen. Längst haben urbane Geländewagen ihre Position im Haushalt eingenommen. Nicht nur bei Sushi-Fans beliebt sind die japanischen Konkurrenten Honda CR-V und Mazda CX-5.

Mazda hat die SUV-Mittelklasse mit dem CX-5 mächtig aufgemischt. Der Japaner hat sich besonders als Diesel-Allradler einen Namen gemacht und setzt sogar die deutschen Platzhirsche VW Tiguan, Audi Q3 / Q5 und BMW X1 / X3 unter Druck. Honda hat ebenso wie Mazda schwere Jahre hinter sich. Trends wurden verschlafen und das sportliche Markenimage gegen ein fadenscheiniges Ökodasein über den Haufen geworfen. Wenn eines der Modelle die Wirren der letzten Jahre noch am besten überstanden hat, dann der CR-V. In seiner dritten Generation ist die japanische Allzweckwaffe sehenswerter denn je; setzt jedoch deutlich mehr auf eine weich gespülte Mischung aus Crossover und Kombi, als dass er ernsthaft Geländewagengefühle verbreiten wollte. Das Fahrwerk ist ausgewogen und komfortabel; jedoch sind die Nick- und Wankbewegungen deutlich spürbarer als beim Mazda CX-5 2.2 Diesel, der insgesamt straffer und direkter unterwegs ist, als sein Landsmann. Das gilt auch für seine Lenkung und die Bremsen der Frontantriebsversion. Hier spielt der Honda CR-V 2.2i D-TEC keine schlechte, aber eben eine deutlich weniger ambitionierte Karte als der Mazda. Also: besser auch den Honda mit Allradantrieb ordern.

Bei den Motorisierungen liegen beide Modelle auf Augenhöhe. Hüben wie drüben werkeln zurückhaltend artikulierende Commonrail-Diesel mit 2,2 Litern Hubraum. Während der Mazda mit seinem Gewicht von 1,7 Tonnen aus den vier Brennkammern 129 kW / 175 PS und ein maximales Drehmoment von 420 Nm bei 2.000 U/min herausholt, muss sich der vibrationsärmere Honda-Diesel durchaus nicht verstecken. Er leistet 110 kW / 150 PS und ein Drehmoment von bis zu 350 Nm bei 2.000 bis 2.750 U/min. Während der Mazda mit einer gut schaltenden Sechsgang-Automatik nebst Start-Stopp-System zu bekommen ist, arbeitet mit Honda CR-V optional eine betagte Fünfgang-Automatik. So ist man mit der serienmäßigen Sechsgang-Handschaltung einfach besser unterwegs.

Überflüssige Spielerei ist beim 1,6 Tonnen schweren Honda CR-V die Econ-Modus, der bei zaghafter Fahrweise grüne Blätter sprießen und die Instrumente sich bläulich färben lässt. Der Fahrprogrammschalter hat keinen Einfluss aus Lenkung oder Dämpferverstellung, sondern lähmt nur Gasannahme und Klimatisierung. Die einzelnen Fahrmodi lassen sich im Mazda gar nicht beeinflussen. Er geht immer nach dem gleichen Prinzip zu Werke und lässt angesichts der internationalen Konkurrenz durchaus Wünsche nach Variationsmöglichkeiten bei Fahrprogrammer oder ein variablen Dämpferabstimmung aufkommen.

Bei den Fahrleistungen spielt der Mazda CX-5 2.2 Diesel sein Leistungsplus aus. 0 auf Tempo 100 schafft der Allradler in 9,3 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von gemessenen 206 km/h. Gerade bei höheren Tempi zieht der Mazda dem unterlegenen Honda nennenswert davon und legt mehr Biss in den Vortrieb. Im Praxistest verbrauchte der Mazda CX-5 8,2 Liter Diesel - zu viel in dieser Klasse. Hier hatte der Honda, nur mit Frontantrieb und Handschaltung ausgestattet, überraschend dünn die Nase vorn und genehmigte sich 7,6 Liter. Kann der CR-V beim Spurt 0 auf Tempo aufgrund seiner Handschaltung in 9,6 Sekunden noch mithalten, sieht es bei der Höchstgeschwindigkeit schlechter aus. Ab Tempo 160 wird es zäh und bei 190 km/h ist Schluss mit lustig. Unter dem Strich ist der Honda deutlich laufruhiger und der Mazda schlicht kraftvoller, aber auch kerniger. Jeder, wie er mag.

Besser kann sich der Honda CR-V 2.2i D-TEC beim Platzangebot im Innern schlagen. Auch wenn der Mazda das übersichtlichere und weniger verspielte Cockpit offeriert, ist das Platzangebot - besonders im Fond des 4,57 Meter langen CR-V deutlich besser. Selbst große Zeitgenossen können es sich auf der Rückbank mit ausreichend Kopf- und Beinfreiheit bequem machen. Im Fond des CX-5 geht es enger zu und insbesondere die viel zu kurzen Kopfstützen nerven. Der Honda-Kofferraum schlägt die asiatische Konkurrenz mit 589 bis 1.669 Liter Fassungsvermögen gegen die 503 bis 1.620 Liter des Mazda CX-5. Beides ist jedoch allemal ausreichend. Für das maximale Ladevolumen braucht man beim CR-V nur an einem Hebel im Kofferraum oder einer Schlaufe an den Sitzen ziehen, schon klappt sich die Rückbank nach vorn und bietet einen ebenen, aber leicht ansteigenden Ladeboden mit einer Länge von 1,57 Metern. Vier schwerer geht es beim CX-5 allerdings auch nicht. Unverständlich jedoch, wieso nur der Honda CR-V eine elektrische Heckklappe bietet. Beim Mazda ist nach wie vor Handarbeit angesagt.

Auf ähnlichem Niveau befinden sich die Serienausstattungen der beiden SUV-Gegner. Der 4,56 Meter lange Mazda CX-5 2.2 Diesel bietet in der sinnvollen Topausstattung unter anderem beheizte Ledersitze, Xenonlicht, Navigationssystem und eine Rückfahrkamera. Der Honda CR-V 2.2i D-TEC ist je nach Ausstattungsniveau mit ähnlichen Details ausgestattet. Der Sicherheitsausstattung kommt gerade in der Liga der SUVs eine immer größer werdende Bedeutung zu. ESP, ABS und zahlreiche Airbags bieten beide. Auf Wunsch gibt es Spurhalte- und Notbremsassistent, Totwinkelwarner und eine Rückfahrkamera. Der Honda bietet zudem einen Tempomat mit Abstandsfunktion, den man im Mazda auf längeren Strecken schmerzlich vermisst.

Empfehlung vorweg: Besser man greift auch hier zu den höher ausgestatteten Modellen und lässt die Finger von den Fronttrieblern. Der Basispreis für den Mazda CX-5 2.0 Benziner mit 165 PS und Frontantrieb in der Primeline liegt bei 23.890 Euro. Kauftipp ist der 173 PS starke CX-5 Sportsline mit sinnvollem Allradantrieb, der ab 36.790 Euro zu bekommen ist. Für insgesamt 1.600 Euro gibt es in zwei Paketen Navigationssystem und, Spurhalte- und Fernlichtassistent in Verbindung mit Xenonlicht. Der 155 PS starke Honda CR-V 2.0i S mit Frontantrieb beginnt bei 22.990 Euro. Das beste Paket aus Ausstattung, Antrieb und Preis bietet dabei der CR-V 2.2i-DEC mit Allradantrieb und manuellem Sechsgang-Getriebe in der in der Ausstattungslinie Executive ab 37.455 Euro. Bei den Sonderausstattungen schlägt Honda jedoch zu. Das Paket aus Sicherheits- und Fahrerassistenzprogrammen kostet 2.650 Euro extra und das mäßige Navigationssystem kostet mit 2.200 Euro mehr als vierfache des Mazda-Systems, das durchaus Wünsche offen lässt, aber gerade einmal 500 Euro kostet.

Und welchen SUV sollte die Familie nun wählen und den betagten Kombi in Rente schicken? Auch wenn sich Mazda und Honda durchaus auf Augenhöhe bewegen, bietet der CX-5 gerade in der Kombination aus Diesel-Automatik und Allradantrieb das bessere Konzept. Zudem ist er mit längst etablierten Ausstattungsdetails wie Xenonlicht, Ledersitzen und Navigationssystem mit einem Preisvorteil von rund 4.000 Euro deutlich günstiger als sein Gegner. Der Honda CR-V mimt mehr den Kombi als den Crossover und dürfte eher in den günstigeren Versionen eine Alternative sein. An das dynamische Paket des Mazda kommt er jedoch nicht heran.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.