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Jaguar i-Pace rollt an: Überholmanöver

Bisher konnte sich Jaguar kaum mit besonders sparsamen Autos einen Namen machen und Modelle mit alternativen Antrieben blieben bedeutungslos. Doch jetzt überholen die Briten mit dem i-Pace die deutsche Premiumliga - und ganz nebenbei Tesla.

Jaguar i-Pace 2018 - unterwegs in Lappland

Jaguar i-Pace 2018 - unterwegs in Lappland

Jaguar und Land Rover haben - so unterschiedlich die beiden Konzernmarken innerhalb des Verbundes auch sind - eines gemeinsam. Die Kunden können sich für Basisausstattungen oder schwache Einstiegsmotorisierungen kaum begeistern. Man greift betont zu den ebenso leistungsstarken wie imageträchtigen Topvarianten mit acht oder zumindest sechs Zylindern und Leistungen bis weit über 500 PS. Versionen wie der Range Rover SD6 Hybrid, eine Verbindung aus Sechszylinderdiesel und Elektromotor floppten und auch der neue Ranger Rover P 400 Plug-In-Hybrid dürfte sich schon wegen seines blassen Vierzylindertriebwerks trotz 400 PS schwer tun.

Überholmanöver
Jaguar i-Pace 2018 - unterwegs in Lappland

Jaguar i-Pace 2018 - unterwegs in Lappland

Doch jetzt holt Jaguar Land Rover zum großen Schlag aus. Bereits auf der Los Angeles Autoshow im Herbst 2016 war die seriennahe Studie des Jaguar i-Pace der umjubelte Star. "Der i-Pace Concept ist eine radikal neue Definition des Themas Elektrofahrzeug", so Jaguar-Chefdesigner Ian Callum damals, "die Studie steht für die bereits nächste Generation elektrisch angetriebener Fahrzeuge. Ein dramatisches, in die Zukunft gerichtetes Design - Produkt aus einer authentischen Jaguar DNA, wunderschönen Details und britischer Handwerkskunst."

Derzeit laufen im eiskalten Lappland die letzten Erprobungen, bevor die ersten Kunden zugreifen können. Insbesondere die Akkutechnik wird noch einmal genau unter die Lupe genommen und optimiert. Der Serieneinsatz des Jaguar i-Pace steht noch vor dem Sommer bevor. Und da es mittlerweile zwar einige Elektroautos, aber keinen elektrischen SUV gibt, könnte der schicke i-Pace zu einem großen Wurf werden. Audi bringt seinen elektrischen E-Tron Quattro auf modifizierter Plattform des Q5 erst nach dem Sommer in den Handel. Mercedes und BMW können erst einmal gar nicht kontern. Das erste Modell aus der Stuttgarter EQ-Riege lässt noch bis 2019 auf sich warten und BMW bringt seinen elektrischen X3 erst 2020. Ein Jahr später folgt aus Bayern der Innovations-Hoffnungsträger iNext. Der weiterte Konkurrenzkreis? Gähnende Leere.

Ian Callum hatte bei der Messepremiere im Herbst 2016 nicht zu viel versprochen. Wie schon der F-Type und der F-Pace sieht auch der i-Pace mit seiner modernen Jaguar-Front und dem knackig abfallenden Heck scharf aus. Nichts von müder Elektro-Langeweile, sondern dieser Crossover macht bereits optisch richtig Laune. Die Überhänge des rund 4,70 Meter langen Allrad-SUV sind kurz, die Räder studiengerecht üppig und die Dachlinie fast schon coupéartig. Da das Akkupaket im Unterboden versteckt ist, hat der Laderaum ein Volumen von stattlichen 530 Litern. Unter der Fronthaube gibt es weiteren Stauraum für schmale 38 Liter. Weitere Ablagen gibt es in der Mittelkonsole sowie unter den Fondsitzen. Der Antrieb des Jaguar i-Pace, der gerade von vorn Ähnlichkeiten zur Konzeptstudie des gestoppten Turbinensportlers C-X75 kaum verhehlen kann, steht mit einer Maximalleistung von 294 kW / 400 PS und 700 Nm maximalem Drehmoment dem sportlichen Aussehen nicht nach.

"Die Elektromotoren sprechen ohne Verzögerung, Gangwechsel und Unterbrechungen an", erklärt Baureihen-Direktor Ian Hoban, "das im Vergleich zu Verbrennungsmotoren unmittelbar abrufbare volle Drehmoment sorgt für ein neuartiges Fahrerlebnis. Dank 700 Nm und Allrad-Traktion beschleunigt der i-Pace Concept in rund vier Sekunden von 0 auf 100 km/h." Die beiden kompakten Elektromotoren werden von einem 90 kWh-Lithium-Ionen-Akkupaket befeuert, das eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern garantieren soll. An einem 50 kW Gleichstrom-Anschluss lässt sich der Elektro-Erstling in 90 Minuten auf 80 Prozent seiner Kapazität aufzuladen; in etwas mehr als zwei Stunden erstarkt das Akkupaket vollends. Diesmal könnte Jaguar zu einem echten Trendsetter werden - und dann mit einem Elektro-SUV. Wer hätte das gedacht? Der Basispreis: wohl rund 70.000 Euro. Der könnte nicht nur der deutschen Konkurrenz, sondern insbesondere auch Tesla Kopfschmerzen bereiten. Hier ist ein konkurrenzfähiger Mittelklasse-SUV mit Elektropower nicht einmal in Sicht.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.