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Jaguar XF 30d: Kilometerhungrig

Der Jaguar XF steht seit Jahren im Schatten des deutschen Dienstwagendreierpacks aus BMW 5er, Audi A6 und Mercedes E-Klasse. Zu Unrecht, denn die Oberklasselimousine aus England ist nicht nur optisch eine Schau. Sein Antrieb ist eine echte Wucht - vorausgesetzt man steigt in den Sechszylinderdiesel.

Jaguar XF 30d - mindestens 62.000 Euro teuer

Jaguar XF 30d - mindestens 62.000 Euro teuer

Wenn man sich für einen Jaguar entscheidet, möchte man ein Statement setzen, anders sein. Irgendwie elegant, sportlich mit Understatement und was auch immer einem so durch den Kopf geht, wenn man sich über die Websites von Jaguar Land Rover durchklickt. Für all das steht der XF von Jaguar. Optisch ist die 4,95 Meter lange Limousine, die in China ebenso wie die deutsche Konkurrenz als besonders luxuriöse Version mit langem Radstand zu bekommen ist, ein Hingucker, der nicht lautstark auffallen will. Bei aller Eleganz ist dem europäischen Standardmodell in Sachen Platzangebot nichts vorzuwerfen. Und wenn schon ein cooler Jaguar dann bitte keinen der blassen Vierzylinder, sondern direkt die Bestbesetzung. Die ist fraglos der Dreiliter-Diesel mit der Bezeichnung XF 30d. Im Gegensatz zum 240 PS starken Vierzylinder zwar mit einem famosen Klang und einer exzellenten Laufruhe ausgestattet, aber leider nicht als Allradversion zu bekommen.

Kilometerhungrig
Jaguar XF 30d - mindestens 62.000 Euro teuer

Jaguar XF 30d - mindestens 62.000 Euro teuer

Der drei Liter große Commonrail-Diesel macht einem schnell klar, wieso man es mit einem Benziner oder dem Zylinderquartett gar nicht erst versuchen sollte. Er hat Durchzug, Dampf und Drehfreude in allen Lagen. 221 kW / 300 PS und ein maximales Drehmoment von heftigen 700 Nm bei 2.000 U/min bringen die emsige Hinterachse nicht nur in Verbindung mit den Winterreifen an die Grenze des machbaren. Dieses Drehmoment muss man erst einmal auf die Fahrbahn bekommen. Hier wäre eine Allradversion mit einem vollvariablen 4x4-Modul die bessere Wahl; aber die gibt es nur die Zweiliter-Diesel mit 180 und 240 PS, die ebenfalls flott sind, jedoch nicht an den drehmomentstarken V6-Motor und dessen exzellente Symbiose mit der Achtgang-Automatik aus dem Hause ZF herankommen.

Dabei macht der Jaguar XF 30d nicht nur deutlich mehr Laune als die kleineren Triebwerke; er verbraucht bei aller Dynamik kaum mehr Kraftstoff. Zwar ließ sich die Werksangabe von 6,0 Litern Diesel auf 100 Kilometern in der Praxis nicht erreichen, aber durchweg lässt sich der 1,9 Tonnen schwere Brite mit weniger als acht Litern bewegen - was will man mehr? Aus dem Stand beschleunigt der Jaguar XF in sechs Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Mit dem 66-Liter-Tank sind in der Realität locker 800 Kilometer oder mehr drin - selbst bei flotter Fahrweise. Mit einem Benziner, Hybriden oder gar Elektromodell einfach undenkbar. Das Fahrwerk ist klasse - nie schwammig, komfortabel genug und dabei allemal so stramm, dass man sportlich unterwegs sein kann, ohne am Fahrprogrammschalter in die Dämpferabstimmung eingreifen zu müssen. Gleiches gilt für die präzise und allenfalls einen Hauch zu leichtgängige Lenkung.

Im Innenraum bietet der XF das luxuriöse Niveau, das man von einem Jaguar erwartet. Doch in Sachen Bedienung, Exklusivität, Detailliebe und im Fond auch beim Platzangebot steht er hinter der deutschen Konkurrenz zurück. Das gilt insbesondere für Schalter und Bedieneinheiten sowie die Displays und speziell das Navigationssystem, das im Alltagsgebrauch nicht nur bei der verkehrsgerechten Zielführung viele Wünsche beim Fahrer offenlässt. Auch wenn Mercedes oder Audi mehr Platz im Fond bieten, kann man sich allenfalls über die abfallende Dachlinie beschweren, die bei groß gewachsenen Personen das Haupthaar eindrückt und die deutlich zu kurzen Kopfstützen, die auch im ausgezogenen Zustand nicht ausreichend komfortabel sind. Das sieht bei der chinesischen Luxusversion des Jaguar XF mit weichem Lederkissen ganz anders aus. Die würden sich auch gut im hiesigen Modell machen.

Das gute Platzangebot setzt sich hinter dem Fond fort. Der Laderaum mit umlegbarer Rückbank schluckt mindestens 540 Liter - mehr braucht niemand, der einen Bogen um SUV und Kombi machen will. Der sehr mäßig ausgestattete Jaguar XF 300d Prestige startet bei stattlichen 62.140 Euro. Das adaptive Fahrwerk, das sich entsprechend dem angewählten Fahrprogramm von komfortabel bis sportlich-straff anpasst, lassen sich die Briten mit 1.666 Euro bezahlen. Sinnvolle Ausstattungsdetails sind die elektrische Heckklappe (542 Euro), die in dieser Klasse nicht nur für die Kombiversion des XF Sportbrake serienmäßig sein sollte, anklappbare Außenspiegel (teure 573 Euro), beheizbare Frontscheibe (365 Euro), LED-Scheinwerfer (650 Euro) und beheizbare Sitze vorne und hinten (792 Euro). Nicht nachvollziehbar, wieso Selbstverständlichkeiten wie Navigationssystem (1.791 Euro) oder digitales Radio (396 Euro) teure Aufpreise kosten. Hier sollte Jaguar schleunigst nachlegen und bei der nächsten Überarbeitung eben auch den sinnvollen Allradantrieb für den XF 30d nicht vergessen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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