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Koreaner werden elektrisch: Was Kia besser macht als BMW

Jeder achte verkaufte Kia ist inzwischen mindestens teilelektrisch. Dazu gingen die Koreaner einen ganz eigenen Weg.

Kia e-Soul

Kia e-Soul

Diese Zahl bereitet europäischen Autoherstellern Kopfzerbrechen: Im letzten Jahr war jeder achte verkaufte Kia elektrisch oder teilelektrisch - eine Quote von 12,5 Prozent, von der die Autobauer hierzulande nur träumen können. BMW, gern als Vorreiter der Elektromobilität dargestellt, bringt es nicht einmal auf die Hälfte. Dabei ist Dr. Andreas Winkler, der im europäischen Entwicklungszentrum von Kia in Rüsselsheim den Bereich Antriebstechnologie verantwortet, noch nicht einmal ausgesprochener Elektrofan: "Ich denke, dass der Diesel noch lange weiter gebraucht wird", ist Winkler überzeugt: "Wenn man das Thema CO2-Reduzierung ernst nimmt, ist er einer der grundlegenden Bausteine. Das gilt gerade für SUVs und große Fahrzeuge." Trotzdem gab Kia bei der Elektrifizierung seiner Flotte mächtig Gas.

Was Kia besser macht als BMW
Kia e-Soul

Kia e-Soul

Das Modellprogramm von Kia umfasst zwei reine Elektromodelle: der Kompakt-SUV e-Niro und der Kleinwagen e-Soul, der aufgrund seines kastenförmigen Designs einen gewissen Kultstatus besitzt - zumindest außerhalb Europas. Beide Modelle wurden von Beginn ihrer Entwicklung als Elektrofahrzeuge geplant, sind aber trotzdem auch mit Verbrennungsmotoren erhältlich. Der gerade erst vorgestellte e-Soul wird zwar in Europa ausschließlich als Vollelektroversion angeboten, ist aber in anderen Märkten sehr wohl noch mit kleinen Benzinaggregaten erhältlich. Entscheidend dabei ist: Statt wie die deutschen Hersteller sich mit der Einführung neuer Sub-Marken und der Entwicklung eigenständiger Karosserie- und Chassiskonzepte für die Elektrofahrzeuge aufzuhalten, setzt Kia auf die Multi-Antriebs-Lösung. "Wir zeigen, dass es möglich ist, wenn auch technisch anspruchsvoll", so Winkler. Und während sich andere Autobauer in Konzeptstudien und Ankündigungen verlieren, verkauft Kia bereits.

Wirklich leicht macht es dabei Kia seinen Kunden nicht. Denn wer sich früher für einen bestimmten Fahrzeugtyp entschied, hatte im Anschluss höchstens noch die Wahl zwischen Benziner und Diesel. Heute sehen sich Niro-Käufer im Kia-Showroom mit der Frage konfrontiert: Hybrid, Plug-in-Hybrid oder batterieelektrisch? Viele Autokäufer - und sicher auch so mancher Händler - sind mit der Bedeutung der Begriffe überfordert. Das weiß auch Winkler: "Nicht nur für uns Entwickler, sondern auch für die Kunden ist es schwierig, den richtigen Antriebsstrang zu finden. Die Bandbreite ist einfach zu groß." Jedes System hat seine Stärken und vor allem seine Schwächen.

Schnelle Entscheidungshilfe bietet für die meisten Käufer die Preisliste. Während der Niro Hybrid mit 25.390 Euro auch im Wettbewerbsumfeld vergleichsweise günstig ist, muss für die Plug-in-Hybrid-Version mehr als 7.000 Euro extra bezahlt werden. Die vollelektrische Variante schlägt nochmals mit rund 2.000 Euro zu Buche. "Die Batterie ist für Plug-in-Hybrid- und batterieelektrische Fahrzeuge immer noch der entscheidende Kostentreiber", räumt Winkler ein. Dass der e-Niro mit einem Gesamtpreis von 34.290 Euro immerhin 455 Kilometer Reichweite verspricht, reicht den meisten Kunden trotzdem nicht. Für die vollelektrische Variante entscheiden sich gerade einmal fünf Prozent der Niro-Käufer. Bei Kia ist man sich des Preisdrucks bewusst. Und obwohl Antriebsentwickler Winkler ein großer Fan des sauberen Dieselmotors ist, winkt er deshalb auch beim Thema Dieselhybrid ab: "Das ist durchaus die Kombination zweier sinnvoller Technologien. Aber es bleibt ein Kostenthema. Der Dieselmotor ist teurer als der Benziner - sowohl der Grundmotor als auch die Abgasnachbehandlung. Wenn dann noch das Thema Hochvoltelektrifizierung dazu kommt, ist das Gesamtprodukt auf Kostenseite zu herausfordernd. Das sehe ich bei uns nicht."

Trotzdem treibt Kia seine Hochvoltstrategie weiter voran. Während die in Genf gezeigte vollelektrische Studie Image eher wie eine Fingerübung der Designer wirkt und höchstens beim Thema Wireless Charging konkrete Ausblicke im Antriebsbereich gibt, erfolgt der größere Aufschlag im kommenden Jahr: Dann soll der Nexo in den Schaufenstern der Händler stehen, Kias Brennstoffzellenauto, das seinen Strom selbst produziert. Angesichts des zu erwartenden hohen Preises wird der kommerzielle Erfolg eher bescheiden sein. Dafür können sich die Kia-Manager auf die Schultern klopfen, auch dieses Antriebsprinzip im Sortiment zu haben.

Stückzahl-relevanter ist indes die Entscheidung, die Hochvolttechnologie nun auch bei den großen, außerhalb Europas angebotenen SUVs einzuführen. Denn während die deutschen Premium-Hersteller seit Beginn der Plug-in-Hybrid-Welle bemüht waren, vor allem große Limousinen und SUVs für den nordamerikanischen Markt zu elektrifizieren, hielt sich Kia in diesem Punkt zurück. Dabei hätten die in den USA angebotenen Modelle wie Telluride, Sedona und K900 durchaus das Potenzial. Doch bis heute sind lediglich die kleineren, aus Europa bekannten Modelle mit teil- oder vollelektrischem Antriebsstrang in Nordamerika erhältlich. Dr. Andreas Winkler, unter dessen Leitung genau diese Modelle entstanden, freut sich selbstbewusst: "Technologisch ist Europa der Vorreiter."

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.