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MAn TGS mit Hydrodrive Ungemütliches Hochdruckgebiet

MAN TGS mit Hydrodrive
MAN TGS mit Hydrodrive
© press-inform - das Pressebuero
Immer mehr Fahrzeuge sind mit Allradantrieb unterwegs. Vom Traktionsvorteil profitieren dabei nicht nur echte Geländewagen und leistungsstarke Sportler, sondern auch gewöhnliche Alltagsautos vom Kleinwagen bis zum Bus. Bei Lastwagen geht es noch einen Schritt weiter. MAN hat einen Kurzzeitallradantrieb entwickelt, der sich Hydrodrive nennt und einem aus höchster Not befreien kann.

Es gibt bei Fahrzeugen die verschiedensten Arten von Allradantrieben. Klassisch sieht es so, dass von der Antriebsachse über ein zusätzliches Getriebe Motorkraft abgezweigt wird. So wird ein Fahrzeug mit nur einer angetriebenen Achse zum Allradler. Konventionell kommt man um eine Kardanwelle, die die Kraft nach hinten oder vorne leitet, nicht herum. Einige Hersteller, zumeist solche, die keinen echten Allradantrieb im Programm haben, machen sich mittlerweile Elektromotoren zunutze. Denn beispielsweise bei einigen Modellen von Peugeot, Lexus oder DS ist nur die Vorderachse mit dem Verbrennungsmotor verbunden und an der Hinterachse arbeitet allein ein Elektromotor, zu dem keine mechanische Verbindung existiert. So kann auch ein Fahrzeug mit reinem Elektroantrieb mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand zu einem Allradler werden. Hier arbeiten die Motoren an der Vorder- und Hinterachse ohne mechanische Verbindung und es bedarf keiner Kardanwelle.

Ganz anders und deutlich rustikaler eine Entwicklung aus dem Hause des Lastwagenherstellers MAN. Er bietet wie andere Hersteller aus dem PKW- oder LKW-Segment ebenfalls einen traditionellen Antrieb an, an dem eine oder mehrere Achsen über eine Kardanwelle mit Motorleistung versorgt werden. Für solche Laster, die den zusätzlichen Antrieb an der Vorderachse jedoch nur kurzzeitig oder bei geringen Geschwindigkeiten benötigen, gibt es den sogenannten Hydrodrive.

Hierbei handelt es sich um einen Allradantrieb, der manuell auch während der Fahrt zugeschaltet werden kann, wenn die Hinterräder durchdrehen. Die Motorleistung wird jedoch nicht über eine normale Antriebs- nebst Kardanwelle an die Vorderachse gebracht, sondern hydraulisch über eine Hochdruck-Ölpumpe. Das reicht zwar nicht für längere Strecken, aber eben, wenn es beim Anfahren auf der Baustelle oder auf lockerem Untergrund einmal schlecht vorwärts gehen sollte. Einer hinter dem Fahrerhaus des Lastwagens verbauter Ölbehälter nebst Hochdruckpumpe drückt bei zugeschaltetem Hydrodrive-Allradantrieb das Öl mit gigantischem Druck an eine Verzahnung der Vorderachse, die das Rad so antreibt. Das funktioniert jedoch eben nur bis zu Geschwindigkeiten von knapp 30 km/h und maximal für fünf Minuten, sonst verliert das Ölbad seine Wirkung.

Bleibt die Frage, was für einen Grund der große Entwicklungsaufwand hat, da im Modellprogramm des Lastwagenherstellers normale Allradversionen ebenfalls existieren und das Hydrodrive zudem für den Käufer des MAN Lastwagens keinerlei Kostenvorteile hat. Die Preise liegen auf dem gleichen Niveau wie die normalen Allradler. Der Hauptgrund ist trotzdem der Kostenvorteil, denn ein konventioneller Allradantrieb erhöht den Verbrauch des Fahrzeugs. Gerade bei einem Lastwagen, wo mit dem Cent pro Kilometer gerechnet wird, macht sich ein zusätzlicher Allradantrieb in den Betriebskosten nennenswert bemerkbar. Gerade für Fahrzeuge, die im Jahr 50.000 Kilometer oder mehr zurücklegen, bringt der Teilzeit-Allradantrieb somit eine nennenswerte Kostenersparnis. Und unter Umständen eine höhere Nutzlast, denn der fehlende Dauerantrieb an der Vorderachse spart 400 bis 750 Kilogramm.

Doch es geht nicht allein um die Kosten, denn der Bauraum, der in einem großen Lastwagen für den zusätzlichen Antrieb an der Vorderachse benötigt wird, ist mächtig. Der hydrostatische Vorderradantrieb aus dem Hause MAN beansprucht nennenswerten Bauraum allein hinter der Fahrerkabine und so sind Bauhöhe und Schwerpunktlage auf dem Niveau vergleichbarer Straßenfahrzeuge ohne entsprechend angetriebene Vorderachse. Damit gibt es keine nennenswerten Einschränkungen der Aufbaumöglichkeiten, was für viele Kunden essentiell ist. Das gilt zum Beispiel für Euroauflieger im normalen Straßenverkehr oder Kuppsatteltransporter, die bis in die Kiesgrube oder direkt auf die Baustelle fahren - bei jedem Wetter und jedem Untergrund.

Der Test in einem Modell wie dem MAN TGS 26.510 6x4H mit Wechselcontainer für Baustellenlogistik, Feuerwehr oder Entsorgungsunternehmen zeigt, dass sich der Koloss mit seinem aufgeladenen Reihensechszylinder nebst 375 kW / 510 PS und 2.600 Nm maximalem Drehmoment mit dem zuschaltbaren Hydrodrive selbst aus lockerem Sand herauswühlt und im härteren Geländeeinsatz keine nennenswerten Probleme mit dem Vortrieb hat. Der mit einem Meiller Abrollkipper vom Typ 21.65 ausgestattete Lastwagen pflügt trotz bis zu 21 Tonnen Last durch das lockere Geläuf. Ist der sandige Untergrund geschafft, wird der Allradantrieb bei laufender Fahrt ausgeschaltet und es geht allein mit der angetriebenen Hinterachse weiter auf der asphaltierten Straße.

pressinform

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