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Modelloffensive bei Mercedes Der nächste Maybach rollt an


Mercedes ist wieder da, also darf der dickste Benz nicht fehlen: Noch in diesem Jahr wird der neue Mercedes-Maybach S 600 vorgestellt. Ein Über-Auto mit grenzenlosem Luxus.

In der Vergangenheit hat sich Mercedes bei den kleinsten wie auch den größten Modellen tüchtig blamiert. Der Smart wuselte sympathisch aber glücklos vor sich hin, der Maybach wirkte zwar so protzig, als sei er aus einer Opernkulissse entsprungen, konnte technisch aber nie wirklich überzeugen. Nach den kommerziellen Misserfolgen von Maybach 57, 62 und dem Landaulet wurde die Marke ohne viel Bedauern beerdigt.

Um nun wieder belebt zu werden. Doch dieses Mal setzt die Luxusmarke auf dem stärksten Modell von Mercedes auf: Der S-Klasse. Die Weltpremiere findet gleichzeitig auf den beiden Hauptabsatzmärkten statt - auf den Automessen von Guangzhou und Los Angeles.

China first

Der Fokus liegt klar auf dem Land der Mitte: "China wird für immer der größte PKW-Markt der Welt bleiben", sagt Daimlers China-Chef Hubertus Troska, "wir müssen verstehen, was die Kunden hier wollen, um erfolgreich zu sein." China hat 2013 die USA als größter Automarkt der Welt überholt. Auf 1000 Einwohner kommen dort heute 90 Autos. In den USA sind es 766, in Deutschland 564 Fahrzeuge. Der Nachholbedarf ist also gewaltig. Der neue Maybach soll im statusverliebten China seinen Glanz über die ganze Mercedes-Palette leuchten lassen.

Mit Details zum neuen Super-Benz hält sich Mercedes bisher noch zurück. Fest steht jedoch, dass er insbesondere im Fond Luxus und Platz im Überfluss bieten wird. In China wird niemand seinen Maybach selber lenken, selbst Fahrzeuge der Mittelklasse werden dort vom Chauffeur bewegt. Im Gegensatz zu dem barocken Maybach von einst wird sich das Design weitgehend an der jeweils aktuellen S-Klasse orientieren. Panzerversionen sollen dafür sorgen, dass sich auch Präsidenten und Staatsoberhäupter wohl behütet mit einem Mercedes-Maybach S 600 schmücken können.

30 neue Mercedes-Modelle

Noch wichtiger als Mercedes-Maybach als neues Aushängeschild des Daimler-Konzerns wird eine deutliche Ausweitung des Modellportfolios sein. Bis 2020 sollen 30 neue Mercedes-Modelle auf den Markt kommen, ein Dutzend davon ohne Vorgängergeneration. Wie die Konkurrenten schließt Mercedes mit Nischenmodellen jede noch so kleine Lücke. Im Fokus soll dabei wiederum Asien stehen. Um der gewaltigen Bedeutung des chinesischen Marktes Rechnung zu tragen, baute Daimler ein neues Entwicklungs- und Forschungszentrum mit einem eigenen Designbereich in Peking. Insgesamt wurden umgerechnet 112 Millionen Euro in den Entwicklungsstandort gesteckt.

Unter den zwölf neuen Mercedes-Modellen befinden sich unter anderem Crossover Coupés für den jetzigen ML und den GLK, das Sportwagen-Doppelpack AMG GT und AMG GT Roadster sowie Cabrios für die kommenden A-, C-, E- und S-Klassen. Modelle, auf die die Konkurrenz aktuell kaum Antworten hat. Um diese Vielzahl an neuen Modellen abbilden zu können, wird Mercedes ab Anfang 2015 auf eine neue Nomenklatur umschwenken. Begriffe wie CDI und Bluetec haben dann ausgedient.

Gernot Kramper mit Press-Inform

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