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Luxus-Stromer: Mercedes EQS: Dieser E-Flitzer will die S-Klasse abhängen

In Zukunft will Mercedes mit einem Doppel-Gestirn glänzen. Der klassischen S-Klasse macht dann der Stromer EQS Konkurrenz. Gleichzeitig soll der EQS das Tesla Model S deklassieren. 700 Kilometer Reichweite sind eine Ansage.

Mercedes Vision EQS

Der Mercedes Vision EQS setzt auf ein extrem schmales Lichband.

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Gewinnwarnungen und Rückrufaktionen – in der jüngsten Vergangenheit ist Daimler in schweres Fahrwasser geraten. In einer Weise, wie man es zuletzt nur bei der Einführung der E-Klasse des Typs 211 und dem berüchtigten Elchtest der A-Klasse erlebt hatte. Wie bei vielen Herstellern soll die Elektro-Sparte auch bei Daimler den Ausweg aus dem aktuellen Jammertal weisen. Die glanzvollen Premieren 2020 von S-Klasse und EQS wurden zwar etwas verschoben, aber wenn die Modelle dann kommen, glänzen bei Mercedes gleich zwei Leitsterne.

EQS wird alte S-Klasse abhängen

In einigen Ländern wird der Mercedes EQS, das Aushängeschild der Elektrofamilie EQ, dem traditionellen Prunkstück der Marke, der S-Klasse, den Rang ablaufen. Eine Nummer volkstümlicher fällt der Mercedes EQ E, die elektrische E-Klasse, aus. Sie feiert im Herbst 2021 ihre Premiere. Dann wird es insgesamt fünf EQ Modelle geben. Was das Fahrzeug-Angebot anbelangt, hat Mercedes dann die Elektrowende vollzogen. Offen bleibt, ob die Kunden den Kurswechsel mitmachen.

Von außen ist der Mercedes EQS etwas kürzer als die nächste S-Klasse mit langem Radstand. Das macht aber nichts. Aufgrund der Elektrotechnik und der inzwischen üblichen Integration der Akkus im Fahrzeugboden wird es innen größer und flexibler zugehen. Optisch profitiert der EQS davon, dass firmeninterne Rücksichten auf den CLS entfallen. Der EQS darf mit rahmenlosen Türen und einer flachen Silhouette glänzen, bei der die Frontscheibe beinahe nahtlos in die Motorhaube übergeht.

Nachhaltigkeit und PS-Wettrüsten zugleich

Im Innenraum regiert die "Nachhaltigkeit" – dafür müht sich Mercedes, dem Käufer das Echtleder auszureden. Die Sitze bestehen aus einer Mikrofaser, die aus recycelten PET-Flaschen gewonnen wurde. Darüber spannt sich ein Kunstleder, dessen Oberfläche einem echten Nappaleder gleichkommt. Die Textilien am Dachhimmel stammen zum Teil aus Plastikabfällen aus dem Meer.

Angetrieben wird die bisher gezeigte Studie von zwei Elektromotoren, die zusammen 476 PS und 760 Nm maximales Drehmoment leisten. Von 0 auf Tempo 100 soll es der Mercedes Vision EQS in 4,5 Sekunden schaffen. Die Reichweite soll bis 700 Kilometer betragen, dank eines Akkupakets mit rund 100 kWh. Die Ladeleistung wird 350 Kilowatt betragen, damit lässt sich das gewaltige Akkupaket in 20 Minuten bis auf 80 Prozent seiner Leistung aufladen.

Auto für die ganz dicke Stromleitung

Eine andere Frage wird sein, wo man so eine Powerleitung wird legen können und welchen Strompreis die Versorger für eine derartige Druckbetankung aufrufen werden. Mit diesen Akkus im Boden entfällt auch die Zurückhaltung beim Thema Höchstgeschwindigkeit – sie soll über 200 km/h liegen. Beim Prototyp ist davon noch nichts zu merken, der darf ein wenig anfahren, dann wird radikal abgeregelt.

So eindrucksvoll diese Werte auch sind: Auch im Elektrozeitalter bleibt die Frage: "Wer hat den Größeren?" Also sind auch Mercedes Versionen mit mehr als 600 PS wahrscheinlich, nur um das Tesla Model S auf die Plätze zu verweisen. Beim ersten Fahrversuch war von den sagenhaften Leistungen wenig zu spüren, der Prototyp ist bei gefühlt 50 km/h abgeregelt.

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