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Mercedes G-Klasse 2018: Klettermaxe auf Abwegen

Es kommt nicht oft vor, dass ein Hersteller wie Mercedes ernsthaft Angst hat, wenn der Marktstart eines neuen Autos ansteht. Doch diesmal geht es nicht um irgendein rund gelutschtes SUV-Derivat oder einen Familientransporter. Es dreht sich um nichts weniger als die Ikone schlechthin: die G-Klasse. Premiere auf der Detroit Motorshow Mitte Januar.

Mercedes G-Klasse 2018 - im Gelände nicht zu schlagen

Mercedes G-Klasse 2018 - im Gelände nicht zu schlagen

Mercedes legt eine Legende neu auf. Die G-Klasse 2018 ist ein komplett neues Auto, sieht aber genauso aus wie der kantige Vorgänger. Trotz des deutlichen Wachstums von zehn  Zentimeter in der Breite hält man den nagelneuen kastigen Offroader für das seit 40 Jahren bekannte Modell Die Neuauflage wird auf der Detroit Motorshow NAIAS 2018 erstmals enthüllt, erste Probefahrten mit den Prototypen gab es schon am Hausberg Schöckl.

 

Erwin Wonisch kennt die G-Klasse als Entwicklungsleiter seit seinem Einstieg bei Magna Steyr im Jahre 1976. "Nach wie vor ist und bleibt der Schöckl als unser Hausberg das Maß der Dinge, wenn es um die Geländegängigkeit geht. Ich weiß nicht, wie oft ich in den vergangenen 40 Jahren über die Teststrecken rauf- und wieder runtergefahren bin - meine Hüfte weiß ein Lied davon zu singen", sagt der 62jährige, "an manchen Tagen fahren wir fünf- oder sechsmal rauf und wieder hinab, um Auto und Regelsysteme zu testen. Hier kenne ich jeden Stein."

 

Auch die neue G-Klasse ist vor allem ein – zugegeben teures – Arbeitsgerät. Nach wenigen Metern biegt Wonisch  auf einen schmalen Waldweg ab und lässt die neue G-Klasse klettern im härtesten Gelände. Erwin Wonisch ist sicher, dass sein Wagen Land Rover Defender, Jeep Wrangler und Toyota Land Cruiser deklassiert. "Eigentlich haben wir mit der G-Klasse keine echte Konkurrenz", strahlt er zufrieden, "was die kann, kann kein anderer."

 

Hier gibt es noch die alte Mercedes-Welt, in der die Wagen mit dem Stern das Maß aller Dinge waren.  Obwohl die neue G-Klasse erstmals vorne mit einer Einzelradaufhängung unterwegs ist. Leiterrahmen, Starrachse hinten, drei Sperren und Geländeuntersetzung bleiben, damit es auch im härtesten Gelände keine Überraschungen gibt. "Die neue G-Klasse ist nicht nur auf der Straße viel komfortabler als bisher", erläutert Erwin Wonisch. "Er kann durch das neue Fahrwerk und die Fahrprogramme auch im harten Geländeeinsatz mehr als bisher."

 

Im Gelände war die G-Klasse schon immer eine Macht. Nun fährt man aber auf einem deutlich besseren Komfortniveau. Am Schöckl erklimmt der rund 2,2 Tonnen schwere Koloss die Steigungem, die man kaum zu Fuß heraufkommen würde. Der Preis soll auf dem Niveau des Vorgängers liegen. Der zum Marktstart verfügbare Mercedes G 500 dürfte bei rund 105.000 Euro beginnen. Die später verfügbaren Dieselversionen G 350d und G 400d mit 286 bzw. 340 PS sollten dann bei rund 90.000 bzw. 100.000 Euro starten. Wohl kaum vor 2019 ist die AMG-Version (nur noch als Achtzylinder) mit 600 PS sowie die ebenfalls zu erwartende Panzerversion zu erwarten. Denn ein deutlicher Anteil der bisherigen Mercedes G-Klasse wurde als Schwerpanzerversionen für Armeen, Botschaftsdienste oder die Polizei produziert. Unter anderem setzen die GSG 9, Spezialeinheiten der Polizei oder der US-Armee seit Jahren auf gepanzerte G-Klassen.

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