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Mercedes ML AMG: Thors Hammer mit vier Rädern

Mercedes rundet die im letzten Herbst vorgestellte ML-Baureihe nach oben ab. Ab April kommt der ML 63 AMG auf den Markt. Mit maximal 557 PS reicht das zum inoffiziellen Titel "stärkster Serien-SUV der Welt".

Ab April kommt der ML 63 AMG auf den Markt. Mit maximal 557 PS reicht das zum inoffiziellen Titel "stärkster Serien-SUV der Welt". Auf den Genuss des bulligen Achtzylinders für die traditionell mit "500" bezeichneten Modelle bei Mercedes müssen Kunden der neuen M-Klasse verzichten. Der aktuelle ML, seit Herbst 2011 in dritter Generation auf dem Markt, ist als Benziner bislang nur als "ML 350" mit dem 306 PS starken 3,5-Liter-V6 zu haben.

Hartgesottenen V8-Liebhabern blieb nur die Möglichkeit, einen ML 500 aus Amerika, China oder Russland zu importieren, wo der SUV auch weiterhin angeboten wird. Ein aufwändiger und wenig lohnenswerter Weg. Und überflüssig obendrein, denn etwas Geduld genügt und jedes bundesdeutsche Mercedes-Zentrum des Vertrauens wartet wieder ganz offiziell mit einem Achtzylinder-ML auf. Im April schlägt Mercedes Tuning-Tochter AMG mit dem ML 63 zu. Schon dessen technische Eckdaten dürften Power-Fetischisten das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Frei nach dem Prinzip an der Wursttheke "Darf es etwas mehr sein?", bieten die Spezialisten aus Affalterbach dem ML-Kunden ein unvergleichliches Performance-Programm an.

Die M-Klasse erhält als fünftes AMG-Modell den 5,5 Liter großen Biturbo-Achtzylinder mit 525 PS und 700 Newtonmetern maximales Drehmoment, das sich nun wirklich mit dem abgedroschenen Attribut "bullig" schmücken darf. Damit beschleunigt der Luxus-Offroader wie ein reinrassiger Sportwagen. 4,8 Sekunden von Null auf 100 km/h sagt AMG. .

Ungebremsten Top-Speed nur nach Lehrgang

Ein solcher Wert stand vor nicht wenigen Jahren noch einem Porsche Carrera gut zu Gesicht. Und als wäre dies nicht genug, bietet AMG dem Kunden auf Wunsch und gegen Extra-Obulus noch eine Extraportion Power, was den ML mit 557 PS und 760 Newtonmetern zum stärksten Serien-SUV der Welt macht. Diese Version erfordert allerdings die Teilnahme eines Fahrerlehrgangs. Lohn der Mühe: Statt mit Tempo 250 km/h kann der ML 63 AMG-Pilot nun mit 280 km/h die Autobahn unter die dicken Räder nehmen. Über den Sinngehalt dieser Fähigkeit lässt sich streiten, auf jeden Fall verdient die ingeniöse Leistung ein über zwei Tonnen schweren SUV bei dieser Geschwindigkeit ruhig und sicher auf der Piste zu halten Applaus.

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Verantwortlich für diese Fähigkeit ist neben einer ausgefeilten Aerodynamik vor allem das Hightech-Fahrwerk, bestehend aus Luftfederung, automatischer Niveauregulierung (senkt den Wagen bei hohem Tempo ab), adaptiven Dämpfern und einer aktiven Wankstabilisierung. Letztere hält in Kurven die Karosserie nahezu horizontal, was den ML 63 gefühlt noch sportlicher ums Eck gehen lässt. Der Fahrer kann zudem per Knopfdruck zwischen den drei Modi "Comfort", "Sport" und "Sport plus" wählen. "Das Fahrverhalten ist der größte Unterschied gegenüber dem Vorgänger und liefert so viel Fahrspaß, dass man gar nicht wieder aussteigen möchte", erklärte AMG-Chef Ola Källenius bei der Fahrzeugpräsentation.

Hoher Verbrauch

Großen Anteil am Adrenalinkick hat natürlich auch der zweifach aufgeladene Achtzylinder, der Gaspedalbefehle augenblicklich in gewaltigen Schub umsetzt, begleitet vom typisch satten Sound eines auch hubraummäßig wohlgenährten V8. Überholvorgänge werden Episoden von Sekunden, erst recht, wenn im Fahrprogramm der Modus "S" für Sport aktiviert ist. Die Siebengangautomatik reagiert dann mit noch schnelleren Gangwechseln. Dass solch eine Fahrweise ebenso zügig den Verbrauch nach oben treibt, gehört zu den Grundlagen der Physik. Dennoch kann der ML 63 durchaus knauserig mit dem Sprit umgehen – zumindest relativ gesehen. Im Modus "C", das steht für "Controlled Efficiency", lässt der Bolide alles ein wenig sanfter angehen, fährt im zweiten Gang an, schaltet früher hoch und später runter und stellt an der Ampel brav den Motor ab. Zusammen ergibt dies einen Normverbrauch von 11,8 Litern. "Das sind 28 Prozent weniger als zuvor", sagt Källenius.

Nicht messbare, aber gefühlte 100 Prozent mehr bietet der Innenraum des neuen ML 63 AMG, verglichen mit dem abgelösten ML aus Affalterbach. Sei es die Präzision der Ledernähte oder die Haptik der Materialien, alles wirkt perfekt verarbeitet und mit Liebe zum Detail zusammengesetzt. In den ausschließlich in den USA gebauten Geländewagen ist endlich S-Klasse-Niveau eingezogen. Der Preis hierfür ist allerdings auch auf einen sechsstelligen Betrag angewachsen. Für das Topmodell der ML-Baureihe verlangt AMG 108.885 Euro – mindestens

Michel Specht/MID / MID

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