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Mini Cooper D: Tweety

Der Mini kann jetzt twittern und übers Internet 25.000 Radiosender empfangen. Unter der Haube gibt es dafür Minimalismus: Mit dem neuen Diesel liegt der CO2-Ausstoß unter 100 Gramm pro Kilometer.

Der Knuddel-Faktor des Mini schützt ihn nicht vor harter Konkurrenz. Citroën DS3, Audi A1 oder Alfa Mito heißen die Gegner des Bayern-Briten. Weil sich der Mini nicht auf seinem Retro-Bonus ausruhen kann, hat man nun seine inneren Werte aufgemöbelt. Mehr Pep im Innenraum sowie Multimedia-Funktionen stehen im Vordergrund, dazu kommt ein neuer Spardiesel. Im Rahmen des Facelifts gibt es auch ein paar überschaubare Retuschen an der Karosserie, zum Beispiel neue Lufteinlässe unter dem vorderen Stoßfänger. Die Rückleuchten sind in LED-Technik ausgeführt und verfügen über dynamisches Bremslicht: Bei starkem Bremsen blitzen die Leuchten in schneller Folge auf. Die optionalen Xenon-Scheinwerfer lassen jetzt sich mit einer Kurvenlicht-Funktion aufrüsten.

Im Cockpit gibt es neue Sitzpolster und Dekorleisten, so dass man das Interieur besser auf den persönlichen Geschmack abstimmen kann. Zum neuen Modelljahr hat Mini die Anordnung der Schalter etwas verändert, so findet man zum Beispiel alle Knöpfe für die Radiobedienung nun im großen runden Zentralinstrument. Der überdimensionierte Tacho ist nach wie vor während der Fahrt schlecht abzulesen, so dass man eher auf die digitale Tempoanzeige im Drehzahlmesser vertraut – der sitzt direkt hinter dem Lenkrad.

Mini Connected

Gegen Aufpreis wird der Mini zur kleinen Multimedia-Zentrale. Serienmäßig ist nur ein CD-Radio mit Aux-In-Anschluss an Bord. Wenigstens die USB-Buchse sollte mittlerweile eigentlich standardmäßig an Bord sein. Die gibt es optional im Verbund mit der Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Mit einem über Bluetooth ins Fahrzeug eingebundenen Smartphone kann man per Audio-Streaming Musiktitel abspielen, Bilder oder gespeicherte Visitenkarten werden auf dem Bordmonitor des Mini angezeigt. Bedient werden die Entertainment-Funktionen genau wie das Navigationssystem mit einem kleinen Joystick an der Mittelkonsole. Menüführung und Bedienlogik entsprechen der von BMW, die grafische Gestaltung der Menus ist allerdings etwas verspielter.

Noch mehr Funktionen gibt es mit der Software Mini Connected. Damit lassen sich zum Beispiel Beiträge der Internetplattformen Facebook und Twitter im Auto anzeigen. Die "Tweets" sind dann auf dem Bordmonitor zu sehen. Über die Internetverbindung des Autos lassen sich zudem Webradios aus aller Welt empfangen - Mini spricht von rund 25.000 Sendern. Bei Stichproben im Testwagen mit Sendern aus Kanada und den USA funktionierte das auch, allerdings ist die Klangqualität der Webradios nicht immer so glockenklar wie bei terrestrisch empfangenen Sendern.

Neuzugang unter den Dieselmotoren

Die Benzinmotoren-Palette reicht beim Mini von 55 kW / 75 PS (Basismodell) bis 135 kW / 184 PS im Cooper S, dazu kommt wie bisher das Sportmodell John Cooper Works mit 155 kW / 211 PS. Ein Neuzugang unter der Haube ist der 1,6 Liter große Dieselmotor, der nicht mehr von Peugeot-Citroën stammt, sondern aus dem Hause BMW. Das bisherige Aggregat war keineswegs schlecht, doch der neue Selbstzünder ist nicht so brummig und legt weniger Vibrationen an den Tag. Das macht sich auch bei der Start-Stopp-Automatik bemerkbar, die den Motor zwecks Spriteinsparung beim Halt ausstellt und deren Arbeit man jetzt kaum noch wahrnimmt.

Der Diesel steht in zwei Leistungsstufen (66 kW / 90 PS oder 82 kW / 112 PS im Cooper D) zur Verfügung. Auch das Cabrio ist mit Diesel zu haben, aber nur in der stärkeren Version. Der Verbrauch ist bei beiden Motoren identisch und liegt nach Werksangabe jeweils bei durchschnittlich 3,8 Litern pro 100 Kilometer (Cabrio: 4 Liter, Clubman: 3,9 Liter). Damit bleiben Mini One D und Cooper D beim CO2-Ausstoß mit 99 Gramm pro Kilometer knapp unter der 100er-Marke.

Basismodell ab 15.550 Euro

Mehr Fahrfreude hat man natürlich an der 112 PS-Version, die schon bei niedrigen Drehzahlen einen ungebremsten Vorwärtsdrang an den Tag legt und mit Overboost maximal 270 Newtonmeter Drehmoment bereitstellt. Beim Spurt von 0 auf 100 Km/h vergehen 9,7 Sekunden. Der Motor bleibt über ein breites Drehzahlband schön elastisch, geschaltet wird mit einem Sechsganggetriebe. Auch bei höherem Tempo auf der Autobahn hält sich der Geräuschpegel des Selbstzünders im Rahmen.

Beim Händler stehen die neuen Mini-Modelle am 18. September. Das Basismodell mit 75 PS kostet 15.550 Euro, die Dieselversion 18.450 Euro (als Cooper D mit 112 PS: 21.250 Euro). Zum Vergleich: Den Audi A1 1.6 TDI (105 PS, Durchschnittsverbrauch 3,9 Liter pro 100 Kilometer) gibt es ab 18.800 Euro, einen BMW 1er 116d (116 PS, Verbrauch 4,5 Liter) ab 24.200 Euro. Der Citroën DS3 HDi 90 (92 PS, Verbrauch vier Liter) kostet 18.400 Euro. Für den Alfa Romeo Mito 1.3 JTDM (95 PS, Verbrauch 4,3 Liter) muss man 16.950 Euro anlegen.

Sebastian Viehmann, press-inform / press-inform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.