HOME

Mitsubishi Outlander 2.2 DI-D: Japanischer Goldesel

Die Welt kann von SUVs nicht genug bekommen, der Outlander - ein Offroader im Möbelwagenformat - geht wie warme Semmel. Jetzt legen die Japaner bei den Motoren nach. Mit einem Peugeot-Diesel und einem neuen Benziner, genannt "Weltmotor".

Von Michael Specht

Volltreffer nennt man so etwas wohl. Genau zum richtigen Zeitpunkt das richtige Auto auf den Markt zu bringen. Mitsubishi scheint dies mit dem Outlander geglückt zu sein. Der SUV verkauft sich wie geschnitten Brot. Die Japaner können gar nicht so schnell liefern, wie Kunden den praktischen Allradler haben wollen. Wer jetzt bestellt, muss bis 2008 warten. Und dies, obwohl nur ein einziger Motor zur Auswahl stand, der zudem technisch nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit ist: der Pumpe-Düse-Diesel von VW. Zwar ist der Zweiliter-Vierzylinder mit 140 PS recht kräftig und durchaus auch sparsam, kann aber gerade in Sachen Laufkultur nicht mehr mit modernen Common-Rail-Aggregaten mithalten.

Das weiß natürlich auch Mitsubishi. Und so fädelte man frühzeitig einen Deal mit Peugeot und Citroen ein. Die Franzosen besitzen nämlich einen exzellenten Dieselmotor, einen 2,2-Liter mit 156 PS und 380 Newtonmeter. Geradezu maßgeschneidert für den 4,64 Meter großen Outlander. Probleme mit der Adaption gab es keine. Denn der Selbstzünder nagelt auch in den französischen Schwestermodellen des Outlander, dem Citroen C-Crosser und dem Peugeot 4007. Alle drei sind damit technisch identisch, unterscheiden sich nur optisch etwas. Hauptsächlich durch andere Schnauzen.

Niedrige Abrollgeräusche

Der kleinere Selbstzünder von Volkswagen bleibt für den Outlander jedoch im Programm. Schließlich braucht man eine günstige Einstiegsversion. Die beginnt bei 28 990 Euro in der Ausstattung "Inform". Der neue 2,2-Liter-Diesel startet erst in der nächst höheren Version "Intense" für 34 990 Euro. Das Diesel-Topmodell "Instyle" kostet 38 690 Euro und besitzt ein Panoramadach, Ledersitze und ein Navigationssystem inklusive Rückfahrkamera. So kann der Fahrer bei eingelegtem Rückwärtsgang im Display erkennen, was sich hinter seinem Wagen abspielt.

Was sich dagegen vorn unter der Haube abspielt, merkt man nach dem Gasgeben. Der Diesel ist kaum hörbar und überzeugt durch guten Antritt schon aus niedrigen Drehzahlen. Auch die Lenkung, die Sechsgangschaltung und das Fahrwerk gefallen. Der Outlander lässt sich handlich und agil bewegen. Seine knapp 1,8 Tonnen merkt man ihm nicht an. Angenehm sind auch die niedrigen Abrollgeräusche und der Komfort im Innenraum. Wer sich mit Gasfuß etwas zurückhält, kann durchaus die Siebenliter-Grenze knacken. Mitsubishi verspricht einen Durchschnittsverbrauch von 7,2 Litern pro 100 Kilometer. Ein für die Größe des Autos sehr sozialverträglicher Wert. Zudem ist serienmäßig ein Rußpartikelfilter an Bord.

Gangwechsel nicht spürbar

"Acht von zehn Kunden werden sich für den Diesel entscheiden", weiß Mitsubishi Deutschland-Chef Thomas Kursch. Bleiben zwei, die lieber einen Benziner fahren. Auch die kommen ab November auf ihre Kosten. Der Outlander wird in Europa der erste Mitsubishi sein, in dem der zusammen mit DaimlerChrysler und Hyundai neu entwickelte 2,4-Liter-Vierzylinder zum Einsatz kommt. Preislich geht es los bei 26 990 Euro. Dieser so genannte "Weltmotor" leistet 170 PS, läuft 190 km/h und soll im Mix 9,2 Liter verbrauchen. Wir fuhren ihn mit dem optional erhältlichen 6-Stufen-CVT-Getriebe (Standard ist eine Fünfgang-Handschaltung), das sehr gut mit dem Motor harmoniert. Gangwechsel sind nicht spürbar, auch vom ehemaligen Gummibandeffekt ist nichts mehr zu merken. Schade nur, dass dieser Fahrkomfort den Dieselkäufern verwehrt bleibt, zumindest vorerst. Ende 2008 soll es aber auch für den Selbstzünder ein Automatikgetriebe geben. Geliefert wird es, wie schon der Motor, von Peugeot.

Wissenscommunity